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Musik fürs Auge und fürs Ohr

Jagdhaus Kössern spricht viele Sinne und Interessen an Musik fürs Auge und fürs Ohr

Apfelbaum, Acrylfarbe und Arie – das Programm am Sonnabend im Jagdhaus Kössern konnte bunter kaum sein und bediente so verschiedene Sinne wie Interessen. Neben einer Vernissage mit Werken des Israeli Nissan Engel lockte das barocke Kleinod zu einem Konzert mit Olena Tokar und Igor Gryshyn. Außerdem war die Streuobstwiese im Rahmen des Tages der offenen Gartenpforte zugänglich.

Birgitta und Rainer Hennig (l.u.r.), hier vor dem Bild „Bohemians“, gestalteten die Nissan-Ausstellung, nachdem sie das Jagdhaus bei einem Konzert von Gryshyn und Tokar (Mitte) kennen gelernt hatten.
 

Quelle: Ines Alekowa

Grimma/Kössern.  Apfelbaum, Acrylfarbe und Arie – das Programm am Sonnabend im Jagdhaus Kössern konnte bunter kaum sein und bediente so verschiedene Sinne wie Interessen. Zum Beispiel die der Gartenfreunde. Das Jagdhaus hatte sich am Tag der offenen Gartenpforte beteiligt und zum Spazieren unterm Blätterdach eingeladen. In der ehemals barocken Anlage wachsen auf 7600 Quadratmetern Apfelbäume. „Da alle Sortenschilder tragen, ist ein Besuch sehr interessant“, meinte Siri Köppchen, die im Haus für Veranstaltungen verantwortlich zeichnet und das Paket mit Bedacht geschnürt hatte. „Je abwechslungsreicher ein Tag ist, um so mehr Leute erreicht man außerhalb des Stammpublikums“, erklärte sie. „Am 30. September ist Apfeltag, dann wird geerntet, gegessen und getrunken“, sprach sie gleich eine Einladung fürs nächste Event aus.

Weniger Grün wie im Garten, dafür mehr kühle Blautöne dominieren bei der Ausstellung, die am Nachmittag mit einer Vernissage eröffnet wurde. Der Kunstsalon Leipzig stellt bis Dezember Werke von Nissan Engel aus. Der Israeli, 1931 in Haifa geboren und in Paris lebend, hat seine Werke schon in Japan, Amerika und Nordeuropa gezeigt. „Aber ins Jagdhaus passen sie besonders wunderbar“, meinte Birgitta Hennig vom Kunstsalon, „denn er malt Musik.“ Bei Engel, der Acryl, Öl, Pastell, Tusche und collagierte Elemente mischt, finden sich immer wieder Noten oder Details berühmter Musikhäuser. Zu verdanken ist die Ausstellung eher einem Zufall. „Wir waren von einem Freund zu einem Konzert von Olena Tokar und Igor Gyshyn nach Kössern eingeladen worden. Das hat uns sehr gut gefallen, beim zweiten Mal noch besser, und so haben wir Siri Köppchen gefragt, ob wir nicht eine Ausstellung gestalten können“, erzählte Rainer Hennig. Die 19 Bilder können käuflich erworben werden, der Jagdhausverein erhält vom Erlös eine Spende.

Höhepunkt und zugleich Abschluss aber war ein musikalischer. Die beiden Impulsgeber der Ausstellung, Tokar und Gryshyn, zwei aus der Ukraine gebürtige Künstler, die schon viele Jahre in Leipzig leben, hatten ihr Programm „Östliche Romanzen“ genannt. Die Sopranistin breitete vor den Zuhörern ein ganzes Spektrum an Gefühlen aus, war mal voll Wehmut wie bei Medtners „Der Sänger“, mal sehnsuchtsvoll wie bei Rachmaninoffs „Ich harre Dein“, mal schelmisch, mal leidenschaftlich – sie singt ihre Lieder nicht nur, sie lebt sie. Seit 2009 zum Ensemble der Oper Leipzig gehörend, brachte sie zudem große Oper in den Barocksaal, sang von Puccini die Arie der Liu aus „Turandot“ und die der Mimi aus „La Boheme“ – Rollen, in denen die junge Sängerin im Moment am Augustusplatz gefeiert wird. In Tokars „Atempausen“ zeigte Igor Gryshyn, dass er nicht nur ein einfühlsamer Begleiter ist. Preludes von Skrjabin, eine Prokofjew-Sonate und die Barkarolle von Tschaikowski ließen den ausgezeichneten Pianisten erkennen, der unter anderem schon in Zürich, London und Moskau konzertierte und den Jagdhausbesuchern seit Langem bekannt ist. 17 Jahre ist es her, dass Gryshyn, der an der Musikhochschule Leipzig unterrichtet, hier das erste Mal begeisterte. „Es ist eine fast gemütliche Atmosphäre, man fühlt sich wie zu Hause“, beschrieb er seine regelmäßigen Auftritte an der Mulde. Das Publikum goutierte auch den am Sonnabend mit viel Beifall, und das Vergnügen über die Zugaben war auf beiden Seiten zu spüren.

Von Ines Alekowa

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