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Musikschulen in den Kreishaushalt? Wie LSO und Bläserphilharmonie gerettet werden könnten

Kulturraum Leipziger Raum Musikschulen in den Kreishaushalt? Wie LSO und Bläserphilharmonie gerettet werden könnten

In der Debatte um die Zukunft der beiden Orchester im Landkreis Leipzig gibt es noch viel Diskussionsbedarf. Das machen auch die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen deutlich. Grundlage dafür ist ein Gutachten, das sich mit Szenarien für die Zukunft der Sächsischen Bläserphilharmonie und des Leipziger Symphonieorchesters befasst.

Leipziger Symphonieorchester.

Quelle: Andreas Döring

Landkreis Leipzig. I n der Debatte um die Zukunft der beiden Orchester im Landkreis Leipzig gibt es noch viel Diskussionsbedarf. Das machen auch die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen deutlich. Grundlage dafür ist ein Gutachten, das sich mit möglichen Szenarien für die Zukunft der Sächsischen Bläserphilharmonie und des Leipziger Symphonieorchesters (LSO) befasst (die LVZ berichtete). Denkbar ist auch, fehlende Mittel für die Orchester dadurch zu kompensieren, dass die beiden Musikschulen in Borna und Wurzen nicht mehr durch den Kulturraum Leipziger Raum finanziert werden. Deutlich wird zudem, dass der Erhalt beider Orchester nicht in allen Kreistagsfraktionen die gleiche Priorität zu haben scheint.

„Das Geld reicht insgesamt nicht“, sagt Ute Kniesche, die Vorsitzende der Fraktion der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV). Deshalb müsse „höchstwahrscheinlich“ ein Orchester geschlossen werde. Die UWV wolle jedenfalls nicht, „dass die vielen kleinen Kulturbetriebe leiden müssten“ – unter denkbaren finanziellen Verschiebungen zugunsten von LSO und Bläserphilharmonie. Und die UWV-Chefin weiter: Der Erhalt beider Klangkörper sei nur denkbar, „wenn es so bleibt wie es ist“. Beide Orchester in Zukunft durch Kulturraummittel finanzieren, mit denen bisher die Musikschulen „Ottmar Gerster“ und „Theodor Uhlig“ ausgestattet wurden? Kniesche: „Wenn das möglich sein sollte, dann stimmen wir zu.“

CDU-Fraktionschef Maik Kunze zeigt sich unzufrieden über die dargestellten Perspektiven der Orchester. Darin werde unterstellt, dass das Interesse an Musik – wie sie beide Ensembles spielen – auf dem Lande geringer sei als in der Großstadt Leipzig. Außerdem werde zwar der Anstieg der Zahl älterer Menschen auf dem Lande erwähnt, die entscheidende Schlussfolgerung, dass tendenziell eher ältere Jahrgänge zu den klassischen Konzertbesuchern gehören, spiele darin aber keine Rolle. Der Groitzscher Bürgermeister: „Wir sollten das Gutachten nicht auf die Goldwaage legen.“ Ganz abgesehen davon, dass in der Untersuchung auch die Folgen keine Rolle spielen, die das Aus fürs eins der Orchester auf die Immobilien hätten, in denen sie untergebracht sind oder auftreten.

Die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke, auch Vorsitzende der Linken-Kreistagsfraktion, erklärt, der Landkreis müsse beide Musikschulen finanzieren. Das habe zur Folge, dass der Kreis mehr Ausgaben für Kultur habe. Was wiederum die Zuweisung von mehr Mitteln aus dem Säckel des Freistaates zur Folge hat. Die richteten sich nach den Kulturausgaben im Landkreis, so Luedtke. „Ich kann mir vorstellen, dass die Musikschulen durch den Landkreis finanziert werden.“ Dazu aber müssten aus dem Landratsamt Rechenbeispiele vorgelegt werden.

Für den Markkleeberger Oberbürgermeister Karsten Schütze, im Kreistag Chef der Fraktion von SPD und Grünen, gehören die Musikschulen „nicht unbedingt in den Kulturraum“. Deshalb sei die Wiederherstellung des früheren Zustandes wünschenswert, als sie noch über den Haushalt des Landkreises finanziert wurden. Das war vor etwa zehn Jahren geändert worden, um die beiden Bildungseinrichtungen als Kostenfaktor aus dem knappen Kreishaushalt herauszubekommen. Schütze kritisiert, dass in dem Gutachten „nicht alle Szenarien bis zu Ende durchgespielt worden sind“. Konkret habe sich niemand mit den unvermeidlichen Folgen der Abwicklung auseinandergesetzt. Das LSO hat seinen Sitz im Böhlener Kulturhaus und die Bläserphilharmonie ein Gebäude in Bad Lausick. Schütze fürchtet, dass leerstehende Gebäude oder Fördermittelrückzahlungen drohen könnten. Für ihn wäre es fatal, „wenn wir ein Orchester abwickeln würden“. Kultur sei Bildung „und an Bildung spart man nicht“.

Von Nikos Natsidis

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