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Naunhof: Spender tadelt Umgang mit Geld

Naunhof: Spender tadelt Umgang mit Geld

"Da machst du dir als Bürger Gedanken um ein bürgerschaftliches Engagement und musst erleben, dass das auf kein Interesse stößt." Thomas Barth aus dem Belgershainer Ortsteil Threna drückt mit diesem Satz aus, wie sehr ihn der Umgang mit dem Geld stört, das er für die Förderung von begabten Kindern in Naunhof ausgeben wollte.

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Thomas Barth

Quelle: Frank Pfeifer

Naunhof/Threna. Der Hilfsfonds "Gutes tun", dessen Einlage er gespendet hatte, sei kaum in seinem Sinne zum Tragen gekommen. Als er deshalb in diesem Sommer aufgelöst werden sollte, hat der Stadtrat dagegen gestimmt (die LVZ berichtete). Auch das kann der promovierte Arzt nicht verstehen, der in Leipzig das Zahnärztliche Kompetenzzentrum Dentale leitet und sich nun - nach einiger Zeit der Überlegungen - zu Wort meldet.

Als er 2006 seinen 50. Geburtstag im Hotel Rosengarten feierte, sollten ihm die Gäste für sein Anliegen spenden. "Manche Kinder können gut malen, haben aber in Mathe eine Fünf. Bei ihnen kommt Frust auf", sagt er. Deshalb sei es ihm darum gegangen, sie unabhängig vom Geldbeutel der Eltern zu fördern. Jene Eltern, die es sich leisten konnten, sollten angeregt werden, den Fonds wieder aufzufüllen.

Der damalige Bürgermeister Uwe Herrmann habe ihn in dieser Hinsicht motiviert. "Ich vertraute ihm und kümmerte mich nicht um das Bürokratische. Heute denke ich, er hat das gemacht, weil er Geld fließen sah", sagt Barth. Es sei ein Fonds mit den von ihm eingezahlten 12 376 Euro gegründet und in den städtischen Haushalt eingestellt worden. "Dabei wurde ein sozialer Zweck mit untergebuttert, weil es populär ist, Reiche nicht zu fördern", erklärt Barth. Ein Ausschuss wurde gegründet, der über die Ausgaben entscheiden sollte, wobei dem Zahnarzt ein Vetorecht zustand.

Von diesem hat er über all die Zeit starken Gebrauch gemacht. "Meinem Wunsch entsprechend, konnten nur wenige Kinder gefördert werden. Die Masse der Anträge befasste sich mit sozialen Schieflagen. Einmal ging es um einen Sack Kohlen, dann um eine kaputte Waschmaschine. Das habe ich abgelehnt", sagt der 57-Jährige. "Und Bürgermeister Herrmann hat nichts von Seiten der Stadt getan, um den ursprünglichen Zweck zu unterstützen." Auch von den Schulen seien keine Anregungen gekommen, wer gefördert werden solle.

Barth wollte einen sauberen Schnitt und sprach den heutigen Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) an. "Meine Idee war, das Geld dorthin zu geben, wo gute Talente existieren. Die Hälfte sollte die Stadt Naunhof verteilen, der Rest sollte an die Musikschule Leipzig gehen, weil dort 20 Schüler aus unserer Gegend unterrichtet werden." Dann habe er Zochers Vorschlag einer anderen Teilung zugestimmt. So lag den Stadträten im Juni ein Beschluss vor, wonach die Naunhofer Grund- und Oberschule, die Diakonie und die Leipziger Musikschule jeweils ein Viertel bekommen sollten.

Die Zustimmung im Parlament, das damals noch in der alten Besetzung tagte, fand das nicht. "Ich bin von Uwe Herrmann enttäuscht, dass er seine alten Jünger veranlasst hat, den Beschluss zu kippen", sagt Barth. "Solange das so ist, bleibt das Geld liegen, denn ich stimme keiner Ausgabe zu, die meinem Anliegen widerspricht." Reichlich 12 000 Euro befinden sich noch im Fonds.

Uwe Herrmann, mit den gegenüber ihn erhobenen Vorwürfen konfrontiert, äußerte sich nur kurz: "Mir ist kein Dissens mit Herrn Barth bekannt. Es gab eine Richtlinie zur Verwendung der Gelder, die mit ihm einvernehmlich abgestimmt war."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.08.2014
Pfeifer, Frank

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