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Muldental: Fast 40 000 Tote im Straßenverkehr

Muldental: Fast 40 000 Tote im Straßenverkehr

Muldental. Seit 20 Jahren zählt die Fachgruppe Falkenhain Verkehrsopfer. Sie kam in dieser Zeit auf eine Zahl von fast 40 000. Es handelt sich um Tiere.

Die Fachgruppe gehört dem Naturschutzbund Nabu an.

Federführend ist Sven Möhring aus Otterwisch. Bei ihm liefen und laufen die Informationen über im Straßenverkehr getötete Tiere zusammen. In den vergangenen 20 Jahren hätten sich 137 Personen und Verbände an der Erfassung beteiligt. "Insgesamt wurden dabei 29 738 Datensätze zusammengetragen", so Möhring. Seit 1994 wurden auf dem Territorium des heutigen Landkreises Leipzig 18 597 Amphibien, 645 Reptilien, 7884 Vögel und 13 977 Säugetiere als Verkehrsopfer erfasst.

Am häufigsten sterben auf der Straße Erdkröten: 14 197 dieser Verkehrsopfer wurden bei Möhring gemeldet. Unter den Säugetieren erwischt es am häufigsten den Igel, mit vollem Namen Braunbrustigel. 4386 der possierlichen Tiere schafften es nicht, herannahenden Autos zu entkommen. Aufgelistet wurden in den vergangenen 20 Jahren zudem unter anderem 362 Ringelnattern, 1192 Amseln, 2262 Haussperlinge, 231 Mäusebussarde, 187 Rauchschwalben, 19 Biber, 29 Fischotter, 287 Eichhörnchen, 281 Dachse, 750 Rotfüchse, 109 Waschbären und 2348 Hauskatzen.

Der engagierte Naturschützer Möhring weiß, dass es nicht zu verhindern ist, dass Tiere im Straßenverkehr sterben. Allerdings könnte die Zahl in seinen Augen niedriger sein. Auch Autofahrer könnten in seinen Augen einen Beitrag leisten durch "angepasste Geschwindigkeit", wie er es nennt. Besonders verwerflich sind für ihn Fälle, bei denen die Absicht zum Töten besteht. Er erinnert sich an einen Vorgang, wo in einer abgelegenen Sackgasse mit dem Auto Jagd auf Erdkröten gemacht wurde und 100 dieser Tiere überfahren wurden.

Positiv findet Möhring das, was momentan beim Straßenausbau an der Staatsstraße 11 bei Thallwitz passiert. Dort wird eine Amphibienleiteinrichtung angebracht, in Kleintiertunneln kann die Straße unter- statt überquert werden. "Tiere bis zur Größe einen Fischotters passen dort hindurch", so Möhring. Es sei nicht die erste Einrichtung dieser Art, aber es gebe immer noch zu wenig von diesen stationären Vorkehrungen. Deshalb bauen Gruppierungen von Nabu oder BUND auch mobile Krötenzäune auf an besonders gefährdeten Stellen - dort, wo Laichgewässer in der Nähe sind. "Leider werden Regenrückhaltebecken noch immer zu dicht an Straßen gebaut. Wenn sie dann noch auf beiden Seiten vorhanden sind, gibt es natürliche Wanderbewegungen und der Tod auf der Straße ist vorprogrammiert."

Einen Nebeneffekt haben die Zählungen der Fachgruppe Falkenhain auch. Manchmal sind Rückschlüsse auf Populationen möglich. Tote Waschbären zum Beispiel wurden bis 2000 nicht erfasst. 2013 waren es 53.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.02.2014
Heinrich Lillie

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