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Grimma Naunhof: Tickets werden gereicht
Region Grimma Naunhof: Tickets werden gereicht
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05:00 25.08.2012
Menschen ersetzen den Parkautomaten: Tobias Greinert und Stephanie Graumnitz gehören zu jenen Mitarbeitern der Stadt, die jetzt am Naunhofer Autobahnsee die Tickets in die Autos reichen. Quelle: Klaus Peschel
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Naunhof

Bis 2009 gab es das schon einmal so ähnlich an dem Gewässer, das vielen besser als Autobahnsee bekannt ist. Bedienstete der Stadt standen an der Schranke, zogen Tickets aus den Automaten und reichten sie gegen Bares in die Autos. Damit waren die Automaten zu unterhalten und gleichzeitig die Angestellten zu entlohnen.

So kam es, dass im Zuge des Ausbaus der Autobahn-Anschlussstelle Naunhof und der damit verbundenen Umgestaltung der Zufahrt zum Parkplatz der Verkäufer als Zwischenglied wegfiel. Die Badelustigen sollten nunmehr am Automaten halten, sich für fünf Euro pro Wagen einen Parkschein ziehen und erst danach weiterfahren. Taten sie aber nicht; zumindest nicht alle. Etliche Fahrer hielten nichts vom kostenpflichtigen Parken und passierten den Automaten, ohne zu zahlen. Die Einnahmen der Kommune durch den Ticketverkauf gingen von 140 000 Euro im Jahr 2008 auf schlappe 60 000 im Vorjahr zurück.

Weil sich viele Kraftfahrer durchmogelten, musste die Stadtverwaltung häufiger die Parkplätze kontrollieren, um Autos ohne Ticket aufzuspüren. Und mit dem Entdecken der Parksünder war es nicht getan. In der Folge mussten die Fahrzeughalter ermittelt, Bußgeldbescheide verschickt und deren Eingang kontrolliert werden. Eventuell waren sogar noch Mahnbescheide zu bearbeiten. Das alles bedeutete einen höheren Verwaltungsaufwand, der die Ausgaben der Stadt für den Parkplatz steigen ließ.

Und noch ein Posten schlug zu Buche: die Beschädigungen. Der Automat wurde demoliert, mitunter in der Dunkelheit sogar aufgebrochen mit dem Ziel, ans Geld zu gelangen. In einer Nacht hatten Diebe sogar die Aluminium-Balken der zum Automaten gehörenden Schrankenanlage abgesägt. Die Sachbeschädigungen gingen mächtig ins Geld.

Am Ende stand nahezu ein Null-Summen-Spiel. Ordnungsamtsleiter Daniel Brcak kennt zwar die Meinung in der Bevölkerung, Naunhof würde mit dem Parkplatz gut verdienen. Doch er winkt ab: „Das ist keine Gelddruck-Maschine." Es würde im Grunde kaum mehr eingenommen als das, was ausgegeben werde.

Also sah sich Amtsverweser Jörg-Dietmar Funke zum Handeln gezwungen. Die Stadt schrieb öffentlich Stellen auf der Basis geringfügiger Beschäftigung aus. Und nunmehr kassieren Teilzeitkräfte, die maximal 400 Euro im Monat verdienen, die Autofahrer ab. Bis zum September sollen sie eingesetzt werden, wenn es die Wetterlage gerechtfertigt.

Frank Pfeifer

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