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Grimma Mutzschen braucht einen neuen Ortsvorsteher
Region Grimma Mutzschen braucht einen neuen Ortsvorsteher
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17:23 06.02.2017
Carsten Graf will seinen Ortsvorsteher-Posten in Mutzschen an den Nagel hängen.
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Grimma/Mutzschen

An der Spitze von Mutzschen steht ein Personalwechsel ins Haus. Ortsvorsteher Carsten Graf (parteilos) hat jedenfalls angekündigt, für das Amt nicht mehr zur Verfügung zu stehen. In Mutzschen hat er die Diskussion bereits im alten Jahr angeschoben und den anderen acht Ortschaftsräten auf den Weg gegeben, sich Gedanken zu machen. Möglich ist, dass einer von ihnen die Lücke füllt.

Mutzschen war am 1. Januar 2012 die vorerst letzte Kommune, die sich nach Grimma eingemeinden ließ. In der Eingliederungsvereinbarung wurde abweichend zur sächsischen Gemeindeordnung festgelegt, dass der bisherige Bürgermeister von Mutzschen bis zum Ablauf seiner Amtszeit als hauptamtlicher Ortsvorsteher tätig bleibt. Graf wurde 2003 erstmals zum Bürgermeister der Kleinstadt gewählt und zog 2010 erneut für sieben Jahre ins Rathaus ein. Seine Amtszeit endet nun am 1. Mai diesen Jahres. Sein Nachfolger muss den Posten ehrenamtlich ausfüllen.

Allerdings fällt dieser Job zumindest teilsweise dem Sparzwang zum Opfer. Mit dem Personalkonzept beschloss Grimmas Stadtrat im vorigen Jahr, dass für den Wirtschaftsförderer 20 Wochenstunden reichen müssen. Das ist Graf, der nach einem Vollzeitjob strebt und auch die Entscheidung falsch findet, zu wenig. So sei frühzeitig klar gewesen, dass er zum 1. Mai 2017 ausscheiden wird. Ein anderes Angebot sei für ihn von der Stadt nicht gekommen, so Graf.

Der 45-Jährige hat sich deshalb in mehrere Richtungen umgesehen. Er habe drei heiße Eisen im Feuer, sagt er gegenüber der LVZ. Wie berichtet, bewarb sich der Mutzschener auch bei der Stadt Borna, wo im Rathaus ein neuer Baubürgermeister gesucht wird. Graf hat zwei Berufe erlernt, ist Maschinen- und Anlagenmonteur sowie Staatlich geprüfter Bodenleger. Ehe er in die Politik ging, führte er mit Graf Design Boden ein eigenes Unternehmen. Bekannt wurde er auch als Radiomoderator bei Antenne Sachsen und Hitradio RTL. „Ich suche einen Job, wo ich meine Erfahrungen zu 100 Prozent einbringen kann“, verdeutlicht Graf.


Die rechtliche Lage ist so, dass der Ortsvorsteher vom Ortschaftsrat gewählt wird. Er kann, muss aber nicht aus den Reihen dieses Gremiums kommen. Der Ortsvorsteher muss nicht einmal in der früheren Kommune wohnen, „denn seine Wählbarkeit entspricht der des Bürgermeisters“, erläutert Landratsamt-Sprecherin Brigitte Laux. Nach Gemeindeordnung gebe es keine Ausschreibung, damit seien auch keine Fristen einzuhalten. Die Wahl finde aber frühestens zwei Monate und spätestens am Tag vor Ablauf der Amtszeit des jetzigen Ortsvorstehers statt.

Graf will sich zwar nicht an die ehrenamtliche Spitze von Mutzschen stellen, ist aber von der Wichtigkeit des Postens überzeugt. Die Ortschaftsräte in einer so großen Kommune wie Grimma müssten seiner Meinung nach eher gestärkt werden, „weil sie nah dran am Geschehen sind“. Das bedinge aber, dass die Verwaltung sie auch gewähren lässt.

Von Frank Prenzel

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