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Naunhof: Mit neuem Konzept die Stadt aufwerten

Naunhof: Mit neuem Konzept die Stadt aufwerten

Deutlich verbessert hat sich der bauliche Zustand des Naunhofer Zentrums seit 1993, als das Sanierungsgebiet Innenstadt ausgewiesen worden war. Doch das Förderprogramm läuft voraussichtlich 2016 aus.

Naunhof. Um danach weiter mit Beihilfen operieren zu können, will das Bauamt neue Wege beschreiten.

„Energetisches Quartierentwicklungskonzept" heißt der Fachbegriff, mit dem Geld für die weitere Aufwertung der Bausubstanz nach Naunhof gezogen werden soll. Sozusagen eine Art Stadtsanierung mit anderen Mitteln. Grundeigentümer könnten mit Beratungshilfe durch die Stadt Zuschüsse beantragen, um ihre Häuser energetisch auf Vordermann zu bringen, also um beispielsweise Fassaden zu dämmen und neue Fenster einzubauen. „Das ist vor allem an Hauptverkehrsstraßen wichtig, weil auf diese Weise der Lärm in den Wohnungen verringert werden kann", erläutert der stellvertretende Bauamtsleiter, Thomas Hertel. „Außerdem würden dort die Heizkosten sinken, was die Wohnungen attraktiver für Mieter macht."

Mit dem Quartierentwicklungskonzept soll vor allem dem demografischen Wandel entgegengewirkt werden. Zählte Naunhof Ende vergangenen Jahres noch 8486 Einwohner, so werden je nach Prognose 2025 nur noch 7782 bis 8028 Einwohner erwartet. Im Gegenzug dürften bis dahin weitere 241 bis 371 Wohnungen leerstehen. Das entspricht fünf bis acht Prozent des gesamten Wohnungsbestandes. In erster Linie werden nur attraktive Wohnungen im guten Sanierungszustand auf dem freien Markt eine Chance haben. Unterstützt die Stadt ihre Bürger durch das Quartierentwicklungskonzept, so die Hoffnung, kann diese Attraktivität geschaffen werden, die Menschen in Naunhof hält beziehungsweise in die Stadt ziehen lässt.

Eine Förderung über das gesamte Stadtgebiet hinweg ist jedoch nicht möglich. Land, Bund und Europäische Union fordern, Prioritäten zu setzen. Deshalb soll das Areal die Hauptverkehrsstraßen im bisherigen Sanierungsgebiet und die Nordstraße umfassen. Inwieweit es vielleicht erweitert wird, steht nicht fest. „Die Linienführung lässt sich ändern", sagt Hertel, gibt aber zu bedenken: „Wenn das Gebiet größer wird, verteuert sich auch das Konzept."

Wunsch der Stadtverwaltung ist es, auch das Areal von Gymnasium, Parthelandhalle, Waldbad und Feuerwehr mit aufzunehmen. Die neuen Fördermöglichkeiten würden es zulassen, dort eine gemeinsame Heizung und vielleicht eine Anlage zu installieren, mit der sich Strom erzeugen lässt.

Bis das alles verwirklicht werden kann, ist noch ein weiter Weg zu gehen. Wichtig war zunächst eine Grundsatzentscheidung des Stadtrats, ob er überhaupt beschritten werden soll. Alle Abgeordneten haben sich dafür ausgesprochen. Deshalb kann das Bauamt nun Angebote von Ingenieurbüros einholen, die das energetische Quartierentwicklungskonzept erstellen sollen. 40 000 bis 45 000 Euro dürfte es kosten, wovon die Stadt nur 15 Prozent bezahlen muss. Der Rest wird gefördert.

Gibt der Stadtrat dann einem Büro den Zuschlag, werden dessen Planer die Gebäudesubstanz der Innenstadt begutachten. An mancher Tür werden sie dann auch klingeln, um einen Blick hinter die Fassade zu werfen.

Frank Pfeifer

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