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Grimma Naunhof: Bestnote für Altenpflegeheim
Region Grimma Naunhof: Bestnote für Altenpflegeheim
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05:00 03.01.2013
Gute Versorgung im Altenpflegeheim „Charlotte Winkler“: Pfleger Philipp Schwarz gibt Elfriede Birgkit eine Insulinspritze. Sie lebt seit drei Jahren in der Einrichtung der Diakonie und ist sehr zufrieden. „Hier geben sich alle große Mühe“, sagt sie. Quelle: Frank Pfeifer
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Naunhof

Für Heimleiter Stefan Müller ist die Bewertung Ausdruck für die Bemühungen seiner gesamten Mitarbeiterschaft. „Zusammen setzen wir das Anliegen der Diakonie um, das sich im Bibelzitat ‘Einer trage des Anderen Last’ ausdrückt", sagt er. „Wir sind stolz auf das Erreichte." 2011 habe es noch neben drei glatten Einsern eine Teilnote von 1,1 gegeben. Nunmehr also die bestmöglichen Werte für 2012.

Unangemeldet kommen die Prüfer jährlich einmal ins Haus. Gelangen Kritiken zu ihnen, schauen sie auch zwischendurch vorbei. „Bei uns gab es aber noch nicht solche Beschwerden", erklärt Stefan Müller. Die Prüfer durchforsten die Pflegedokumentation und befragen zehn Prozent der Bewohner hinter verschlossenen Türen. Sie schauen nach den Regularien und Standarts des Hauses.

Anhand der gewonnenen Daten bewerteten die Prüfer das Heim nach den vier Kriterien „Pflege und medizinische Versorgung", „Umgang mit demenzkranken Bewohnern", „Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung" sowie „Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene". Aus den jeweiligen Bestnoten errechnete sich die Gesamtsumme, ebenfalls eine 1,0.

Der Transparentbericht des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung hebt hervor, dass der Beschäftigungsbereich täglich Angebote für eine individuelle Tagesgestaltung vorhalte. „Neben den Festen im Jahreskreis sind dies: gemeinsames Kochen und Backen, Gedächtnistraining, Gymnastik, Kinovorführungen, Sitztanz, Zeitungsschau, Handarbeitszirkel, Singekreis und Ausfahrten mit dem Kleinbus" heißt es dort.

Angehörige und Betreuer seien jederzeit gern gesehen. In Gesprächen mit der Heimleitung oder dem Pflegepersonal würden sie jeweils aktuell über alle Belange der Pflege, Betreuung, Beschäftigung und andere hausspezifische Besonderheiten informiert und einbezogen. Unterstützung und hilfreiche Kritiken würden gern angenommen.

Tee, Kaffee, Milch, Kakao stünden für die Mahlzeiten zum Angebot, für den Grundbedarf gebe zu jeder Zeit Mineralwasser, Saft und Tee. Zusätzlich könnten die Bewohner in der Küche Getränke ihrer Wahl kaufen. Vollkost, Schonkost und besondere Kostformen auf Grund von Erkrankungen würden angeboten. Darüber hinaus dürften Bewohner, die Geburtstag haben, ein Wunschessen wählen.

Seit Jahren hat das Heim laut Transparentbericht ein Qualitätsmanagement-System, „das der zielgerichteten Steuerung von Qualität auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes dient." Das Haus verfüge über eine interne und eine zentrale Qualitätsbeauftragte; beide würden für eine stetige Optimierung der Arbeitsprozesse und Abläufe sorgen. Für alle Bewohner, Mitarbeiter, Angehörigen und Gäste befinde sich im Erdgeschoss ein Beschwerde-Briefkasten, in dem jegliche Kritiken anonym eingesteckt werden könnten.

Die Mitarbeiter würden regelmäßig Schulungen besuchen zu den Themen Pflegeprozess, Dokumentation, Expertenstandards, Qualitätssicherung, demenzielle Erkrankungen, Sterben und Palliativversorgung. Kurse der Ersten Hilfe, Hygiene- und Brandschutzbelehrungen seien einmal im Jahr fällig.

Heimleiter Müller ist zwar froh, den Test hervorragend bestanden zu haben. Zugleich weiß er um die Verantwortung, die solch ein Ergebnis für die Zukunft mit sich bringt. „Es ist schwierig, so einen hohen Stand zu halten", sagt er. „Er ist zwar eine Bestätigung unserer Arbeitsweise, aber wir können uns nicht zurücklehnen. Wir wissen, dass wir uns weiterentwickeln müssen. Es gilt, immer auf dem aktuellen pflegewissenschaftlichen Stand zu sein."

So hat das Heim beispielsweise kürzlich in neue Hardware für das computergestützte Pflegedokumentationssystem investiert. Ein neuer Server und moderne Rechner ermöglichen es, dass mehrere Mitarbeiter gleichzeitig an den Computern arbeiten können und nicht mehr warten müssen, bis andere fertig sind. Auf den Gängen wurden Touchscreens angebracht. „Damit muss der Mitarbeiter für die Dokumentation nicht erst ins Dienstzimmer", erläutert Müller. „So bleibt ihm mehr Zeit für die Bewohner."

Frank Pfeifer

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