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Grimma Nach tödlichem Unfall: Colditzer Bürgermeister fordert mehr Radwege
Region Grimma Nach tödlichem Unfall: Colditzer Bürgermeister fordert mehr Radwege
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17:04 15.09.2017
Quelle: Volkmar Heinz
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Colditz

Scharfe Kritik an der Radwegekonzeption des Freistaates Sachsen übt der Colditzer Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos). „Radwege sind für mich Verkehrswege und kein Spaßfaktor. Mir kommt es fast so vor, als würden Radwege bevorzugt dort geplant, wo sie in irgendeiner Weise touristisch zu vermarkten sind“, so Schmiedel. Der Stadtchef fordert die Gleichberechtigung des Radfahrers und damit einhergehend mehr Radwege, gerade entlang von Bundes-, Staats- und Kreisstraßen. Seiner Meinung nach habe das Fahrrad heutzutage einen ganz anderen Stellenwert als noch vor einigen Jahren. Stichwort E-Bike. Immer mehr Menschen würden dank technischer Innovationen mit dem Rad auch auf Arbeit fahren.

Schmiedel verwies auf den tödlichen Unfall, bei dem am Montagabend auf der B 176 bei Raschütz eine 58-jährige Radlerin von einem Opel Corsa erfasst wurde. Wie berichtet, schleuderte die Frau laut Polizei über das Auto in den Straßengraben. Dabei erlitt sie schwerste Verletzungen und verstarb noch an der Unfallstelle. „Hätte es dort einen Radweg gegeben, wäre die Frau noch am Leben – trotz Kurve, Anhöhe und tief stehender Sonne“, schimpft Bürgermeister Schmiedel. Das Unglück habe die Menschen in der ganzen Region sehr bewegt. Die Colditzer wollten nun endlich Taten sehen. Dabei reiche es nicht, Konzepte in der Schublade zu wissen, deren Umsetzung aber auf den St. Nimmerleinstag zu verschieben. „Beispiel S 44. Die ist von Leisnig bis hinunter an die Elbe top ausgebaut, inklusive Radweg. Von Leisnig in Richtung Colditz ist die Straße dagegen nur alle drei Kilometer gemacht, ein richtiger Flickenteppich, Radweg komplett Fehlanzeige.“ Es sei nahezu fahrlässig, Radfahrern zuzumuten, die Ortsverbindungsstraßen zu nutzen, so Schmiedel abschließend: „Dann kann ich sie auch gleich auf die Autobahn schicken.“

Von Haig Latchinian

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