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Naturfreundehaus Grethen startet in neue Saison

Fast ausgebucht Naturfreundehaus Grethen startet in neue Saison

Gerade noch hatten die Vögel das alleinige Sagen im Wäldchen am Grethener Herbergsweg. Nun muss genauer hinhören, wer ihr Gezwitscher vernehmen will. Fröhlich-ausgelassene Stimmen von Kindern und Jugendlichen machen den gefiederten Freunden Konkurrenz; die Saison im Naturfreundehaus hat begonnen.

Saisonauftakt im Naturfreundehaus Grethen: Der Grimmaer Pastor Rainer Pauliks (links) sang und musizierte mit den Teenies, die aus ganz Sachsen kamen.

Quelle: Thomas Kube

Parthenstein/Grethen.

In der ersten Woche der Winterferien ging es noch verhältnismäßig ruhig zu. Aus gegebenen Anlass, denn das Traditionshaus war Gastgeber der Bezirksschachmeisterschaften, zu der 50 junge Spieler nebst Trainern und Betreuern aus einem Gebiet zusammenkamen, das in etwa den ehemaligen Regierungsbezirk Leipzig umfasst.

Schon quirliger verlief die vergangene Woche, als 60 Teenager und 15 Mitarbeiter sächsischer Pfingstgemeinden das Naturfreundehaus mit Leben erfüllten. In ihrem Camp ging es darum, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. „Wir gaben ihnen Tipps, sangen zusammen, sprachen in Kleingruppen und feierten gemeinsam Gottesdienste“, berichtet Rainer Pauliks (46), Pastor der Grimmaer Elim-Gemeinde und Landesjugendleiter der Freikirche. Aktivitäten im Außengelände und ein Besuch des Bad Lausicker Freizeitbads „Riff“ rundeten das Lager ab.

„Bisher haben wir das Camp immer im Höfgener Pfadfinderheim veranstaltet. Doch dort reicht für uns der Platz nicht mehr aus“, so Pauliks. „Deshalb kamen wir erstmals nach Grethen und sind begeistert.“ Das Essen sei mega-lecker, das Haus toll ausgestattet, das Team sehr freundlich. „Gut möglich, dass wir fragen, ob wir nächstes Jahr wieder hierherkommen können“, sagt der Pastor.

Die Entscheidung wird er wohl bald fällen müssen, denn das Naturfreundehaus wird immer beliebter. Für diese Saison, die bis zu den Herbstferien reicht, ist es schon so gut wie ausgebucht, verrät Herbergsleiter Christian Wetzel (35). „Wir haben nur noch einige freie Termine, die in der Regel immer weniger nachgefragt sind, wie zum Beispiel die ersten 14 Tage nach den Sommerferien.“

In erster Linie lebt die Einrichtung davon, was in der Zeit außerhalb der Ferien geschieht. Und diese begann in dieser Woche. In der Regel sind es parallel drei Schulklassen, die nun die 83 Betten in 22 Zimmern in Beschlag nehmen und das Gelände bevölkern. Außerdem stehen im Freien Tipi-Zelte zur Verfügung.

Zumeist kommen die Klassen aus dem ehemaligen Muldentalkreis, inzwischen sind aber auch viele aus dem gesamten Landkreis und aus der Stadt Leipzig darunter. Manche bleiben drei Tage, andere die ganze Woche. Meist setzen sie sich für den Aufenthalt ein Thema. „Unter anderem geht es um Gruppenbildungsaktivitäten zur Förderung der Teamfähigkeit“, erklärt Wetzel. „An unserem Niedrigseilgarten und auf dem Geschicklichkeitsparkours müssen sie sich gegenseitig helfen. Gemeinsames Agieren ist auch nötig, wenn sie sich nach markanten Bäumen, Bahnlinien oder der Sonne mit dem Kompasse im Gelände orientieren sollen oder per GPS auf Schatzsuche gehen.“

An Wochenenden und in Ferienzeiten nutzen Musikschulen, Spielmannszüge, Chöre und Posaunenchöre der Region das Naturfreundehaus für ihre Probelager. Auch diese Termine sind begehrt, weshalb Wetzel im Grunde keine Werbung mehr zu machen braucht. Das war nicht immer so.

Gute Zeiten sah das Domizil in seinen ersten Jahren; 1925 hatten es die Leipziger Naturfreunde erbaut. 1933 enteigneten es die Nationalsozialisten und machten daraus eine Schule der Hitlerjugend. Von 1945 bis ’49 war es ein Reichsbahnsportlerheim, und danach die Erich-Weinert-Jugendherberge. 1996 erfolgte die Rückübertragung an die Leipziger Naturfreunde, einen gemeinnützigen Verein. „Für ihn war es zunächst schwer, neue Kontakte herzustellen. Doch seit zehn Jahren sind wir am Markt etabliert“, schildert Wetzel, der das Haus seit 2005 leitet und sechs Mitarbeiter an seiner Seite hat.

Zur gestiegenen Attraktivität haben bauliche Veränderungen beigetragen. 2002 entstand an Stelle des Hauptgebäudes ein moderner Ersatzneubau. 2010 machte das Herbergselternhaus Platz fürs neue Jugendgästehaus. Auf den 3,5 Hektar Außenfläche wurden vielfältige Angebote für Spiel und Spaß geschaffen, unter anderem eine 30-Meter-Tunnelrutsche, eine Seilbahn, eine Goldschürfanlage, eine Riesenmurmelbahn und ein Abenteuerspielplatz.

„Mit dem Geländeausbau sind wir vorläufig fertig“, konstatiert Christian Wetzel. „Dieses Jahr haben wir nur ein paar Renovierungen geplant, die Erhaltung der Gebäudesubstanz eben.“ Schließlich soll das Naturfreundehaus nichts an seiner Beliebtheit verlieren.

Von Frank Pfeifer

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