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Naunhof: Hoffen auf entscheidendes Okay für Osttangente

Naunhof: Hoffen auf entscheidendes Okay für Osttangente

Naunhof. Optimismus im Naunhofer Rathaus. Die Zeichen stehen gut für den Bau der Osttangente, mit der nicht nur die Innenstadt vom Verkehr entlastet, sondern zugleich ein künftiges Wohngebiet erschlossen werden soll.

Wenn jetzt nichts mehr schiefgeht, kann noch dieses Jahr mit dem Bau begonnen werden.

Letzter Knackpunkt war die vorgesehene Anbindung der Osttangente an die Staatsstraße 43, den sogenannten Autobahnzubringer. Im vergangenen Jahr wurde bereits ein Radweg zwischen diesem Knoten und dem Naherholungsgebiet Moritzsee angelegt. Dieser Weg soll neben der Osttangente bis ins Naunhofer Zentrum verlängert werden. Der Autobahnzubringer erhält außerdem eine Mittelinsel, so dass Radfahrer sicher zum Waldweg auf der anderen Seite der Staatsstraße übersetzen können.

Nun, da laut Bauamtsleiter Thomas Hertel alle Behörden ihr Einverständnis mit dem Aussehen der Einmündung der Osttangente und ihrem gesamten Trassenverlauf geäußert haben, liegt die letzte Entscheidung beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). "Wir hoffen, dass es zustimmt", sagt Hertel. Und auch Karl-Heinz Schenk, Geschäftsführer der Leipziger Beton-Union GmbH (LBU), meint: "Wir sind alle guten Mutes."

Sein Unternehmen will die Osttangente zwischen Autobahnzubringer und Wurzener Straße bauen. In die jahrelangen Planungen und Umplanungen hat es schon enorme Summen gesteckt. Hinzu wird der Betrag kommen, den die Umsetzung des Vorhabens kostet. Lediglich für die Beantragung der staatlichen Beihilfen ist die Stadt zuständig. "Wenn wir die Genehmigung vom Lasuv haben und die Fördermittel bewilligt bekommen, kann dieses Jahr noch die Ausschreibung laufen und hoffentlich auch der Baubeginn erfolgen", so Hertel.

Wie Schenk betont, hat "die gute Kommunikation mit dem Naunhofer Bürgermeister Zocher" dazu geführt, das Vorhaben nun endlich bis zum heutigen Stadium voranzutreiben. Er will die Osttangente nach dem Bau der Stadt überlassen. Die Kommune käme also, von der Zuarbeit des Bauamts abgesehen, kostenlos zu einer Straße, über die der Verkehr vom Autobahnzubringer zur Wurzener Straße und von dort über die Ladestraße nach Großsteinberg rollen könnte, was das Zentrum entlasten würde.

Das sieht zwar nach einem großzügigen Geschenk aus, hat aber durchaus auch wirtschaftliche Vorteile für die LBU, die auf diese Weise ihr Projekt "Wohnen am Wasser" verwirklichen könnte. Die Osttangente wäre quasi die Erschließungsstraße. Auf einer Gesamtfläche von 23 Hektar, auf der früher Kies abgebaut und Beton produziert wurde und die der LBU gehört, sollen schmucke Ein- und Mehrfamilienhäuser aus dem Boden gestampft werden. "Das wird das größte Wohngebiet, das je in Naunhof entstanden ist", sagt Hertel.

Die Ausführungsplanung für eine rund sieben Hektar große erste Teilfläche läuft bereits, die sich direkt ans Südostufer des Grillensees anschließen soll. Ungefähr 70 Grundstücke stehen dort für den Eigenheimbau zur Verfügung (im Plan mit der Nummer 1 gekennzeichnet).

Zu dem Teilstück gehört auch eine Fläche, auf der höhere Gebäude errichtet werden dürfen (im Plan Nummer 2). Schenk: "Das Gebiet steht für eine Sondernutzung zur Verfügung, also für Gastronomie und - auch wenn das unwahrscheinlich ist - für Hotelanlagen. Dort ist es möglich, Mehrgeschosser zu bauen."

Über die Jahre hinweg will die LBU das Wohngebiet in Richtung Osttangente erweitern. Auch hier ist eine Mischung aus Mehrgeschossern (im Plan Nummer 3), die per Erdwall in Richtung Solarpark und Autobahnzubringer abgeschirmt werden, und Eigenheimen (im Plan die Nummer 4) vorgesehen. Die Straßen im Wohngebiet will die Beton-Union eigenständig anlegen, und zwar im Rahmen der Gesamterschließung mit Abwasser, Wasser und Strom.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.02.2014
Pfeifer, Frank

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