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Mutzschener Zuchtbetrieb muss Gänse bis Ende November unterm Dach haben

Vogelgrippe Mutzschener Zuchtbetrieb muss Gänse bis Ende November unterm Dach haben

Der Mutzscher Gänsezuchtbetrieb Eskildsen und das Landratsamt haben sich geeinigt: Trotz der Stallpflicht, die in Sachsen angesichts der Vogelgrippe angeordnet wurde, hat das Unternehmen bis 30. November Zeit, seine Mastgänse von den Freiflächen zu bekommen. Ein Teil der Tiere wird nach Neuseddin bei Potsdam zur Schlachtung gebracht.

Im Zuchtbetrieb Eskildsen dürfen ab 1. Dezember keine Gänse mehr im Freien stehen.

Quelle: Dirk Hunger

Grimma/Mutzschen. Mehrere Tage haben das Landratsamt und der Zuchtbetrieb Eskildsen in Mutzschen um einen gangbaren Weg gerungen: Am Freitag gab es die Einigung, die dem großen Gänsehalter angesichts der wegen der Vogelgrippe verordneten Stallpflicht zumindest eine Atempause einräumt. „Ab 1. Dezember dürfen wir keine Tiere mehr draußen haben“, erläuterte Geschäftsführer Lorenz Eskildsen.

Derzeit schnattern auf der Zuchtanlage noch 7000 Gänse unter freiem Himmel. Das wird schon nach dem Wochenende anders aussehen. 3000 Tiere werden nach Neuseddin bei Potsdam verfrachtet, wo sie laut Eskildsen „der Schlachtung zugeführt werden“. Das war so nicht geplant. Die anderen 4000 Mastgänse kommen nach und nach in die Ställe in Mutzschen, wo – ebenfalls durch das Schlachten von Tieren – Kapazitäten frei werden. Die Zuchtgänse werden ohnehin unterm Dach gehalten.

„Wir hatten gehofft, bis Ende Dezember einen Teil der Gänse draußen lassen zu können, daraus wird nichts“, so der Chef des Zuchtbetriebes. „Wir müssen die Flächen so schnell wie möglich räumen.“ Die Stallpflicht könne aber nicht über Nacht umgesetzt werden, „hier wird im gegenseitigen Einvernehmen und mit Augenmaß gearbeitet“, sagte Eskildsen. Bauliche Interimslösungen schließt er aus. Bei den Herbstwinden würde zum Beispiel jede Plasteplane wegfliegen.

Auflagen erfüllen, Einstallen, Wegfahren – das sei der Tenor und „das geht in Windeseile“, erklärte Eskildsen. Die Behörden seien „sehr nervös“. So muss der Betrieb auch sicherstellen, dass Wildvögel nicht an die Fressplätze und Tränken der Gänse gelangen können. Zudem sind in den Herden sogenannte Sentineltiere zu halten. Das sind Hühner, die auf das gefährliche Virus als erstes reagieren und somit als Indikator dienen. Sie werden in den Beständen besonders beobachtet.

Indes hadert Eskildsen mit den strengen Bestimmungen und der medialen Darstellung. „Wir beschäftigen uns mit einem Fall von drei toten Wildenten am Cospudener See“, relativiert der Firmenchef, der sich um das Weihnachtsgeschäft der Gänsehalter und die wirtschaftlichen Folgen sorgt. Doch es werde Panik verbreitet und das Kaufverhalten erheblich beeinflusst. Eskildsen will die Ängste und Verunsicherung zerstreuen. Der Weihnachtsbraten könne ganz normal genossen werden, „da passen die Behörden schon auf“. Der Gänse-Weihnachtsmarkt in der Indoorhalle des Zuchtbetriebes, der seit dem 1. November und noch bis zum 22. Dezember einlädt, läuft jedenfalls wie gewohnt weiter.

Von Frank Prenzel

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