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„Musentempel“ des Grimmaer Gymnasiums St. Augustin öffnet seine Türen

„Altes Seminar“ „Musentempel“ des Grimmaer Gymnasiums St. Augustin öffnet seine Türen

Einen Tag der offenen Tür im „Alten Seminar“ gibt es am 14. September von 16 bis 19 Uhr in Grimma. Vier Klassenräume für Kunst und Musik, ein Kursraum und das Archiv der Fürstenschülerstiftung entstanden im Haus.

Zu einem „Tag der offenen Tür“ lädt das Gynasium St. Augustin und die Stadtverwaltung Grimma am 14. September ein

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Zu einem „Tag der offenen Tür“ lädt das Gynasium St. Augustin und die Stadtverwaltung Grimma am 14. September ein. Dann kann von 16 bis 19 Uhr das Alte Seminar besichtigt werden. Vier Klassenräume für Kunst und Musik, ein Kursraum und das Archiv der Fürstenschülerstiftung befinden sich jetzt im Alten Seminar. Das barocke Stadtpalais aus dem 16. Jahrhundert wurde im Zeitraum von vier Jahren saniert. Die umfangreiche Baumaßnahme kostete 4,7 Millionen Euro. Die reinen Baukosten sind mit 2,5 Millionen Euro beziffert, für die technischen Ausstattungen wurden 450 000 Euro ausgegeben, die Außenanlagen schlugen mit 500 000 Euro zu Buche.

Die Baugeschichte des „Alten Seminars“ beginnt 1621 mit Dr. David von Döring. Er ließ sich den Renaissancepalast bauen, in dem er 20 Jahre lang lebte. Sein Sohn erbte das Gebäude. Als Eigentümer folgten der Amtsschösser Johann Georg Kette und dessen Sohn. 1738 erwarb Gräfin Henriette Erdmuthe von Stubenberg das Freihaus und fing an, den Renaissancebau im Sinne des Barocks umzugestalten. Bis 1794 wechselten die Besitzer. 1794 kaufte die Frau des Großenhainer Zitz- und Kattun-Fabrikanten Friedrich Riese das Palais und richtete darin eine florierende „Zitz- und Kattun-Fabrique“ ein. Der sächsische Hofagent Herz Loeb Levi kaufte 1807 die Manufaktur, sie ging 1813 Pleite. Im Jahre 1818 erwarb der Staat das Gebäude, um von 1820 bis 1828 die Schüler der Landesschule interimsweise darin unterzubringen.

Der Trebsener Pfarrer Johann August Köhler zog 1838 als Lehrerbildner in das Gebäude in Grimma ein und eröffnete das erste Lehrerseminar im Raum der Leipziger Kreisdirektion. Das Haus diente reichlich 70 Jahre lang als das Köhlersche Lehrerseminar. Da die Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten, entschloss man sich zu einem Neubau. Das bisherige Seminar blieb bis 1895 Nebenseminar und wurde als „Internat“ genutzt. Verschiedene, auch militärische Nutzungen folgten. Das Gebäude wurde 1919 zu 20 Kleinwohnungen umgebaut, die bis 1990 bewohnt wurden.

Eine praktische Lösung kam zustande, als 2012 der „Augustiner-Verein“ im Auftrag der Stadtverwaltung Grimma den Komplex übernommen hatte, um daraus eine Dependance des Gymnasiums „St. Augustin“ zu schaffen. Die Nutzungskonzeption des Hauses als „Musentempel“ wurde schließlich schrittweise verwirklicht. Im vorgelagerten Kavaliershaus befindet sich das mit einer Wärmepumpe verbundene Blockheizkraftwerk. Der andere vorgelagerte Bau wird als Fahrrad-Schuppen genutzt.

Von lvz

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