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Grimma Nach dem Bad steht jetzt der Speiseraum im Kinder-Lehm-Haus auf der Agenda
Region Grimma Nach dem Bad steht jetzt der Speiseraum im Kinder-Lehm-Haus auf der Agenda
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00:18 06.07.2017
Lotti wäscht sich im neuen Bad gern die Hände. Über allem thront ein Imposantes Bild eines Korallenriffs. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Grimma/Bahnren

Prachtvolle Fische schwimmen im tiefblauen Meer zwischen grellbunten Korallen: Das riesige Leuchtbild an einer Wand im neuen Bad des Kinder-Lehm-Hauses ist ein echter Hingucker. Die Mädchen und Jungen des Kindergartens gehen noch lieber ihre Hände waschen oder ihr Geschäft verrichten, seit der Sanitärraum rundum erneuert wurde und nun richtig schick ist. Er ist die jüngste Errungenschaft des Vereins Kinder-Lehm-Haus Grimma, dem freien Träger der Kindertagesstätte am Dorfrand von Bahren.

Mit Hilfe von Sponsoren und tatkräftiger Eltern wurde das Bad saniert und damit einer Forderung des Landesjugendamtes bezüglich der Betriebserlaubnis entsprochen. Aufpoliert wurde in dem Zuge auch der Raum davor. In bewährter Form hatte Vorstandsmitglied Markus Möbius das Baugeschehen koordiniert und mit handwerklich geschickten Eltern die Arbeiten in Angriff genommen. Eine Spendenaktion des Vereins hatte Monate zuvor etwa 5000 Euro eingebracht, vor allem half eine großzügige Gabe des Lions Club Grimma in Höhe von 4000 Euro. Auch Eltern griffen in die Tasche.

Das nächste Projekt steht schon auf der Agenda. Die Steppkes sollen einen größeren und schöneren Speiseraum erhalten, gepaart mit einer kleinen Kinderküche. Dazu muss aber zunächst die Mitarbeiter-Toilette im Haus verlegt werden – und zwar so, dass für das derzeit 13-köpfige Kita-Team gleichzeitig der bitter nötige Aufenthaltraum entsteht. Bei Beratungen zum Beispiel müssen sich die Beschäftigten derzeit auf Kinderstühle hocken. Das eine bedingt also das andere, doch in diesem Jahr rechnet Vorstandsmitglied René Walther (41) wegen fehlender Finanzmittel nicht mehr mit dem Baustart. „Wir sind in der Vorbereitung und wollen es schnell realisieren“, bekräftigt aber Kita-Leiterin Simone Bode.

Im Jahr 2005 hatte der aus einer Elterninitiative hervorgegangene Verein den Nerchauer Kindergarten in Bahren übernommen. Seitdem bringt er das 1976 als Krippe gebaute Haus und den Garten Stück für Stück auf Vordermann und sichert damit die Betriebserlaubnis für die beliebte Einrichtung. Für die 2011 erfolgte Sanierung des Krippenbereiches hatte der Verein Fördermittel aus dem Kita-Invest-Programm geordert, musste für die Eigenmittel aber einen Kredit aufnehmen. Eine weitere Geldanleihe steht laut Walther erst mal nicht zur Debatte. „Mehr ist nicht möglich.“ Dabei drängen einige Arbeiten, weshalb weitere Sponsorengelder wichtig sind. Das Dach ist undicht, der graue Putz an der Fassade des Flachbaus erinnert an die DDR-Zeit. Wenn kein Geld da ist, werden wir am Dach flickschustern müssen“, sagt die 47-jährige Kita-Chefin, die das Montessori-Diplom und eine heilpraktische Zusatzausbildung in der Tasche hat. Auch der Kindergartenbereich soll mit Sponsorengeld und dem Tatendrang der Väter und Mütter nach und nach hergerichtet werden.

Für Verein, Mitarbeiter und Eltern stünde aber nicht der regelmäßige Kampf um finanzielle Unterstützung im Vordergrund, sondern die pädagogische Arbeit und das Miteinander, sagt Vorstandsmitglied Walther. „Es ist nicht die Fassade, durch die eine Bildungseinrichtung beeindruckt, sondern das Leben und Lernen in ihr.“ Man beklage nicht die schwierige Ausgangslage, sondern stelle sich als Gemeinschaft der Herausforderung mit „einem beeindruckenden Engagement aller Beteiligten“.

55 Plätze hat das Landesjugendamt dem Kinder-Lehm-Haus genehmigt, darunter 24 Krippen- und drei Integrationsplätze. „Wir haben eine Warteliste von zehn bis 15 Kindern“, verdeutlicht Bode. „2018 sind wir komplett ausgebucht.“ Aus einem Umkreis von etwa 25 Kilometern nehmen Eltern den Weg in Kauf, um ihren Sprössling in die Hände des Erzieherteams in Bahren zu geben. Sie entscheiden sich bewusst für die Montessori-Pädagogik, die hier groß geschrieben wird. „Wir schauen immer, wie wir die Kinder zur Selbstständigkeit erziehen. Dem haben wir uns mit vollem Herz verschrieben“, betont die Chefin der Naturkita. Ein Aspekt sei dabei auch gesundes Essen. „Wir machen selbst Frühstück“, einmal in der Woche wird in der Einrichtung Sauerteigbrot gebacken. Es gehe um bewusste Ernährung durch eigenes Tun, sagt die 47-Jährige, die seit dem Start 2005 die Kita leitet. Die Kinder sind auch bei Wind und Wetter draußen. Seit diesem Jahr können sie sich sogar über ein Stück Wald freuen, das ein Bahrener Bauer der Kita zur Verfügung stellte.

Von Frank Prenzel

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