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Grimma NABU kritisiert Naunhofer Bauplan
Region Grimma NABU kritisiert Naunhofer Bauplan
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05:00 26.08.2010
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. Die Ernsthaftigkeit der guten Vorsätze würden durch eine Praxis in Zweifel gezogen, die – so der NABU – belegten, dass Hochwasserschutz nur mit Abstrichen realisiert und unter anderem in ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten schon wieder gebaut werden soll. Als Beispiel werden aktuelle Planungen für ein Wohngebiet an der Parthe in Naunhof genannt.

Die Stadt will dort im nördlichen Teil der ehemaligen Baumwollspinnerei entlang der Wiesenstraße auf einer Fläche von 1,37 Hektar planungsrechtliche Voraussetzungen schaffen für die Entwicklung eines Wohngebietes. Vorgesehen ist der Bau von 14 freistehenden Einzelhäusern. Unter Punkt „6.4.4 Hochwasserschutz" ist dazu im Bebauungsplan unter anderem zu lesen: „Das Plangebiet liegt teilweise im Überschwemmungsgebiet der Parthe. Die Befreiung vom Verbot der Neuausweisung von Baugebieten im Überschwemmungsgebiet...wurde mit Schreiben vom 20.06.2006 (Landratsamt Muldental, Dezernat Umweltamt, Sachgebiet Wasserrecht) mit Nebenbestimmungen erteilt." Eine der Nebenbestimmungen weist im Übrigen darauf hin, dass bei der weiteren Planung zu beachten sei, „dass Gebäude so geplant, gebaut und genutzt werden, dass durch mögliche Hoch- und Grundwassereinwirkungen keine Gefährdung von Leib und Leben sowie Schäden an bedeutenden Sachwerten" zu befürchten sind".

Der NABU lehnt solches Vorgehen ab und hat die entsprechenden Einwände Anfang dieses Monats der Stadt mitgeteilt. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme des NABU: „Das Plangebiet liegt im bebauten Bereich. Die östlich angrenzenden Flächen sind mit über 60 Prozent hoch versiegelt. Dennoch soll in einem ausgewiesenen Überschwemmungsgebiet gebaut werden. Gemäß Paragraph 100, Absatz 2, Satz 1 des Sächsischen Wassergesetzes ist die Ausweisung von neuen Baugebieten in einem Verfahren nach dem Baugesetzbuch untersagt."

Auf Anfrage, weshalb das Landratsamt der Stadt Naunhof eine Befreiung vom Verbot der Neuausweisung von Baugebieten im Überschwemmungsgebiet der Parthe erteilt hat, erklärte Sachgebietsleiterin Petra Hahn gegenüber LVZ: „Die Stadt Naunhof stellte den entsprechenden Antrag... Die Entscheidung wurde nach Abwägen des Interesses der Stadt Naunhof an der Bereitstellung dieser Wohnlandbaufläche und dem öffentlichen Interesse, ...eine Gefährdung von Leben, Gesundheit und bedeutenden Sachwerten zu verhindern, getroffen."

Naunhofs Bürgermeister Uwe Herrmann ließ außerdem mitteilen: „Das Niveau des Geländes wurde nochmals angehoben. Es besteht daher keine Gefahr, dass es zu einer Überflutung des Geländes, selbst im Falle eines Jahrhundert-Hochwassers, kommt."

Für Joachim Schruth vom Landesverband Sachsen des NABU sind das keine stichhaltigen Argumente. Der NABU lehne die Baupläne vor allem auch deshalb ab, „weil die Kompensationsmaßnahmen einseitig auf Anpflanzungen ausgerichtet" seien. Schruth: „Das Plangebiet selbst bietet sich als Kompensationsfläche an und könnte durch Umwandlung in extensives Grünland einen wirkungsvollen Beitrag zum Klima- und Hochwasserschutz leisten."

Andreas Läbe

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