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Grimma Naunhof: Blätter werden zu Bildern
Region Grimma Naunhof: Blätter werden zu Bildern
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05:00 09.03.2011
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. Vorgestellt werden geklopfte Blätter. Es sind Eichenblätter, die die Coswigerin Charlotte Schüttauf zu kleinen Kunstwerken veredelt hat.

Bekannt geworden mit ihrem außergewöhnlichem künstlerischen Hobby ist die heute 85-Jährige bislang nicht nur durch Ausstellungen unter anderem im Heimatmuseum Weinböhla oder im Museum für Sächsische Volkskunst Dresden. Für Aufsehen sorgte sie beispielsweise auch in der Fernsehsendung „Außenseiter Spitzenreiter", in der sie die Kunst des Blattklopfens vorgestellt hatte.

Blätter klopft die naturverbundene Frau auch noch heute. Die Kunst besteht darin, dass sie mit Hilfe von Scherenschnitten Motive auf Eichenblätter dauerhaft projeziert. Der Scherenschnitt ist dabei nur Hilfsmittel. Er bedeckt den Teil der Blattfläche, die unbearbeitet erhalten bleiben soll. Der Rest des getrockneten Blattes wird mit einer Rosshaaarbürste so lange bearbeitet, bis nur noch die Blattrippen das Scherenschnittmotiv umgeben.

„Was auf den ersten Blick einfach aussehen mag, ist eine ziemlich schwierige Angelegenheit", gesteht Charlotte Schüttauf und erinnert daran, dass sie in jungen Jahren viel Geduld brauchte, um erst einmal die Technik zu entdecken. Niemand konnte ihr sagen, wie so ein Bild ins Blatt kommt.

Angefangen hatte nämlich alles mit einem ziemlich alten Poesiealbum aus dem 17. Jahrhundert, das ihr in die Hände geraten war. Darin hatte sie ein Steineichenblatt gefunden, das als Motiv eine Frau mit einem Hund zeigte. Wochenlang probierte damals Charlotte Schüttauf, wie ein solches Bild in ein Blatt gestochen werden könnte. Mit Nadeln, das merkte sie bald, funktionierte es nicht. Der Zufall half ihr schließlich weiter. Als eines Tages ihre Mutter mit einer Schuhbürste auf ihre Blätter klopfte, war die Lösung gefunden.

Nach dem Bürsten-Prinzip fertigt die Coswigerin auch heute noch Blattbilder an. Allerdings würden sich dazu nur bestimmte Blätter nach deren Trocknen eignen – Blätter von der amerikanischen Roteiche oder von der Steineiche zum Beispiel.

Rund 1500 Blätter hat Charlotte Schüttauf bisher gestochen. Manche hat sie verschenkt, den größten Teil aber hat sie in Mappen oder hinter Glas aufbewahrt. Einen Teil davon wird das Turmuhrenmuseum präsentieren. Zur Ausstellungseröffnung gibt es außerdem einen Workshop. „Vielleicht ist das für manchen auch eine Anregung, ein neues Hobby zu beginnen", meint Charlotte Schüttauf. Sie selbst ist Zeit ihres Lebens davon nicht wieder losgekommen.

Andreas Läbe

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