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Grimma Mutter aus Schönbach kämpft erfolgreich für einen Spielplatz
Region Grimma Mutter aus Schönbach kämpft erfolgreich für einen Spielplatz
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10:22 25.07.2016
Die Kinder toben gern auf dem Spielplatz, der in Eigeninitiative entstand. Zuletzt kam diese Kletterwand hinzu. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Colditz/Schönbach

Perfekt liegt der Schönbacher Spielplatz zwischen einer wenig befahrenen Straße und einem Sportplatz. Trotzdem haben ihn über Jahre hinweg die Kinder gemieden. Die Geräte, auf denen sie sich austoben konnten, waren instabil geworden; eins nach dem anderen baute die Stadt ab. Zu verdanken ist es der Initiative einer Mutter, dass heute dieses Fleckchen Erde wieder zum Herumtollen einlädt.

Ursprünglich hatte die Gemeinde Großbothen den Spielplatz ausgestattet, zu der Schönbach seinerzeit gehörte. Dann verfiel er, auch als der Ort ein Teil von Colditz wurde. Bei jedem Spaziergang durchs Dorf machten die Eltern einen Bogen um ihn. Sandra Michael, Mutter von zwei Söhnen, machte sich deshalb auf ins Bauamt mit der Bitte, das Gelände in Schuss zu bringen.

Der damalige Behördenleiter Jürgen Uhlig empfahl ihr eine Unterschriftensammlung. „Man wollte sehen, ob der Spielplatz überhaupt notwendig ist. Fast alle im Dorf haben unterschrieben“, sagt die 38-Jährige. „Bewirkt hat die Liste aber nichts in der Stadt.“

Im Ort hingegen schon, denn bereits während der Sammlung gaben Einwohner Geld, sodass eine Schaukel gekauft werden konnte. „Der ehemalige Ortschaftsrat hatte noch Mittel übrig und spendete Kleingeräte, zum Beispiel einen Frosch, eine Wackelbrücke, eine Wippe und ein Balanciergerät“, so Sandra Michael. Der letzte Ortsvorsteher, Bernd Becker, habe sich sehr für das Anliegen eingesetzt. So konnte Ende Mai vergangenen Jahres ein Kinderfest auf dem Platz gefeiert werden.

Ganz rund war die Sache für die Schönbacherin dennoch nicht. Zu Weihnachten klopfte sie wieder an die Türen der Schönbacher Häuser, fragte bei Vereinen, Jugendlichen, Feuerwehr und Unternehmen nach. Und schließlich kam der Betrag zusammen für eine Kletterwand, die nun hier in diesen Tagen aufgestellt worden ist. „Damit ist der Spielplatz im Grunde komplett“, freut sich Sandra Michael.

Entstanden ist alles in Eigeninitiative; die Stadt wurde vor allem dann wahrgenommen, wenn sie Spielgeräte aus Sicherheitsgründen abbaute. So entfernte sie erst kürzlich die Rutsche, sodass aus alten Zeiten nur noch eine Schiffsschaukel steht. Michael telefonierte umgehend mit der Stadtverwaltung. „Dort wurde mir versichert, dass wir eine neue Rutsche bekommen, sobald sie in den Haushaltsplan der Stadt passt“, berichtet sie. Nun hofft sie, dass dieses Versprechen gilt.

Katrin Juhrich kommt mit ihren vier Kindern häufig zum Spielplatz und ist begeistert, wie er sich verändert hat. Ich bin aus Tautenhain, wo es einen schönen Spielplatz gab, herhergezogen und habe gemerkt, was einem ohne einen solchen fehlt“, sagt die 41-Jährige. „Er ist schließlich nicht nur für Kinder da, sondern auch für die Erwachsenen. Hier treffen sich Mütter und Väter zum Quatschen, hier findet man Kontakt, wenn man neu im Dorf ist.“ Von daher schätze sie die Initiative von Sandra Michael.

Von Frank Pfeifer

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