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Grimma Naunhof hält die Kartoffel hoch: Dreitägiges Fest bietet buntes Programm
Region Grimma Naunhof hält die Kartoffel hoch: Dreitägiges Fest bietet buntes Programm
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00:19 07.09.2017
Der Adler im Gänsestall: Der Auftritt der Naunhofer Schulhort-Kinder war einer von vielen samstäglichen Programmpunkten im Festzelt. Quelle: Roger Dietze
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Naunhof

Was hat Naunhof mit Friedrich II., genannt „der Große“, gemein? Natürlich die Kartoffel! Der ebenso bewunderte wie umstrittene Preußen-Monarch verhalf dem schmack- wie nahrhaften Gemüse bekanntlich in Europa zum Durchbruch. Der Naunhofer Pfarrer Christoph Gottfried Ungibauer griff seinerseits die fürstliche Ernährungs-Initiative zeitnah auf und pflanzte nachweislich im Jahre 1740 erstmals Kartoffeln in der Umgebung von Leipzig an. Womit er die bedeutsame Nutzpflanze auch nach Naunhof brachte und ganz nebenbei den Grundstein für das Kartoffelfest und damit einem der größten Stadtfeste im Muldental legte. Vor reichlich zweieinhalb Jahrzehnten nahm es mit einem Kartoffelkuchen-Essen im Kirchgarten seinen Anfang und erlebte am Wochenende seine 27. Auflage.

Trotz der Tatsache, dass der Schwerpunkt der Festivität mittlerweile auf Unterhaltung, Kultur und der Zurschaustellung von Vereinsaktivitäten liegt, spielt die Kartoffel nach wie vor eine zentrale Rolle. So etwa bei der Ermittlung des „Kartoffelkönigs“, zu dem alljährlich jener Hobbygärtner gekrönt wird, der mit der schwersten selbst gezogenen Knolle aufwarten kann. Der bisherige Rekord mit 1840 Gramm stammt aus dem Jahr 2007. Zu einem festen Programmpunkt entwickelt hat sich ferner die Ermittlung des stärksten Naunhofers. So hoch ist mittlerweile der am Sonnabend zu fortgeschrittener Stunde im Festzelt veranstaltete Gaudi in der Beliebtheitsskala gestiegen, dass sich in diesem Jahr erstmals auch Damen in einer separaten Wertung an das Hochwuchten von zehn Kilogramm schweren Kartoffelsäcken wagten. Mehr Gefühl und Fingerfertigkeit denn Muskelkraft ist demgegenüber bei einem Klassiker des Naunhofer Kartoffelfestes gefragt: Dem Wettbewerb um die längste Kartoffelschale, in dessen Rahmen es bei vorangegangenen Kartoffelfesten geschickte Schälerinnen auf Werte bis an die 120 Zentimeter gebracht haben.

Demgegenüber vermisst haben dürfte in diesem Jahr so manch eingefleischter Kartoffelfest-Fan respektive Liebhaber kulinarischer Köstlichkeiten rund um den Erdapfel einen Klassiker der parthestädtischen Traditions-Festivität. Nämlich den Wettbewerb um das leckerste Kartoffelgericht. „Da in den vergangenen Jahren das Interesse von Seiten der Köchinnen kontinuierlich zurückgegangen ist und beim vorjährigen Fest lediglich noch drei Gerichte abgegeben wurden, haben wir uns zur Absetzung dieses traditionellen Programmpunktes entschlossen“, berichtet die Kulturwerkstatt-Leiterin Anja Gaitzsch. „Für das nächste Jahr wollen wir uns in diesem Bereich jedoch etwas Neues ausdenken.“

Für jede Menge Abwechslung gesorgt war gleichwohl auch bei der 27. Auflage des Kartoffelfestes. Neben den sich um das namensgebende Gemüse drehenden Programmpunkten kamen die Besucher unter anderem auf der traditionellen Händler-, Trödel- und Schlemmermeile, bei einem bunten Programm der Schulhort-Kinder, einer Märchenaufführung der Naunhofer Theatergruppe, einem Lampionumzug mit den Groitzscher Spielleuten, einem Auftritt der Band „Nightfever“ sowie Konzerten des Jugendblasorchesters Grimma und der „Gospel Changes“ unter Leitung von Pop-Kantor Maik Gosdzinski auf ihre Kosten.

Von Roger Dietze

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