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Musikaliensammlung der Landesschule kehrt an Ursprungsort in Grimma zurück

Barockmusik-Tage Musikaliensammlung der Landesschule kehrt an Ursprungsort in Grimma zurück

Mit dem überlieferungsgeschichtlichen Glücksfall der umfangreichen Musikaliensammlung der Grimmaer Landesmusikschule widmeten sich die Tage der Mitteldeutsche Barockmusik in Grimma. Die Besucher konnten das Zeitgemäße in den historischen Beständen der Grimmaer Sammlung entdecken.

Frauenkirche Grimma: Festkonzert mit dem Sächsischen Vocalensemble und dem Ensemble auf historischen Instrumenten.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Einzigartige Begegnungen und Klangerlebnisse mit herausragenden Künstlern an historischen Orten erlebten am Wochenende die Besucher der Tage Mitteldeutscher Barockmusik in Grimma. Der Auftakt erfolgte an keinem anderen Ort als an der ehemaligen Fürsten- und Landesschule, dem Gymnasium St. Augustin. Seit der Gründung der Landesschule 1550 ist Musik hier eine wichtige Säule der Bildung. Davon konnten sich die Besucher überzeugen. Die Gymnasiasten Florian Lange (Klasse 12), Arne Weigelt (Klasse 10) und Sarah Thiele (Klasse 9) gaben auf dem Klavier, der Gitarre und der Blockflöte einen Vorgeschmack auf das Programm, das der Veranstalter, der Verein Mitteldeutsche Barockmusik (MBM) in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, mit der Stadtverwaltung Grimma und regionalen Akteuren auf die Beine gestellt hatte.

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Musik hat in Grimma eine lange Tradition. In der 1550 gegründeten Fürsten- und Landesschule in Grimma entfaltete sich eine besondere Musikpflege. Davon zeugt eine umfangreiche Musikaliensammlung. Diesem Glücksfall widmeten sich die diesjährigen Tage der Mitteldeutschen Barockmusik unter anderem mit einer Sonderausstellung im Museum und Konzerten in der Frauenkirche. Doch auch eine Stadtführung und ein Museumsfest im Göschenhaus gehörten zum Festprogramm.

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Zu den Besuchern gehörten die Fremdiswalder Gerhard und Heidlinde Schicketanz. „Ich bin hier zur Schule gegangen und an ihrer Geschichte interessiert“, sagte Heidlinde Schicketanz. Sie besuchte weitere Veranstaltungen, die nicht von ungefähr gerade im Gedenkjahr zu 500 Jahre Reformation in Grimma stattfanden. Denn an der 1550 von Kurfürst Moritz ins Leben gerufenen Landesschule unterrichtete man nach der von Luther geprägten humanistischen Bildungsidee. Wie Stefan Menzel von der Hochschule Weimar in der Festrede versicherte, erhielt hier die Elite Unterricht.

„Musik war eine wichtige Säule. Denn laut Luther kommt das Evangelium erst durch Musik zum Klingen“, ergänzte die Geschäftsführerin des Vereins MBM, Christina Siegfried. Sie war stolz darauf, dass die Ausstellung „Wie der Hirsch schreyet nach frischem Wasser“ im Kreismuseum in Grimma zu sehen ist. Hier können sich die Besucher auf Spurensuche begeben. Das taten Christa und Rainer Richter aus Dresden. „Wir sind immer bei den MBM-Festtagen dabei. Wir wollten uns Grimma nach der Flut ansehen“, sagte die 73-Jährige Christa Richter, die die Handschriften und Drucke der Musikbibliothek der Fürsten- und Landesschule betrachtete. Diese legen Zeugnis über eine lebendige Kirchenmusikpflege Mitteldeutschlands im 17. Jahrhundert ab. Durch die MBM-Festage gelangte nach Jahrzehnten ein Teil der musikalischen Bibliothek der Grimmaer Landesschule an seinen Ursprungsort zurück.

Denn wie eine Kuratorin der Ausstellung, Elina Thier, bemerkte, geriet die Notenbibliothek im 19. Jahrhundert in den Fokus des sächsischen Kultusministeriums. 1887 kam der nicht mehr genutzte Teil der Sammlung als Leihgabe nach Dresden in die Landesbibliothek. In den 1960er Jahren wurden die restlichen Notenbestände überführt. In der Ausstellung selbst konnte sich die Besucher im Kopieren von Noten versuchen. Denn das war damals die gängige Praxis, um zu Musikstücken zu gelangen. Kantor Samuel Jacobi legte nach Aussagen von Elina Thier mit über 400 Notenabschriften den Grundstein für die Grimmaer Musikaliensammlung. Darunter befindet sich die Kantate von Johann Schelle (1648-1701) „Wie der Hirsch schreyet nach frischem Wasser“, die zum Festkonzert mit dem Sächsischen Vocalensemble unter Leitung von Matthias Jung in Frauenkirche Grimma zu hören war. Ein Ohrenschmaus war ebenso der Kantatengottesdienst unter Leitung des Grimmaer Kantors Tobias Nicolaus. Den Abschluss der Barockmusiktage bildete das Museumsfest in Göschens Garten. Hier erklangen unter anderem Lieder und Chorsätze vom Vocal Concert Dresden unter der Leitung von Peter Kopp.

„Das Fest hat gezeigt, dass die Stadt geschichtlich und musikalisch viel zu bieten hat und nicht nur im Zusammenhang mit den Hochwasserkatastrophen genannt werden sollte“, zeigte sich Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) überzeugt. Dabei ließ er nicht unerwähnt, dass im Grimmaer Schloss Albrecht der Beherzte, der Stammvater des sächsischen Königshauses, geboren wurde.

Von Cornelia Braun

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Stadtverwaltung: Markt 16/17, 04668 Grimma

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