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Grimma Mutzschen: Neuer Mähdrescher im Test
Region Grimma Mutzschen: Neuer Mähdrescher im Test
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05:06 30.07.2018
Sieht aus wie jeder andere Mähdrescher, ist aber ein Prototyp, der auf Muldentaler Feldern getestet wird. Quelle: Frank Schmidt
Grimma/Mutzschen

Das hat schon was, wenn auf den Feldern bei Mutzschen ein Mähdrescher in die Ernte eingreift, den es so eigentlich noch gar nicht gibt. Es handelt sich dabei um einen Prototyp, der sich noch in der Testphase befindet, bevor er für die Serienproduktion hergestellt und für die kommende Saison vom Band laufen soll.

„Die genaue Typenbezeichnung zu erwähnen, das macht an dieser Stelle keinen Sinn. Aber das gewisse Etwas an dem Mähdrescher ist die Tatsache, dass er sozusagen mit nur einer Hand gesteuert werden kann, weil computergesteuerte Technik dem Fahrer eine Menge Arbeit abnimmt“, staunt sogar Steffen Richter von der NM Nerchau-Mutzschener Agrar und Service GmbH mit Sitz in Mutzschen, auf deren Feldern der neue Mähdrescher von New Holland für zwei Tage im Test lief.

Steuern mit nur einer Hand – und Köpfchen

Mit einer Hand? Nun ja, darüber muss Jakob Heyde, der Testpilot des Herstellers, etwas schmunzeln. „Grundsätzlich stimmt das schon. Aber man braucht dafür auch Köpfchen“, sagt der 23-Jährige. Denn Computertechnik ist nur so gut, wie ihr Anwender. Obwohl rein äußerlich dem 500 000 Euro teuren Prototyp nicht sofort sein Extrastatus anzusehen ist, denn er sieht aus wie jeder andere Drescher dieses Herstellers auch, handelt es sich um eine Erntemaschine mit vollautomatischen Einstellsystemen für alle Funktionen, die beim Drusch für eine optimale Arbeitsweise relevant seien, erklärt Heyde.

Jakob Heyde ist der Testpilot für den neuen Mähdrescher: Er lässt sich mit einer Hand steuern und nimmt dem Fahrer viel Arbeit ab. Quelle: Frank Schmidt

Er, der selbst Agrartechnik studierte, stamme freilich vom Land und könne sich damit einen Kindheitstraum erfüllen. Und so hat es den Anschein, er steuert den Mähdrescher mit 170 PS, knapp zwölf Metern Arbeitsbreite und einem Bunker für zehn Tonnen Getreide wie ein ferngesteuertes Spielzeug. Aber auch das relativiert der junge Mann, denn „so ein Mähdrescher mit all seinen Bauteilen, die ineinandergreifen und funktionieren müssen, ist schon eine kleine Fabrik“.

Sensoren können viel steuern

Dank vieler Sensoren wird beispielsweise die Fahrgeschwindigkeit gesteuert, die im Schnitt bei sechs Kilometern pro Stunde liegt. Bekommt das Schneidwerk viele Halme zu greifen, reduziert sich das Tempo, steht das Korn nicht ganz so dicht, beschleunigt die Maschine – um nur einen Vorteil zu nennen. „So kann der Mähdrescher effizient an der Leistungsgrenze Arbeiten“, sagt Heyde.

Bis 25 Prozent mehr Leistung

Wenn es um die Verbrauchswerte von Treibstoff geht, zieht selbst der Experte die Augenbrauen hoch. „Das ist von ganz vielen Faktoren abhängig. Welche Frucht wird geerntet, wird das Stroh gleich gehäckselt oder in Schwade gelegt, oder wie dicht steht das Getreide. Aber als Durchschnittswert kann man 17 Liter Diesel pro Hektar angeben, oder etwa 80 Liter pro Stunde. Der Tank fasst übrigens 1000 Liter“, jongliert Heyde mit diesen Zahlen.

In der Summe, so erklärt abschließend Ralf Thamhayn als Gebietsleiter von New Holland, würde so ein Mähdrescher bis zu 25 Prozent mehr Leistung erbringen. So also sieht der Blick in die Zukunft aus, denn nach der Ernte ist vor der Ernte.

Von Frank Schmidt

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