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Muldental: Erntebeginn trotz Winter und Wasser

Muldental: Erntebeginn trotz Winter und Wasser

Erst war's der Winter, dann das Wasser: Ein später Kälteeinbruch und die Flutkatastrophe im Juni gingen an der Landwirtschaft nicht spurlos vorbei. Vor allem das Hochwasser und seine Folgen machen einigen Betrieben zu schaffen.

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Erntebeginn: Mit knapp zwei Wochen Verspätung aufgrund des langen Winters erfolgte in dieser Woche der Start für Mähdrescher. Wie hier nahe Machern mit der Schlossblick-Siedlung im Hintergrund zogen im ganzen Muldental Staubwolken über die Gerstenfelder.

Quelle: Andreas Röse

Muldental. Insgesamt allerdings erhofft Frank Freiberg, Geschäftsführer des Regionalbauernverbandes im ehemaligen Muldentalkreis, dennoch auf eine gut durchschnittliche Ernte.

In dieser Woche ziehen die ersten Staubwolken über die Felder: Die Ernte hat begonnen. "Aufgrund des späten und langen Winters zehn Tage später als in anderen Jahren", sagt Freiberg dazu. Negative Auswirkung durch die zeitliche Verschiebung erwartet er allerdings nicht. "Wenn wir das vom Feld bekommen, was auf dem Halm steht, ist eine gute Durchschnittsernte möglich." Die Bestückung sei gut. Allerdings sei es für eine verbindliche Prognose noch zu früh, bis zum Abschluss der Ernte könne noch viel passieren.

Das Durchschnittsergebnis wird laut Freiberg aber auf alle Fälle aufgrund der Flutfolgen etwas niedriger ausfallen. "Die betroffenen Flächen fallen aus dem Ergebnis raus", erklärt Freiberg. Überwiegend hätte Grünland unter Wasser gestanden, aber auch Felder mit Weizen, Gerste, Raps oder Rüben seien in Mitleidenschaft gezogen worden. Und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Wo das Wasser länger gestanden habe, reife das Getreide aus, verfaule stattdessen von unten, so Freiberg. Dazu komme das Problem der Belastung. "Überall, wo Wasser gestanden hat, werden Untersuchungen vorgenommen. Erst nach den Proben entscheidet sich, ob es zur Ernte kommt oder ob Sondermüll beseitigt werden muss." Bei Arsenbelastung, die laut Freiberg überwiegend durch Staub zustande kommt, sei noch eine Verwertung in Biogasanlagen möglich. Wenn Getreide allerdings Cadmium aufgenommen habe, sei das nicht zu reparieren. "Mit ausreichender Kalkung im Vorfeld lässt sich die Cadmium-Aufnahme durch die Pflanzen begrenzen, aber hinterher geht nichts mehr", erklärt Freiberg.

Im Gegensatz zu dem Hochwasser im Jahr 2022 gebe es diesmal Schadenersatz zumindest für einen Teil der Schäden, sagt der Bauernverband-Geschäftsführer (LVZ berichtete). Das wertet er positiv, verbindet das aber mit einem nachdrücklichen Hinweis: "Sollten Pflanzenteile durch das Hochwasser belastet sein, müssen sie als Sondermüll entsorgt werden. Es ist für die Bauern ganz wichtig, dass auch die dafür anfallenden Kosten anerkannt werden. Schließlich handelt es sich dabei um die Beseitigung von Flutschäden."

Sorgen bereiten Freiberg auch Straßen- und Brückensperrungen. "Das ist schlimm, aber nicht zu ändern", sagt er. Erfreut zeigte er sich, als er gestern aus der LVZ erfuhr, dass für die Verbindung zwischen Trebsen und Neichen ein Kompromiss erzielt wurde. Der ständige Umweg für Landwirte über Wurzen sei kaum zumutbar gewesen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.07.2013

Heinrich Lillie

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