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Grimma Museumsfest in Grethen
Region Grimma Museumsfest in Grethen
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05:00 26.04.2010
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. Doch besagter Julius Müller ist gerade einmal eineinhalb Jahre alt. Er trägt rein zufällig den gleichen Namen wie der in Feuerwehrhistoriker-Kreisen wohl bekannte ehemalige Unternehmer und ist mit ihm weder verwandt noch verschwägert. Der berühmte Namensvetter des kleinen Julius, der 1849 seine Firma in Döbeln gründete und bis zur Enteignung 1948 betrieb, hatte mit seinen Feuerwehrspritzen in der Region, Deutschland und der ganzen Welt von sich Reden gemacht. Am zurückliegenden Wochenende widmete das Grethener Feuerwehrmuseum ihm und seinem Wirken auf seinem traditionellen Fest eine Sonderausstellung.

Dabei verbindet die Grethener Feuerwehr eine besondere Beziehung zur Firma „Julius Müller": Sie ist quasi der Geburtshelfer für die Freiwillige Feuerwehr im Ort gewesen. „Zwei Jahre wurde unter Bürgermeister Bruno Kaiser gespart, bis 1942 aus Döbeln eine Motorspritze geliefert wurde. Diese Technik galt als Voraussetzung für die Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr, das damalige Lieferdatum dient uns als gesichertes Gründungsdatum unserer heutigen Wehr", erklärte Gerd Winkler.

Beim Museumsfest konnten die Besucher jetzt Originale aus jener Zeit mit ganz anderem Hintergrundwissen in Augenschein nehmen: Je zwei Tragkraftspritzen, Handdruckspritzen und Motorspritzen aus den Baujahren von 1902 bis 1938 hatten befreundete Feuerwehren und Vereine aus Berbersdorf, Rossau, Waldheim Mügeln und Döbeln für das Publikum mit nach Grethen gebracht. Als besonderen Höhepunkt starteten dann am Nachmittag die Rossauer sogar ihre Motorspritze aus dem Jahre 1924. „Bis 1960 war sie bei uns noch im Einsatz und sie könnte auch heute noch betrieben werden", berichtete Feuerwehrmann Herbert Knorr. Ein sattes, tiefes Tuckern erfüllte die Luft, als der betagte Selve-Motor gestartet wurde und der Wasserstrahl mit stolzem Druck über die Wiesen spritzte. „Klingt wie ein Porsche", meinte auch Klaus-Uwe Hölscher aus Leer. Unter Feuerwehrhistorikern hat er sich als Experte für Motor- und Handdruckspritzen bis 1945 einen Namen gemacht, wie er auch mit seinem Vortrag vor fachkundigem Publikum eindrucksvoll bewies.

Doch nicht nur Fachleute zog das Grethener Museumsfest in seinen Bann. Dafür sorgten neben dem traumhaften Kaiserwetter die Erzieherinnen der Kita „Storchennest" mit ihren Bastelangeboten genauso wie der Heimatverein „Grethener Störche", der vielfältige Spielmöglichkeiten bereit hielt. Kaffee und Kuchen von den Grethener Feuerwehrfrauen sorgten für die nötige Stärkung wie auch Kühles vom Zapfhahn und Heißes vom Grill. Zwischen Hüpfburg und Streichelzoo, messingglänzenden Feuerwehr-Utensilien und knallroter Löschtechnik wurde so allen Besuchern das Passende geboten.

Ralf Saupe

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