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Grimma Mutzschen-Wermsdorf: Jubiläum wird mit Ausstellung gewürzt
Region Grimma Mutzschen-Wermsdorf: Jubiläum wird mit Ausstellung gewürzt
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00:20 16.11.2017
Wilfried Große steht dem Rassegeflügelzuchtverein Mutzschen-Wermsdorf schon 17 Jahre vor. Quelle: Foto:
Grimma/Mutzschen/Wermsdorf

Der Rassegeflügel-Zuchtverein Mutzschen-Wermsdorf und Umgebung hat Wurzeln, die weit in die Vergangenheit reichen. Eine Vereinsgründung in Mutzschen im Jahr 1877 gilt als seine Geburtsstunde, und das ist nun 140 Jahre her. Mit diesem stolzen Jubiläum vor Augen darf der derzeit 36 Mitglieder zählende Verein die diesjährige Kreisgeflügelschau für das Muldental ausrichten. Dabei können die Besucher in einer kleinen Schauecke auch in die Historie der Mutzschener Geflügelzüchter eintauchen.

Die Ausstellung geht am Sonnabend und Sonntag in der alten Wermsdorfer Reithalle über die Bühne. Dort ist genügend Platz, „und sie ist für uns kostengünstig“, erzählt Vereinschef Wilfried Große, der auch schon 71 ist und seit 1959 Tiere ausstellt. Im vorigen Jahr wurde die Muldental-Schau der Geflügelzüchter ein Opfer der Vogelgrippe. Die Tiere saßen schon transportbereit in ihren Käfigen, als das Stopp vom Veterinäramt kam. Jetzt hoffen die Hobbyzüchter auf ein gutes Gelingen in diesem Jahr.

60 Geflügelzüchter aus dem Muldental und angrenzenden Kreisen haben ihre Teilnahme zugesagt und werden 480 Tiere zeigen. Puten, Gänse, Enten und Hühner seien ebenso zu sehen wie Zwerghühner und Tauben, weiß Große. Bereits am Donnerstag lassen die Preisrichter ihre strengen Blicke über die gefiederten Tiere schweifen. In fünf Kategorien werden für das beste Geflügel die Kreismeister gesucht. An den beiden Wochenendtagen können dann die Besucher in aller Ruhe durch die Gänge streifen, Sonnabend von 9 bis 18 Uhr, Sonntag von 9 bis 15 Uhr. Die traditionelle Tombola – Lospreis 50 Cent – lockt mit 500 attraktiven Preisen und einem Spanferkel als Hauptgewinn. Auch für Speis und Trank ist gesorgt.

Nur noch zwölf Vereine im einstigen Muldentalkreis widmen sich der Geflügelzucht. Alle haben mit Überalterung zu kämpfen, denn junge Leute sind nur schwer für das aufwendige Hobby zu interessieren. Im Mutzschen-Wermsdorfer Verein sind immerhin vier Mitglieder jünger als 18. Wilfried Große ist schon von seinem Vater mit dem Züchtervirus infiziert worden – und trägt es nun weiter. Seine Familie stellt in Wermsdorf gleich 30 Tiere aus, neben seinem Sohn und dessen Frau auch Enkelin Helene, die im Dezember Fünf wird. „Bei uns kann man mit vier Jahren Mitglied werden“, erklärt der Vereinschef, der in Köllmichen zu Hause ist.

Der Verein, noch vor der Gründung des Deutschen Reiches ins Leben gerufen, hat alle Wirren der Jahrzehnte überdauert. Auch nach den beiden Weltkriegen rappelte er sich wieder auf. 1945 war es Alfons Broschke, der sich an die Spitze setzte und dem Verein wieder auf die Beine half. Seine Blütezeit erlebte er wohl zu DDR-Zeiten, als über 100 Mitglieder registriert waren. Damals hatten sich aber auch Kleingärtner und Kaninchenzüchter unter dem Dach des Vereins organisiert, weiß Große. Neben der Vereinsfahne, die zum 125. Jubiläum entstand, können die Ausstellungsbesucher in der Schauecke auch Wimpel, Pokale und alte Kataloge in Augenschein nehmen.

Der aktuelle Katalog liegt schon druckfrisch vor. Dort sind auch die Sponsoren verewigt. 34 Unternehmen und Privatleute greifen dem Verein dieses Mal bei der Ausstellung unter die Arme. Denn der Aufwand ist hoch. „Die Tiere müssen ja auch vier Tage ihr Futter haben“, nennt der 71-Jährige ein Beispiel. Bei der Organisation beginnt jetzt die heiße Phase, doch die Vorbereitungen dauern schon etwa ein halbes Jahr an. „Das Schwierigste ist immer, die Zuchtrichter zu bekommen“, erläutert Große. Zwei bis drei Monate vor der Ausstellung beginne dann eine „hektische Zeit“, wenn den Ausstellern die Meldebögen zugeschickt werden und der Rücklauf kommt.

Von Frank Prenzel

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