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Muldeschifffahrt zwischen Grimma und Höfgen ist in Gefahr

Petition an Wirtschaftsminister Martin Dulig Muldeschifffahrt zwischen Grimma und Höfgen ist in Gefahr

Die Muldeschifffahrt zwischen Grimma und Höfgen ist in Gefahr. Behördliche Auflagen machen den drei Betreibern das Leben schwer. Sie stehen kurz vor dem Aus durch hohe Personalkosten und Auflagen.

Die Muldeschifffahrt zwischen Grimma und Höfgen ist in Gefahr. Behördliche Auflagen sorgen für rote Zahlen im Unternehmen

Quelle: Röse

Grimma. Wie ist es ist es um die sächsische Gastfreundlichkeit und Servicequalität bestellt? Wie kann die Tourismusbranche in Freistaat weiter gefördert werden? Mit diesen Themen beschäftigt sich derzeit Staatsminister Martin Dulig (SPD) auf seiner Sommertour durch den Freistaat. Vorgestern kam er mit Akteuren im Muldental ins Gespräch, unter anderem in Kössern und Nimbschen. Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) konfrontierte den Minister an der Klosterruine in Nimbschen mit zwei Schwierigkeiten, die den Grimmaern unter den Nägeln brennen. Dabei handelt es sich zum einen um die Muldeschifffahrt und zum anderen um die fehlende naturschutzrechtliche Genehmigung für den Radweg von Höfgen nach Förstgen, wodurch keine Fördermittel fließen.

Im Gespräch

Im Gespräch: Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos, vorn v. l.), Minister Martin Dulig (SPD) und Fred Urban unterhalten sich über die Muldeschifffahrt und die behördlichen Auflagen.

Quelle: Thomas Kube

„Wir haben ein riesiges Problem mit der Muldeschifffahrt. Hier sollen Gesetze angewendet werden, wie sie für Ozeandampfer gelten“, brachte Berger sein Unverständnis für die Richtlinien der Sächsischen Binnenschifffahrtsordnung auf den Punkt. Wie er schilderte, rückte die Muldeschifffahrt jetzt in den Fokus der Behörden, da die Dresdner Wasserschutzpolizei ein Fährschiff kontrolliert hatte. „Seit 1920 gibt es in Grimma die Muldeschifffahrt“, erklärte Mitgesellschafter Fred Urban. „Als sie nach der Wende den Bach runtergehen sollte, fassten wir uns ein Herz und übernahmen diese.“ Urban ist gleichzeitig Geschäftsführer der Hotel Kloster Nimbschen GmbH. Seither sei das Unternehmen auf dem Wasser kein Gewinngeschäft, aber notwendig für den Tourismus in der Region. So finden 60 Personen auf der 1994 in Dienst gestellten MS Katharina von Bora Platz. Auf dem kleinen Schwesterschiff MS Gattersburg gibt es 40 Plätze. Letztere ist mit dem Baujahr 1930 schon ein richtiger Oldtimer.

„Während der Kontrolle wurde bemängelt, dass wir keine Toiletten auf unseren Booten haben“, benante Nicole Vogt eine Auflage, die zu erbringen sei. „Das ist für uns unverständlich, da unsere Gäste auf den etwa drei Kilometern vom Grimmaer Wehr über Nimbschen bis Höfgen nur 20 bis 25 Minuten unterwegs sind“, ergänzte der dritte Gesellschafter, Steffen Sörnitz. Eine weitere Forderung bestehe darin, dass ein zweiter Bootsführer an Bord sein soll. „Das sind alles Kosten, die nicht mehr zu kompensieren sind, da uns bereits der Mindestlohn zu schaffen macht und auch Arbeitszeitvorschriften einen wirtschaftlichen Betrieb immer mehr infrage stellen“, erklärte Vogt. „Die erhöhten Personalkosten konnten wir nicht durch höhere Fahrpreise deckeln, da dann die Fahrgäste ausgeblieben wären“, ist Urban überzeugt. „Aufgrund der hohen Personalkosten mussten wir jetzt schon montags und dienstags Ruhetage einlegen“, fügte Sörnitz hinzu.

„Wir haben bereits eine Behördenmarathon hinter uns, um nachzuweisen, dass wir nicht mit der Rhein-Schifffahrt zu vergleichen sind, sondern eigentlich wie ein Fähre fungieren“, erzählte Nicole Vogt. So wurde das Problem unter anderem beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Dresden und der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft dargelegt. „Doch eine Lösung ist nicht in Sicht“, bedauerte sie. „Wir haben fünf Angestellte. Es muss eine Lösung her, sonst sind wir nicht in der Lage, die Muldeschifffahrt am Leben zu halten.“

„Wir brauchen jedoch die Schifffahrt für den Tourismus in der Region“, appellierte Fred Urban an den Minister. „Es wäre sicherlich leicht zu regulieren, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist.“ Martin Dulig nahm die Petition der Betreiber entgegen. Schließlich versprach er, das Problem mit nach Dresden zu nehmen und mit den Behörden zu beraten.

Von Cornelia Braun

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