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Nach Goldener Henne: Landrat gratuliert Tobias Burdukat alias Pudding

Dorf der Jugend Grimma Nach Goldener Henne: Landrat gratuliert Tobias Burdukat alias Pudding

Nach der Auszeichnung mit dem Medienpreis Goldene Henne ist das Projekt Dorf der Jugend in Grimma in aller Munde. Der Kreis bewilligte jetzt zusätzliche Gelder, um eine weitere Entwicklung des Vorhabens zu ermöglichen.

Tobias Burdukat (2.v.r) alias Pudding erhielt die Goldene Henne in der Kategorie Charity für das Projekt Dorf der Jugend. Laudator war Marius Müller-Westernhagen (2.v.l.).

Quelle: dpa

Borna. Mit Glückwünschen an Tobias Burdukat, Initiator des „Dorfes der Jugend“ in Grimma, begann die jüngste Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Landratsamt. Seit der Verleihung des Medienpreises Goldene Henne in der Kategorie Charity ist das innovative Jugend-Projekt in aller Munde. Wie berichtet, hatten die Grimmaer aus den Händen von Sänger Marius-Müller Westernhagen die Ehrung im Rahmen der großen MDR-Gala in Empfang nehmen können. Landrat Henry Graichen (CDU) nutzte die parlamentarische Bühne, um sich bei „Pudding“, wie Burdukat seit Schultagen genannt wird, zu bedanken. „Wir wünschen dir und dem Projekt weiter alles Gute.“

Nach Goldener Henne Besuch im Jugendhilfeausschuss

Dass neben Burdukat auch wieder etliche Grimmaer Jugendliche den Weg ins Sitzungszimmer in der Stauffenbergstraße gefunden hatten, lag an einer Beschlussvorlage zur weiteren Finanzierung des Vorhabens. „Das Dorf der Jugend sticht aus der Jugendhilfelandschaft des Kreises heraus“, erklärte Jugendamtsleiterin Ines Lüpfert. Vor den Mitgliedern des Ausschusses lag am Dienstag der Vorschlag, eine Finanzspritze außerhalb der Jugendhilfeplanung zu gewähren. Um die Entwicklung weiter zu fördern und den Jugendlichen eine professionelle Betreuung an die Seite zu stellen, bedürfe es einer intensiven sozialpädagogischen Begleitung, so die Jugendamtschefin.

Angebote in der Spitzenfabrik kommen an

Bislang wird das Dorf der Jugend, das sich in der 1907 erbauten Alten Spitzenfabrik am Mulde-Ufer etabliert hat, von der Diakonie Leipziger Land als Träger betrieben. Neben den Aktivitäten in der Industrieruine muss sich der Sozialarbeiter um das Kinder- und Jugendhaus Come In, die Dirtbike-Piste im Stadtwald und das Teletubbyland kümmern. Da Burdukat mit dem Dorf der Jugend voll ausgelastet ist und dieses auch immer mehr junge Leute anzieht, blieb die eigentliche Jugendarbeit in Grimma etwas auf der Strecke, so die Einschätzung der Akteure. Dem soll nun – mit Unterstützung weiterer Mittel aus dem Kreisetat – Rechnung getragen werden.

Geplant ist, ab 1. Januar 2017 eine zusätzliche Stelle für einen Sozialpädagogen zu schaffen. Der Förderverein für Jugendkultur und Zwischenmenschlichkeit mit Sitz in Grimma wird ab diesem Zeitpunkt die Trägerschaft für das Vorhaben übernehmen. Damit entstehe ein fünftes eigenständiges Projekt im Raum Grimma. Amtsleiterin Ines Lüpfert sprach von einem großen Bekanntheitsgrad. Das Dorf der Jugend strahle mittlerweile auch auf den Landkreis aus und habe nicht nur für Grimma Bedeutung. „Es ist aus der Jugendhilfelandschaft nur noch schwer wegzudenken.“

Keine Abstriche an anderen Grimmaer Projekten

Im Vorfeld des Beschlusses habe es viele Gespräche mit der Kommune, der Diakonie und auch im Sozialraum gegeben, fasste Lüpfert zusammen. Derzeit würden vier Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit in und um Grimma durch den Landkreis mitfinanziert. „Dabei haben die Sozialraumkoordinatoren eingeschätzt, dass die Schließung einer dieser Einrichtungen zugunsten des Dorfes der Jugend keine Alternative darstellt“, so Lüpfert. Jeder Anlaufpunkt würde gebraucht und spreche auch bestimmte Zielgruppen an.

Die Entwicklung des Vorhabens in der Spitzenfabrik rechtfertige es aber, bei der Fachkraftförderung noch eine Schippe drauf zu legen. Vorerst werde ein Personalkostenzuschuss für eine maximal 0,75-Stelle gezahlt. Die Regelung soll für vorerst ein Jahr von Januar bis Dezember 2017 gelten. Die Förderung erfolge mit dem Ziel, ab 2018 alternative Finanzquellen zu erschließen. Darüber hinaus sei die Stadt angehalten, zusammen mit dem Jugendamt, freien Trägern und anderen Akteuren ein Konzept zur inhaltlichen Ausrichtung der Kinder- und Jugendarbeit, aber auch der Schulsozialarbeit in Grimma auf den Weg zu bringen.

Von Simone Prenzel

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