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Muldental in Fahrt: Unterrichtsbeginn muss an Bus-Pläne angepasst werden

Ab August Muldental in Fahrt: Unterrichtsbeginn muss an Bus-Pläne angepasst werden

Auf den Beginn und das Unterrichtsende wird sich an einigen Schulen im Gebiet des Pilotprojektes Muldental in Fahrt der ab August geltende neue Fahrplan auswirken. Die Vorteile für Schüler, Lehrer und Eltern würden aber überwiegen.

Nach der ersten Stufe von Muldental in Fahrt, für die im Dezember 2016 der Startschuss fiel, soll ab August die zweite Etappe folgen.

Quelle: Andreas Döring

Landkreis Leipzig. Ein dichtes Netz an Haltestellen, teilweise halbstündliche Verbindungen und Fahrten bis in den späten Abend – das sind Vorzüge, die seit drei Monaten das Modellvorhaben Muldental in Fahrt ausmachen. Nachdem Ende 2016 in den beteiligten Kommunen Grimma, Brandis, Bad Lausick und Colditz die ersten vier Linien in Betrieb gingen, soll am 7. August das Regionalbusnetz als zweite Stufe zünden. Damit würden rund 100 000 Einwohner von dem Pilotprojekt, das zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr animieren soll, profitieren.

Initiator ist der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV), der mit dem Landkreis, der kreiseigenen Regionalbus GmbH und dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) mutig Neuland betritt. Mit dem Paradigmenwechsel im ÖPNV gehen umfangreiche Fahrplanänderungen einher. Vor allem wird damit nach den Sommerferien ins Räderwerk von etlichen Schulen eingegriffen.

Im Januar habe man deshalb den Dialog mit den 34 betroffenen Bildungseinrichtungen im Projektgebiet begonnen, so MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann. Mehrere Runden mit Bildungsagentur, Schulen und Kreiselternrat hätten bereits stattgefunden. Gesprächsbedarf herrscht vor allem, weil Schulbeginn und Schulende unter Umständen an den neuen Fahrplan angepasst werden müssen. „Das bedeutet“, bringt es Andreas Kultscher, Geschäftsführer der Regionalbus GmbH auf den Punkt, „für einige Schulen wird der Unterricht eher beginnen müssen, für andere später.“

Im Pilot-Gebiet sind immerhin 34 Schulen mit 4500 Fahrschülern zu betrachten. Dabei handelt es sich um 14 Grundschulen, neun Oberschulen und vier Gymnasium; außerdem zwei Berufsschulzentren und eine Förderschule. Nach Stand der Dinge wird sich bei 16 Schulen die Ankunftszeit der Busse im neuen Schuljahr ändern – entweder kommen sie früher oder später als bisher an. „Bei fünf Schulen beträgt die Abweichung dabei mehr als 15 Minuten“, so Holger Pethke, Leiter des Kultusamtes im Landkreis. Jede der beteiligten Schulen hat bereits ein individuelles Datenblatt erhalten. „In weiteren Gesprächen werden wir nun Lösungsansätze gemeinschaftlich ausloten“, verdeutlicht der Amtsleiter. „Uns ist bewusst, dass dies für die Schulen mitunter eine große Herausforderung darstellt“, ergänzt Regionalbus-Geschäftsführer Andreas Kultscher. Deshalb stehe man den Verantwortlichen auch beratend zur Seite.

Wo Schüler vielleicht länger ausschlafen können als bislang oder wo sie zeitiger aus den Federn müssen, wird vor Ort entschieden. Die Unterrichtszeiten, heißt es in den sächsischen Vorgaben, werden von der Gesamtlehrerkonferenz im Einvernehmen mit der Schulkonferenz und dem Schulträger beschlossen. Jede Menge Details sind dabei zu bedenken. Diese reichen von der Gestaltung der Ganztagsangebote und Hortzeiten bis hin zur Pausenversorgung, den Einsatzzeiten von Hausmeister, Schulsekretärin und Winterdienst bis zur Vergabe der Turnhallenkapazitäten.

Auf neue Unterrichtszeiten müssen sich einige Schulen einstellen

Auf neue Unterrichtszeiten müssen sich einige Schulen einstellen..

Quelle: LVZ

Der Nutzen von Muldental in Fahrt lohne aber die Mühe, so die Akteure. Denn die Vorteile für Schüler, Lehrer und Eltern würden am Ende überwiegen, zeigen sich die Projektpartner überzeugt. Durch das engere Busnetz würden alle flexibler, so der MDV. Auch bei Unterrichtsausfall, plötzlichem Hitzefrei oder einem späteren Schulbeginn würden den Schülern mehr Fahrtmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Zudem rollen Busse bald auch in den Ferien, was wiederum anderen Passagieren zugute kommt. Nachmittags könne man zudem leichter zum Training oder in die Musikschule gelangen – ohne ständig das „Taxi Mama“ bemühen zu müssen. Mit der Schüler Regio Flat stehe außerdem ein passendes Tarifprodukt zur Auswahl.

Auch für Landrat Henry Graichen (CDU) ist das Projekt Muldental in Fahrt inzwischen zur Herzensangelegenheit geworden. „Die Vorteile, die sich durch den Ausbau des ländlichen Nahverkehrs ergeben, sind vielschichtig – sei es die Stärkung von Handel und Gewerbe, die bessere Vernetzung von Leben und Arbeit oder mehr Lebensqualität für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.“ Und künftig, ist sich Graichen sicher, seien auch Schüler mit Muldental in Fahrt besser unterwegs.

Von Simone Prenzel

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