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Naunhof: Verkaufsangebot mit Weitsicht

Naunhof: Verkaufsangebot mit Weitsicht

Das leerstehende Bürogebäude des früheren Betriebes Sachsenpelz will die Kommune verkaufen. Ein Investor zeigt Interesse. Deshalb beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend die Ausschreibung zu einem Mindestgebot von 40 000 Euro.

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Steht zum Verkauf: Dieses Gebäude kann für 40 000 Euro erworben werden. Früher befanden sich darin die Büros von Sachsenpelz.

Quelle: Andreas Röse

Naunhof. Vorausgegangen war eine Diskussion, in deren Folge der Beschlussvorschlag der Verwaltung in einem wesentlichen Punkt abgeändert wurde.

An einer Seite des Gebäudes verläuft eine öffentliche Straße, die in einen Fußweg mündet, der zu einer Parthebrücke führt. Das Rathaus wollte dem Käufer freistellen, auch diese Verkehrsader mit zu erwerben und dafür eine neue Straße auf dem benachbarten leeren Grundstück anzulegen, das auch zu Sachsenpelz gehörte und jetzt in städtischer Hand liegt. Auf diese Weise, so Bauamtsleiter Thomas Hertel, könnte der neue Eigentümer genügend Parkplätze für seine Mieter schaffen. "Eigentlich reicht der Platz direkt am Haus aus, um für jede Wohnung, die dort entstehen könnte, einen Stellplatz zu garantieren, wie es das Gesetz vorschreibt", erläuterte er. "Aber heutzutage müssen wir für jede Wohnung mit zwei Autos rechnen. Und wenn wir dem Käufer nur die Stellplätze unmittelbar am Gebäude anbieten, haben wir wieder - wie im Eichaer Gebiet Zur Plagbreite, wo es zu eng zugeht - das Problem, dass Wagen im öffentlichen Raum geparkt werden."

Uwe Kulisch von der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) gab jedoch zu bedenken: "So behindern wir eventuell die Entwicklung des gesamten Sachsenpelz-Geländes." Wenn es einmal zu einer Wohnbebauung auf dem freien Nachbargrundstück kommen sollte und jetzt schon ein Stück dieser Fläche abgeschnitten würde, sei es vielleicht dort nicht mehr möglich, Parkplätze in ausreichender Anzahl zu schaffen. "Wir würden das Problem nur in die Zukunft verschieben", mahnte Kulisch. Das könne er nicht mittragen.

Rückendeckung bekam er von Ute Punar (CDU). Ihrer Meinung nach sollten die Straße und der daran anschließende Weg nicht verkauft werden, sondern öffentlich gewidmet bleiben, da es sich um einen wichtigen Schulweg handle. Joachim Burchert (FDP) forderte zunächst ein Gesamtkonzept für das ganze Sachsenpelz-Areal.

Dieses wurde vom Stadtrat schon beschlossen, konterte Hertel. Und Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) gab zu bedenken, dass es sich beim übrigen Sachsenpelz-Areal um eines der am stärksten mit Altlasten kontaminierten des Landkreises handle. Nachdem es die Stadt vor einigen Jahren für 30 000 Euro erworben habe, müsste sie jetzt bis zu 20 000 Euro in Untersuchungen und bis zu 500 000 Euro in die Entsorgung stecken. "In den nächsten Jahren kann dort niemand bauen", versicherte Zocher.

"Und wenn erst in zehn Jahren gebaut wird, behindern wir uns eben dann", entgegnete Kulisch und erhielt dafür die Zustimmung vom ganzen Rat. So darf der potenzielle Neueigentümer des Bürogebäudes, so er dann noch kaufen will, die Straße und den Weg nicht nach nebenan verlegen, sondern muss mit den vorhandenen Stellflächen am Haus auskommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.06.2014
Pfeifer, Frank

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