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Nach LVZ-Bericht: Der verlorene Sohn ist aus Venezuela zurück

Nach LVZ-Bericht: Der verlorene Sohn ist aus Venezuela zurück

Er beißt in den Apfel wie die DDR-Bürger unmittelbar nach dem Mauerfall in die Banane. Und überhaupt, für den Siebenjährigen ist in seiner neuen Heimat alles anders: die vergleichsweise frischen 30 Grad Celsius, die sauberen Straßen, das viele Spielzeug.

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Festtag gestern in Nerchau: Oma Brigitte, Opa Friedhelm und Papa Karsten haben ihren Kornelius wieder.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma/Nerchau. Bis vor wenigen Tagen war Kornelius noch im Kinderheim im bettelarmen Venezuela zu Hause. Jetzt ist er in Nerchau, wird von seinem Papa und den Großeltern mit Liebe nur so überschüttet. "Als ich meinen Jungen auf dem Frankfurter Flughafen in die Arme schließen konnte, war das der schönste Moment meines Lebens", zeigt sich Karsten Rau (43) überglücklich.

Sein Leben schien bereits endgültig verpfuscht. Wie berichtet, setzte sich der einstige Wäscherei-Inhaber nach beruflichem und persönlichem Ruin 2006 mit seiner damaligen Partnerin nach Südamerika ab. Dort erblickte Sohn Kornelius zwei Jahre später das Licht der Welt. Die Großeltern, Friedhelm (77) und Brigitte (71) aus Nerchau, reisten zu der Zeit extra nach Venezuela, um ihren Enkel zu sehen. Sie waren persönlich im Haus ihres Sohnes anwesend, als dieser von vier bewaffneten Männern in Zivil verhaftet wurde. Wegen Insolvenzverschleppung hatte Deutschland Interpol eingeschaltet. Karsten Rau verbüßte seine Strafe inzwischen.

Er ist den Eltern, mit denen er zusammen ein Grundstück bewohnt, unendlich dankbar dafür, dass sie trotz fortgeschrittenen Alters den weiten Flug nach Südamerika auf sich nahmen und unterstützt von Anwälten, Polizei sowie Behörden den kleinen Kornelius in die Heimat brachten. Ihm selbst sei es aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich gewesen, mit ans andere Ende der Welt zu reisen, so der erwerbsunfähige Vater. Für ihn habe jetzt ein neues Leben begonnen, er werde nur noch für seinen Sohn da sein, das verspreche er: "Zweimal waren wir schon zum Schnuppern im Kindergarten, sind hervorragend aufgenommen worden. Kornelius spricht ja Spanisch, deshalb erarbeiteten die Erzieherinnen und ich eine Liste mit den wichtigsten Vokabeln", sagt der auch Spanisch sprechende Karsten Rau. Er dankt Pfarrer Markus Wendland, Tobias Jahn von der Diakonie, Peter Kessenich von der Kirchgemeinde und Oberbürgermeister Matthias Berger. Alle Vier hätten ihren Möglichkeiten entsprechend geholfen. Großvater Friedhelm Rau betont, dass es bereits fünf vor zwölf war: "Unser Enkel hätte nur noch ein paar Monate in dem Kinderheim bleiben dürfen. Weil die damalige Partnerin unseres Sohnes längst auf die schiefe Bahn geraten ist, wäre Kornelius wohl auf Nimmerwiedersehen von irgendeiner fremden Familie adoptiert worden."

Karsten Rau weiß, dass er wegen all der Fehler in seinem ersten Leben nicht unumstritten ist: "Umso mehr hat es mich gefreut, dass uns die Nachbarn mit Plüschtieren, einem Malbuch und sogar Geldspenden erfreut haben. Auf einem Schild stand: Herzlich Willkommen Kornelius." Und der Junge selbst? Er beißt schon wieder in einen Apfel.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.07.2015
Von Haig Latchinian

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