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Grimma Naunhof: Mit Vertrauen und Blauäugigkeit
Region Grimma Naunhof: Mit Vertrauen und Blauäugigkeit
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14:26 19.05.2015
Jubiläumsfeier mit Musik: Ina Heintzschel (r.) ließ vor geladenen Gästen die vergangenen zehn Jahre Revue passieren. Quelle: Roger Dietze

Und Gesprächsstoff gab es reichlich, war doch der Anlass der Zusammenkunft das zehnjährige Bestehen des Fördervereins der Ladegastorgel.

Dessen Engagement ist es zu verdanken, dass die Stadtkirchen-Orgel heute wieder in ihrer reinen Form erklingt, nachdem 1950 im Zuge der allgemeinen Hinwendung zur Musik Bachs rund 40 Prozent der ursprünglichen Pfeifen verändert beziehungsweise ausgetauscht worden waren, um der Orgel einen barocken Anstrich zu geben.

Die Fördervereins-Vorsitzende Ina Heintzschel erinnerte im Kreis der Orgel-Sympathisanten und -Förderer daran, dass die Restaurierung des Instruments kein Selbstläufer gewesen sei, dass vielmehr zwischenzeitlich sogar das Scheitern des Projektes drohte. "Nicht zuletzt dank der Unterstützung vieler namhafter Orchester und Musiker wie des Thomanerchors und des Philharmonischen Jugendchors sowie der Organisten Michael Schönheit und Matthias Eisenberg ist es uns gelungen, allein mit Spenden knapp die Hälfte der Restaurierungskosten in Höhe von rund 320 000 Euro zusammenzutragen", sagte Heintzschel. Das Gelingen des Unterfangens bezeichnete sie als "ein kleines Wunder".

Von "Wahnsinn" sprach die Vize-Vorsitzende Annette Reinhold, die bereits unter Heintzschels langjährigem Vorgänger Jürgen Hemme in dieser Funktion tätig war und von der heutigen Vorsitzenden für ihr großes Engagement gewürdigt wurde. Man habe, blickte die Geehrte auf die Anfänge des Vereins zurück, einerseits mit viel Vertrauen, andererseits aber auch mit einer gewissen Blauäugigkeit die Sache in Angriff genommen. "Ein großer Glücksfall war zweifellos die Besetzung der Naunhofer Kantorenstelle mit Marcus Friedrich, der mit seiner Zielstrebigkeit maßgeblich zum Gelingen des Projektes beigetragen hat", erklärte Reinhold, die zudem von einer, durch den Förderverein freigesetzten Kraft sprach. "Die Orgel ist von der Öffentlichkeit, über ihr Wesen eines Instruments hinausgehend, als Kulturgut wahrgenommen worden, das es zu erhalten gilt."

Auf dieses Interesse aufbauend, hat der Förderverein bereits die nächsten Pläne in der Tasche. Parallel zu der von der Kirchgemeinde ins Auge gefassten Ertüchtigung der Soundanlage in dem Naunhofer Gotteshaus soll künftig bei dessen Betreten ein fünfminütiges Orgelstück vom Band erklingen. "Damit wollen wir Appetit auf mehr, sprich den Besuch eines Konzertes machen", so Ina Heintzschel, die die Gäste des Sektempfangs nicht mit ihrer Ankündigung überraschte, dass sich die Pläne einmal mehr "nicht mit 3,50 Euro" werden umsetzen lassen. Einen Beitrag dazu leisteten die Besucherinnen und Besucher der Abendmusik, die eine Kollekte von über 600 Euro aufbrachten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.09.2014
Dietze, Roger

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