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Naunhfoer Touristeninformation zieht um

Naunhfoer Touristeninformation zieht um

Naunhof. Mächtig sauer sind Schnabels vom Verein Turmuhrenmuseum Naunhof. Die Stadtverwaltung hat die Touristeninformation, die in der Einrichtung an der Ungibauerstraße angesiedelt war, in ihre eigene Zuständigkeit überführt; sie wird gegenwärtig in der Stadtbibliothek eingerichtet.

"Das alles ging innerhalb von 14 Tagen über die Bühne", schimpft Peter Schnabel.

2007 war ein Vertrag zwischen Stadt und Verein geschlossen worden, der die Etablierung einer Touristeninformation im Turmuhrenmuseum zum Inhalt hatte. Ramona Lange übernahm die Betreuung zusätzlich zur Tätigkeit als Leiterin des Museums. Die Kommune zahlte fortan 5040 Euro pro Jahr für diese Dienstleistung. Ziel war es, Auswärtigen auch an Wochenenden und Feiertagen Auskünfte im Bereich des Fremdenverkehrs erteilen zu können, wenn die Stadtinformation im Rathaus geschlossen ist.

Die Kommune beglich außerdem die Betriebskosten für das Museum. "Wegen der Haushaltskonsolidierung, an der wir uns beteiligen wollen, bekommen wir diese Mittel aber nicht mehr", erläutert Schnabel. Der Verein habe daraufhin einen Finanzplan aufgestellt, der die gesunkenen Einnahmen berücksichtigte, die nun zur Verfügung standen. "Wir suchten nach Einsparmöglichkeiten, der größte Posten waren die Lohnkosten", so Schnabel.

In der Folge sei mehrfach mit Ramona Lange gesprochen worden, was sie veranlasst habe zu kündigen. "Daraufhin kündigte uns die Stadt am 18. März die Touristeninformation und damit auch den Lohn- und Sachkostenzuschuss rückwirkend zum 1. Januar", kritisiert Schnabel und fügt an: "Dies hätte laut Vertrag nur zum Ende des nächsten Quartals, also zu Ende Juni, geschehen dürfen. Wir haben zwar Widerspruch eingelegt, doch darauf wurde überhaupt nicht eingegangen. Der Bürgermeister suchte nicht einmal das Gespräch mit uns."

Diese Vorwürfe weist das Rathaus energisch zurück. "Die Kündigung der im Turmuhrenmuseum untergebrachten Touristeninformation wurde vorgenommen, nachdem der Turmuhrenverein beschlossen hatte, seine Mitarbeiterin, Frau Lange, zu entlassen. Sie erfolgte nicht rückwirkend, sondern zum 31. März", teilte Pressesprecherin Anja Lohn mit. Die Kommune habe sich entschieden, Lange weiter für die Touristeninformation zu beschäftigen, und zwar vorübergehend in der Stadtbibliothek, bis im Bahnhof das endgültige Domizil eingerichtet werden könne.

Der Verein, so Lohn weiter, habe Anfang März um die Auszahlung der jährlichen Zuwendungen, darunter die reichlich 5000 Euro für die Touristeninformation, gebeten. Ihm sei mitgeteilt worden, dass dies momentan nicht geschehen dürfe, da es keinen bestätigten kommunalen Haushalt gebe. Im Gegenzug sei dem Verein angeboten worden, die Betriebskostenzahlung für die ersten drei Monate auszusetzen. Inzwischen habe das Rathaus einem Vorstandsmitglied des Vereins versichert, dass nach der Haushaltsgnehmigung der Zuschuss für die Touristeninformation bis zum 31. März gezahlt werde.

Auf die Frage, warum Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) nicht das Gespräch mit dem Verein gesucht habe, erwiderte Lohn, es habe mehrere Termine mit Schnabels im Rathaus gegeben. "Über die Inhalte der geführten Gespräche gibt es unterschiedliche Darstellungen, die Ursache kann nicht nachvollzogen werden. Aus diesem Grund wurden teilweise auch weitere Personen zu den Treffen hinzugezogen", erklärt die Stadtsprecherin.

Die Vereinsvorsitzende Helga Schnabel beklagt weiter, der Bürgermeister habe ihr vorgeworfen, sie habe Ramona Lange gekündigt, ohne vorher mit ihr gesprochen zu haben. Lohn hingegen: "Ob Schnabels im Vorfeld mit Frau Lange gesprochen haben, entzieht sich unserer Kenntnis."

Unterschiedliche Sichtweisen, verhärtete Fronten. Zu spüren bekommen dies vor allem Fremde, die Naunhof besuchen. Sie finden zunächst an Sonn- und Feiertagen keine geöffnete Touristeninformation, denn die neue bietet ihren Service nur zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek an. Und auch das Turmuhrenmuseum kann nur noch mittwochs bis sonntags sowie an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr Besucher empfangen. "Wir versuchen diese Zeiten jetzt über Ein-Euro-Jobber und Vereinsmitglieder abzudecken", sagt Peter Schnabel.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.04.2014
Pfeifer, Frank

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