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Naundorfer Werksadvent besticht durch Industriecharme

Weihnachtsmarkt mal anders Naundorfer Werksadvent besticht durch Industriecharme

Wo einst Kräne gebaut und montiert wurden, geben sich derzeit etwa 30 Künstler und Handwerker als „Anbieter ihrer Kunstwerke“ ein Stelldichein. Sie nennen das Ganze „Werksadvent Faktum“. Damit ist das Alte Kranwerk in Naunhof noch bis zum kommenden Sonntag – dem 3. Advent – täglich von 13 bis 20 Uhr ein Mekka für anspruchsvolles Kunsthandwerk. Der Eintritt ist frei.

Staunen und erleben: Franziska Kranz und Frank Merker sind wie viele Besucher vom Werks-Advent im Kranwerk Naunhof beeindruckt.

Quelle: Frank Schmidt

Naunhof. Mitten in der Werkhalle steht ein selten schön anzusehender Pferdeschlitten, der gelegentlich als Bühne für musikalische Kleinkunst dient. Der jedoch nur durch sein pures Dasein ein gewisses Flair aufkommen lässt. Gleich daneben zieht ein großer Zweig die Blicke auf sich, an dem zauberhafte Engel mit ausgebreiteten Flügeln so selbstverständlich hängen, als wollten sie gerade abheben und vom Himmel hoch, da kommen wir her singen.

Dazu duftet es zwar weihnachtlich, aber doch irgendwie anders verlockend. Sicher, der Duft von Glühpunsch und hausgebackener Stolle ist nicht zu leugnen. Aber es mischen sich Gerüche von selbst gefärbten Kerzen darunter sowie von Holz und Druckfarben. Im Keller staunen kleine und große Besucher über den Drechsler an der mit Beinmuskelkraft betriebenen Wippdrechselbank. Und überall dominieren dezent leuchtende Kerzen statt bunter und flimmernder Lichterketten.

Weil damit jedoch die Werkhalle nicht so effektiv ausgeleuchtet werden kann wie einst, als die Maschinenbauer noch darin gearbeitet haben, wird der Besucher animiert, ruhig etwas näher an die Kunstwerke zu treten, um sie besonders intensiv betrachten zu können. So bekommt man etwas von verschiedenen Handarbeiten aus Ton und Stein sowie Holz und Metall vor Augen geführt. Oder man bekommt Wissenswertes über Malerei und Grafik sowie über Flechtkunst vermittelt. Und auch Kinder können sich in verschiedenen Kursen ausprobieren – unter anderem in Filzen, Weidenflechten und Scherenschnitt oder in asiatischer Papierfaltkunst und im Basteln von Bascetta-Sternen. Weil die Nachfrage danach immens sei, wird empfohlen, sich mit seinen Sprösslingen via Internet www.kranwerk.com anzumelden.

All das hat den Werks-Advent zu dem gemacht, was viele Besucher immer wieder als den „mit viel Hingabe schön arrangierten alternativen Weihnachtsmarkt“ wertschätzen. Diese Form der Anerkennung mag schmeicheln. Doch Veranstalter Heiko Guter ist nicht gänzlich bereit, diese Meinung zu teilen. „Ich sehe das ganz anders. Das Warenangebot hier ist ausschließlich regional. Und unter regional verstehe ich einen Umkreis von 100 bis 200 Kilometern. Aber unter regional verstehe ich auch, dass der Besucher hier keine globalen Angebote findet, die irgendwo auf der Welt möglicherweise für Dumpinglohne produziert und von sonst woher rangekarrt werden.

In diesem Kontext ist der Werks-Advent keine Alternative zu dem, was wir heute als normal ansehen. Im Gegenteil, normal ist das, was die Anbieter hier präsentieren, denn das beinhaltet eine gesellschaftliche Wertschöpfung. Wenn man so will, liegt genau darin das Besondere der Werks-Advent“, sagt Guter.

Von Frank Schmidt

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