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Grimma Naunhof: Stadtrat lehnt Umbaupläne von Pösna Park ab
Region Grimma Naunhof: Stadtrat lehnt Umbaupläne von Pösna Park ab
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05:00 22.12.2012
In die Jahre gekommen: Der Pösna Park wird im Vergleich zu anderen Einkaufszentren in der Umgebung Leipzigs relativ wenig frequentiert. Nun will der neue Eigentümer einen Umbau, damit der Standort für Kunden attraktiver wird. Nauhhof lehnt das ab. Quelle: André Kempner
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Naunhof

Im Zentrum der Kritik: Amtsverweser Karsten Rottstädt (FDP). „Warum haben sie ihre Meinung über Nacht geändert", wollte ein Einwohner in der Bürgerfragestunde wissen. „Eine Antwort gebe ich ihnen, wenn der Tagesordnungspunkt an der Reihe ist", erwiderte Rottstädt, was für ein deutlich vernehmbares Murren in den Besucherreihen sorgte.

Ein wenig Geduld war also gefragt. Als der Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde, fuhr Gabriele Wegel (CDU) den Amtsverweser an. „Sie spucken in die Hände, in die wir später einmal, wenn wir über eine Gebietsreform sprechen, greifen wollen", sagte sie in Bezug auf ein Schreiben von Rottstädt an die Gemeinde Großpösna. In diesem Brief hatte der Amtsverweser für den Fall, dass die erste Stellungnahme der Stadt bei den Nachbarn als Signal der Zustimmung für den Umbau des Pösna Parks gewertet würde, diese Stellungnahme zurückgezogen.

Was Rottstädt zur Stadtratssitzung allerdings verschwieg, war die Pressemitteilung, die sein Büro am 5. Dezember verlassen hatte und die der LVZ vorliegt. Daraus geht eindeutig hervor, dass, wie berichtet, Naunhof dem Umbau des Pösna Parks zustimmt, wenn die Bedenken zur Etablierung eines neuen Lebensmittelmarktes in dem Einkaufszentrum berücksichtigt würden.

In Unkenntnis dieser offiziellen Pressemitteilung gaben sich die Abgeordneten hauptsächlich Mutmaßungen hin. „Für mich ist unverständlich, dass etwas von einer Zustimmung der Stadt Naunhof in der Presse stand", erklärte Frank Möckel (UWV). Diese habe es nie gegeben. Frank Schneider (UWV) meinte: „Diejenigen, die solches Gift in die Gegend streuen, sollten sich an ihre Nase fassen." Anstatt über den richtigen Sachverhalt aufzuklären, betonte Amtsverweser Rottstädt: „Ich habe meine Meinung nicht über Nacht geändert."

Kritik übte Wegel am Wortlaut von Rottstädts Schreiben an Großpösna. „Man kann nicht so mit der Axt durch den Wald ziehen", erklärte sie. Fuchshains Ortsvorsteherin Erika Proschwitz (FWV) pflichtete ihr bei: „Gemeinden kommunizieren nicht in diesem Ton miteinander." Schneider hingegen meinte, das Schreiben sei „richtig und glasklar formuliert" gewesen. Katrin Mackenzie (UWV) erklärte: „Der Brief ist eindeutig geschrieben, aber nicht unhöflich."

Zur Sache selbst waren sich die Abgeordneten eher einig. Zwar sah Harry Eichhorn (Die Linke) durch einen Umbau des Pösna Parks „keine wesentlichen Auswirkungen auf Naunhof", da die Einwohner der Stadt „so oder so dort weiterhin einkaufen werden". Fast alle Abgeordneten waren sich aber mit Rottstädt dahingehend einig, sich zunächst für die Entwicklung der eigenen Stadt einzusetzen. Uwe Kulisch (UWV) mit Blick auf frühere Stadtratsentscheidungen: „Wir wollen, dass gegenüber von Rewe Geschäfte entstehen." Eine Ansiedlung bestimmter Produktgruppen im Pösna Park könne diese Entwicklung gefährden.

Frank Pfeifer

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