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Grimma Nach Hochwasser wird Handel in Grimma neu sortiert
Region Grimma Nach Hochwasser wird Handel in Grimma neu sortiert
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15:15 19.05.2015

t. Dabei verändert sich ihr Gesicht fast jeden Tag. So ist der Container vor dem Apollo-Optiker verschwunden. Die fröhliche Eröffnungsfeier hat auch den letzten Innenstadtbewohner davon überzeugt, dass hier der Wiederaufbau beendet ist. Ein Bummel durch die Lange Straße offenbart, dass hier einige Geschäfte bereits wieder geöffnet sind. Dort, wo Mode-, Schmuck- und Spielzeugläden seit Jahren angesiedelt sind, öffnen die Händler die Türen zu frischsanierten Verkaufsräumen. Sogar neue Gesichter wie das von Karla Petschak sind in dieser Einkaufsstraße zu entdecken. Der Porzellanladen hat die Lage am Markt aufgegeben und ist umgesiedelt. Auch der Bücherwurm, einst in der Hohnstädter Straße erfolgreich, handelt jetzt mit Bedrucktem in der Lorenzstraße. Der helle Laden, der von zahlreichen Farbtupfern auf Buchrücken lebt und mit einem Lesesaal zum kulturellen Leben der Stadt beitragen will, bereichert jetzt den Markt. Sogar die Apotheke ist in Rekordzeit saniert worden und hat jetzt geöffnet - wenn auch mit der Wurzener Pharmazeutin Ines Wegner unter neuer Geschäftsführung.

Während in der Bäckerei und Konditorei Wolf bereits duftende Brötchen und frischer Kuchen gehandelt werden, hat sich im ehemaligen Café de Saxe - betrieben vom Oschatzer Backhaus Wentzlaff - seit dem Hochwasser nichts getan. Dieses Café ist nicht das einzige Beispiel, dass Grimmas Altstadt vor zahlreichen Veränderungen steht. So sorgen die Aida-Friseure aus der Langen Straße jetzt an anderen Standorten für einen guten Schnitt. Ein Tourismusbüro empfiehlt den Kunden, dem Alltag zu entfliehen. Wohin, bleibt unbeantwortet. "Zu vermieten" ist in diesem Schaufenster zu lesen. Die Schilder, auf denen Gewerberaum oder Ladenlokale direkt vom Eigentümer angeboten werden, sind häufiger als vor dem Hochwasser zu sehen.

Das erschwert natürlich den verbliebenen Händlern das Geschäft. Wie Maria Erdmann von Blumen-Schubert sagte, sei wenig los in der Innenstadt. "Am Wochenende ist es noch ruhiger", sagt die Verkäuferin. Weil der Umsatz ausbleibe, sei die Öffnungszeit auf 17 Uhr herabgesetzt worden. Blumen seien im Moment wohl weniger wichtig für die Menschen in Grimma, vermutet sie.

Doch nicht nur im Handel, auch bei den Bewohnern der Altstadt hat die Naturkatastrophe tiefe Spuren hinterlassen. So stehen inzwischen in Paul-Gerhardt-Straße mehrere Wohnungen leer. Gedanken auf einen Schild von Thomas G., 2002 erst 14 Jahre alt, holen das Ereignis vor elf Jahren zurück. "Wir müssen uns für ein neues oder unser altes Leben entscheiden", steht da zu lesen. Beate G. formuliert 2013, dass sie die Flut 2002 nicht aus dem Kopf und aus der Seele bekommen hat. "Und nun wieder alles auf Anfang", so ihre Worte, die hinter der Fensterscheibe kleben.

Trotzdem arbeiten die Grimmaer am Neuanfang. Die evangelische Kirche ist seit Anfang der Woche in Geschäften unterwegs, damit die Händler aufladen können. Jeden Tag finden sich Akteure in einem Geschäft ein, um bei Musik und Gesprächen die Gedanken zu bündeln.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.11.2013
Schöppenthau, Birgit

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