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Naunhof baut neue Kindertagesstätte

Bagger rollen Naunhof baut neue Kindertagesstätte

Wo heute Bagger lärmen, sollen in einem Jahr Kinder ausgelassen toben. Am Ende der Melanchthonsstraße, zurzeit noch Sackgasse, wurde begonnen, eine neue Kita aus dem Boden zu stampfen. Wer sie einmal betreiben wird, das will der Stadtrat demnächst entscheiden. Mehrere Bewerber stehen auf der Matte.

So soll die neue Kindertagesstätte an der Melanchthonstraße einmal aussehen.

Quelle: Strauß Architekten

Naunhof. Wo heute Bagger lärmen, sollen in einem Jahr Kinder ausgelassen toben. Am Ende der Naunhofer Melanchthonstraße, zurzeit noch Sackgasse, wurde begonnen, eine neue Kindertagesstätte aus dem Boden zu stampfen. Wer sie einmal betreiben wird, das will der Stadtrat demnächst entscheiden. Mehrere Bewerber stehen auf der Matte.

Noch lässt sich nicht erkennen, wie das Haus aussehen soll. Aber Bauamtsleiter Thomas Hertel macht Druck: „Mit den Ausschreibungen sind wir weit vorangeschritten.“ Arbeiten seien bereits vergeben worden, die erst nächstes Jahr anstehen. Diese Woche werde entschieden, welche Firmen die Aufträge für die Elektroinstallation, den Heizungs- und Sanitärbau, die Fassadengestaltung und die Herstellung des Flachdachs erhalten.

Den Rohbau will Hertel noch bis Jahresende geschafft haben. „Das hängt freilich vom Wintereinbruch ab“, schränkt er ein. Bislang lägen die Arbeiten aber im Zeitplan. Die Firma Gallasch aus Lossatal stelle derzeit den Unterbau aus Schotter her und verlege die Grundleitungen für Regen- und Schmutzwasser. Danach werde die Grundplatte gegossen.

Im August kommenden Jahres soll die Kindertagesstätte in Betrieb gehen, vorausgesetzt die Witterung macht keinen Strich durch die Rechnung. 72 Mädchen und Jungen sollen in dem Neubau betreut werden, 30 davon in der Krippe und 42 im Kindergarten. Nötig wurde das Vorhaben, weil alle anderen Betreuungseinrichtungen in der Stadt ausgelastet sind und die Zahl der Kinder allgemein wie auch durch das neue Wohngebiet Grünstadt, das an die Melanchthonstraße angrenzen soll, zunehmen wird.

Bislang gibt es acht Kindereinrichtungen in Naunhof und den Ortsteilen, drei davon in der Hand freier Träger, die anderen städtisch geführt. Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) und die Linke plädierten dafür, auch das neue Haus von der Kommune betreiben zu lassen. Doch die Parlamentsmehrheit setzte eine Ausschreibung durch, auf die sich freie Träger meldeten.

Interesse bekundeten die Volkssolidarität und das Europäische Bildungswerk, die bislang in der Stadt noch keine Kinder betreuen. Außerdem die Kindervereinigung Leipzig, die das Naunhofer Kinder- und Jugendhaus Oase betreibt. Und nicht zuletzt der Verein Kinderland, Träger der unweit der Melanchthonsstraße gelegenen Kita Seepferdchen.

Wie aber nun zwischen ihnen auswählen? Die Stadtverwaltung kann nicht sagen, welcher der Träger der günstigste ist, weil diese ihre Wirtschaftlichkeit auf unterschiedliche Weise darstellen. Deshalb sollen nun alle vier Bewerber in eine Sondersitzung des Stadtrats eingeladen werden, in der sich jeder von ihnen 30 Minuten lang vorstellen kann.

Doch nicht nur sie werden zu Wort kommen. Jörg-Dietmar Funke (Unabhängige Wählervereinigung) schlug vor, dass auch die Stadt die Chance nutzt und sich selbst mit einem Konzept in das Auswahlverfahren einbringt. Eine Idee, die der Stadtrat einstimmig befürwortete.

Wie auch immer, zunächst errichtet die Kommune die Kita, die das Grundstück für 99 Jahre von der Leipziger Beton-Union erbgepachtet hat. Reichlich 1,9 Millionen Euro soll der Bau kosten. Über das Investkraftpaket „Brücken in die Zukunft“ schießt das Land 515  872 Euro zu. Den Rest müsste die Stadt schultern, wenn nicht doch noch der Freistaat die beantragte Fachförderung in Höhe von 1,28 Millionen Euro über das Kitabau-Programm bewilligt, auf die Naunhof hofft.

Von Frank Pfeifer

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