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Grimma Mutzschener Kirche wird Stück für Stück saniert
Region Grimma Mutzschener Kirche wird Stück für Stück saniert
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12:03 29.09.2016
Ist die gute Seele bei der Sanierung: Roswitha Birkner (52), Mitarbeiterin im evangelischen Pfarramt Mutzschen. Quelle: Foto: Andreas Döring
Grimma/Mutzschen

Das Westschiff der Stadtkirche in Mutzschen wird gegenwärtig saniert. Vor wenigen Tagen begann die Tischlerei Frank Nickel aus Grimma mit der Fensteraufbereitung. In dieser Woche war ein Angestellter dabei, die alte Farbe von den etwa 20 Fenstern zu lösen. „Das müssen wir sehr vorsichtig durchführen, damit die alten Fenster nicht weiter beschädigt werden“, sagte er. Dabei zeigte er auf einige Glasscheiben, die ausgewechselt werden müssen, da eine Windhose 2015 über Mutzschen fegte. „Wir verwenden dazu mundgeblasenes Glas“, erklärte er. Es zeichne sich durch eine spezielle Struktur und Transparenz aus. Außer den Fenstern sollen auch Außentüren und Gewände sowie der Außenputz instandgesetzt werden. Dafür stehen 89 000 Euro vom Denkmalschutz und vom Regionalkirchenamt zur Verfügung. Bei Roswitha Birkner von der Kirchgemeinde laufen alle Fäden bei der Sanierung zusammen. Sie geht davon aus, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr beendet sind. Die Kirchenangestellte hat dabei einen starken Partner an ihrer Seite, das Ingenieur- und Bauplanungsbüro Vario-Haus/Net-Bau-GmbH, das auch die Bauleitung bei der Sanierung des Pfarramtes und der Friedhofskirche inne hatte.

Seit 2009 wird die Kirche Stück für Stück saniert. Begonnen wurde mit dem Dach und Dachstuhl des Westschiffes, dem das Ostschiff folgte. So wurde der gesamte Dachstuhl der Kirchenschiffe repariert und die Fenster und Türen im Ostschiff instandgesetzt. Auch die Fassade am Ostschiff wurde in Abstimmung mit dem Denkmalschutz aufgearbeitet. Dafür standen 264 000 Euro zur Verfügung. Diese Mittel stammten aus der Leaderförderung, aus Investitionen der Landeskirche und aus Spenden der Bevölkerung. Die Sanierung des Ostschiffes begann Ende 2013 und war 2015 fertig. Anschließend wurde die Notsicherung des Chorraumes in Angriff genommen. „Die Decke war einstürzgefährdet“, sagte Roswitha Birkner. Für 21 000 Euro wurden Abbruch- und Sicherungsarbeiten durchgeführt.

„Wir freuen uns schon auf die sanierte Kirche. Wir haben gesehen, wie schmuck die Kirche sein kann, als das Ostschiff auf Vordermann gebracht wurde“, sagte sieund dankt den zahlreichen Spendern, unter anderem der hiesigen Firma Reindel, die dazu beigetragen haben, dass die notwendigen Eigenmittel für das Westschiff aufgebracht werden konnten. „Wir erhalten dieses Mal keine Leader-Förderung und sind auf Spenden angewiesen“, so Birkner. Auch die Firmen Wenzel aus Göttwitz und die Firma Schicketanz aus Fremdiswalde halfen.

Die Kirche von Mutzschen erscheint als ein steingewordenes Zeugnis der Baugeschichte von über 700 Jahren. Eine Erweiterung der Kirche ließ Heinrich von Starschedel ausführen; er gründete 1490 ein kleines Kloster in Mutzschen. Noch zu bewundern ist das Portal von 1490 am Westgiebel. Eine Zäsur brachten die Jahre 1637 und 1681, als Stadt und Kirche niederbrannten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Orgel, 1686 von Tobias G. Trost erbaut, durch ein größeres Werk der Fa. Schmeisser ersetzt. Grundlegend wurde die Kirche 1834 umgestaltet. Die Decke im Schiff konnte 2001 instand gesetzt werden.

Von Cornelia Braun

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