Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Naunhof: Sprüche zur Zeit und zum Grübeln
Region Grimma Naunhof: Sprüche zur Zeit und zum Grübeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 12.02.2010
Anzeige
Naunhof

Seit zehn Jahren sammelt die Psychologin Zeitsprüche.

In Naunhof ist sie dafür auch bekannt geworden. Mindestens einmal im Jahr lädt das Turmuhrenmuseum zur „Feuerzangenbowle mit Zeitsprüchen“ ein. Gisela Lüttke-Buddrus und ihr Mann Dietrich Lüttke geben alljährlich bei der Gelegenheit gesammelte Weisheiten zum Thema Zeit zum Besten.

Angeregt zu der Reise in die Gedankenwelt zur Zeit hatte Gisela Lüttke-Buddrus das Turmuhrenmuseum, in dessen Verein sie und ihr Mann seit 1995 Mitglied sind. Die Pendel und Zahnräder, deren Bewegung sich im Museum mit dem magischem Ticken zum Ton der Zeit verbinden, weckten die Neugier nach dem, was seit Jahrhunderten mit Zeiger und Ziffer auf rundem Blatt gemessen wird. Mittlerweile ist aus der anfänglichen Sprichwortsammlung zum Thema Zeit ein rund 800 Sprüche umfassender Gedankenschatz geworden, den Gisela Lüttke-Buddrus in ihrem PC, geordnet nach ganz bestimmten Gesichtspunkten, bewahrt. Es ist ein Kompendium, das kluge Worte und Sätze, auch Gedichte von bekannten oder weniger bekannten Leuten aus Vergangenheit und Gegenwart zum Thema Zeit bündelt. Wer sich dem Vergnügen hingibt, darin das Geheimnis der Zeit zu entdecken, kommt allenfalls noch mehr ins Grübeln. Das Elementare, scheinbar Alltägliche, die unaufhaltsame Veränderung, die der Mensch mit Zahlenangaben und Begriffen wie Anfang und Ende versieht, werden beim Lesen der Sprüche auch schnell zum Unbegreifbaren. „Zeit kann man nicht sehen, riechen, hören oder greifen, auch schwer begreifen“ unterstreicht Gisela Lüttke-Buddrus. Natürlich fehlt bei dem Thema in ihrer Sprüche-Sammlung nicht Einstein. „Zeit ist relativ“ hat der gesagt. Ein anderer Satz von ihm lautet: „Zeit ist nichts anderes als die Stellung der Zeiger.“

Für Lüttke-Buddrus ist die Zeit Ordnungsprinzip und sprachlicher Begriff. „Ich lebe Zeit“, sagt Gisela Lüttke-Buddrus und das vor allem sei wichtig. Und: sich nicht unter Druck setzen lassen vom Ordnungsprinzip. Das würde heutzutage leider allzuoft geschehen. Auch deshalb habe sie nicht vor, ihre gesammelten Sprüche in Buchform zu veröffentlichen. „Das ist mir zwar schon oft empfohlen worden, aber mit einem solchen Projekt würde ich mich schon wieder zeitlichem Druck unterwerfen. Das will ich nicht“, sagt die 66-Jährige. Dagegen freut sie sich, dass das Interesse für die traditionsreiche Veranstaltungsreihe „Feuerzangenbowle mit Zeitsprüchen“ im Turmuhrenmuseum von Jahr zu Jahr wachsendes Interesse gefunden hat. „Bei unserer ersten Veranstaltung hatten wir vor einigen Jahren neun Zuhörer. In diesem Jahr waren es 50. Wir mussten aus Platzgründen sogar zwei Veranstaltungen auf zwei Tage legen.“ Die Zeit macht’s eben möglich. Oder wie? Oder was?

Andreas Läbe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Es war einmal...Wicked“ – Unter diesem Titel soll Ende des Monats in der Aula des Gymnasiums St. Augustin in Grimma ein Musical Premiere feiern. Als Darsteller werden Gymnasiasten auf der Bühne stehen, die sich jüngst als die „Augustin Entertainment Company“ (AEC) formiert haben.

12.02.2010

Hohburg/Plaußig. Seit dem Wochenende und noch bis zum 21. März erwartet die Besucher der Plaußiger Naturschutzstation (nahe Taucha) eine ganz besondere Schau: Matthias Müller, Leiter des Hohburger Steinarbeiterhauses, zeigt Aktfotos, die er im Steinbruch aufgenommen hat.

11.02.2010

Mit 29 Veranstaltungen von Konzerten über Ausstellungen bis hin zur Schlossweihnacht hat die Gesellschaft Schloss Colditz (GSC) für 2010 wieder ein gleichermaßen umfang- wie abwechslungsreiches Kulturprogramm zusammengestellt.

11.02.2010
Anzeige