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Großbardauer Herde: 45 Rinder getötet – Galgenfrist für 33 Tiere

Verstöße gegen Tierschutz Großbardauer Herde: 45 Rinder getötet – Galgenfrist für 33 Tiere

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt der Kreisbehörde hat nach der Beschlagnahme von Schottischen Hochlandrindern in Großbardau Bilanz gezogen. So wurden 45 Tiere der Herde eingeschläfert, weil nicht zweifelsfrei die Identität festgestellt werden konnte. Für 33 Rinder ist die Zukunft noch unklar.

45 Tiere der beschlagnahmten Herde Schottischer Hochlandrinder mussten eingeschläfert werden.
 

Quelle: Frank Schmidt

Grimma/Grossbardau.  In der vergangenen Woche stand die behördliche Aktion zur Auflösung einer Rinderherde in Großbardau im Fokus der öffentlichen Diskussion. Wie berichtet, wird dem Tierhalter, Arnd Vieweg, jahrelanges mangelndes Herdenmanagement vorgeworfen. Von Amts wegen wurde die Reißleine gezogen, um weitere „tierschutzrechtliche Verstöße“ zu unterbinden. Im Ergebnis, so zog Behördensprecherin Brigitte Laux Bilanz, sind an zwei Standorten 149 Tiere vorgefunden worden. Bei 71 Rindern konnte eine zweifelsfreie Identifizierung vorgenommen, sprich nachgewiesen werden, woher sie stammen. Für 45 Rinder war das nicht möglich, sie mussten eingeschläfert werden. Die Zukunft weiterer 33 Rinder ist noch unklar, da eine Verfügung des Gerichtes vorliegt, die zum Stopp der behördlichen Maßnahme zwingt.

Schottisches Hochlandrind Grossbardau schaut in die Kamera

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Arnd Vieweg als Tierhalter beteuert seine Unschuld und bekräftigt in seinen Statements, gesetzeskonform gehandelt zu haben. Die Versäumnisse bei der Kennzeichnung mit Ohrmarken kreidet er dem Veterinäramt an. „Ich durfte nicht mit Narkosegewehr arbeiten, um die Tiere zu Betäuben und zu kennzeichnen.“ Dem widerspricht Asja Möller, Amtsleiterin im Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt (LÜVA). „Anders als immer dargestellt stand dem Tierhalter dieser Weg jahrelang offen. Viele Tierärzte im Landkreis hätten dieses probate Mitte der Betäubung vornehmen können, so wie sie es auch in anderen Tierhaltungen machen.“ Allerdings sei es richtig, dass ab März die Betäubung und Nachkennzeichnung ohne Beisein des LÜVA untersagte wurde. „Mehrere Termine zur gemeinsamen Kontrolle der Tiere sind am Unwillen des Tierhalters gescheitert“, benannte die Amtsleiterin einen Grund.

Abgesehen davon sei den LÜVA-Mitarbeitern vom Tierhalter Hausverbote ausgesprochen worden, was Regelkontrollen unmöglich machte. „Stattdessen sind unser Mitarbeiter mit Beschimpfungen, Strafanzeigen und Dienstaufsichtsbeschwerden bis auf ministeriale Ebene überzogen worden – alles ohne Erfolg“, berichtet Möller. „So absurd das klingen mag, aber diese Maßnahme dient dem Tierschutz“, sagt sie und erklärt warum. „Viele Tiere leiden unter Mineralstoffmangel, erkennbar am Haut- und Haarkleid. Einige weisen Verletzungen auf, die nie behandelt wurden. Alle Tiere haben verkotete Hinterteile, Indiz für zu flüssigen Kot als Folge eines Parasitenbefalls des Magen-Darmtraktes. Damit gefährdet der Tierhalter wissentlich die Gesundheit anderer Menschen.“ Und, so die Amtstierärztin weiter, die Weidenflächen waren „übersät mit Müllteilen, Draht, Metallteilen, Asbest und Schrott.“

Zudem, so fügt die Behördensprecherin an, „sind zwei halb verweste Kadaver und nur noch Knochen von einem dritten Tier gefunden worden, deren Verschwinden in der Herde offensichtlich nicht bemerkt wurde.“ Bei einem weiteren Rind wurde ein „gut sichtbares männerfaustgroßes offenes Geschwür“ festgestellt, das bereits mit Maden besetzt war und nicht behandelt wurde.“ Dreh- und Angelpunkt ist „jahrelange falsche oder fehlende Kennzeichnung“, betont die Amtsleiterin und belegt es mit Fakten. An beiden Standorten tragen Tiere mehrfach dieselben Ohrmarken, oder Ohrmarken von Tieren, die bereits geschlachtet wurden, und Bullen sind als Kühe gekennzeichnet.“

Von Frank Schmidt

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