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Naunhof möchte Verbindungsweg ab Ende August sanieren

Bauvorhaben Naunhof möchte Verbindungsweg ab Ende August sanieren

Voraussichtlich ab Ende August wird der Verbindungsweg zwischen Langer Straße und Gartenstraße in Naunhof saniert. Er sieht derzeit eher schäbig aus, nun soll er sich zu einem kleinen Idyll mausern.

Der geplante Wegebau in Naunhof wird mit Ablösesummen der Grundstückseigentümer aus dem Sanierungsgebiet bezahlt.

Quelle: dpa

Naunhof. Voraussichtlich ab Ende August wird der Verbindungsweg zwischen Langer Straße und Gartenstraße in Naunhof saniert. Er sieht derzeit eher schäbig aus, nun soll er sich zu einem kleinen Idyll mausern.

Das Bauamt ließ eine Variante erarbeiten, nach der alles verschwindet, was sich dort befindet. Sogar zwei Linden müssen, wie es ein Gutachten will, gefällt werden, nur eine bleibt stehen. Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) verspricht aber, adäquaten Ersatz pflanzen zu lassen.

Nötig wird die Radikalkur, weil der Weg ganz neu aufgebaut werden soll. „Wir führen ihn in einer Schlängellinie. Das sieht gefälliger aus und verleitet Radfahrer nicht zum Rasen“, sagt Bauamtsleiter Thomas Hertel. Den Geschmack aller trifft das nicht.

Eine zu stark geschwungene Wegeführung birgt für Michael Schramm (CDU) die Gefahr, dass sich die Passanten ihre eigenen Abkürzungen schaffen und somit über die Grünflächen laufen, die an den Seiten angelegt werden sollen. „So kennen wir es aus anderen Bereichen der Stadt“, gibt er zu bedenken. „Deshalb sollten wir den Weg etwas gerader, wenn auch nicht ganz gerade gestalten.“

Ähnlich sieht das Uwe Kulisch von der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV): „Das ist ein Verbindungsweg, und keine Flaniermeile. Die Leute gehen und fahren gerade durch. Deshalb sollten aus der Planung dort Kurven entfernt werden, wo sie keinen Sinn machen.“ Und Jörg-Dietmar Funke (UWV) warnt: „Der Weg ist bisher eine Problemzone gewesen. Wir müssen darauf achten, nicht wieder eine daraus zu machen!“

Hertel will diese Anregungen bei der Bauausführung beachten, so dass es nur einen leicht geschwungenen Weg geben wird. Nach seinen Worten ist noch unklar, ob sich die Abgeordneten, nachdem sie schon im Vergabeausschuss und im Stadtrat darüber diskutiert haben, doch noch einmal mit dem Vorhaben befassen müssen. Entscheidender Faktor ist das Geld. Kostet die Sanierung weniger als 60000 Euro, kann sie die Stadtverwaltung selbst an eine Baufirma vergeben. Ist sie teurer, muss der Ausschuss die Entscheidung fällen, welches Unternehmen den Zuschlag erhält.

Der jetzige 60 Meter lange Weg hat eine sandgeschlämmte Schotterdecke. Der künftige wird aus einem Pflaster im Herbstlaub-Dekor bestehen. Säumen sollen ihn fünf Sitzbänke und neue Laternen mit LED-Lichtern, die die alten Betonmasten ersetzen.

Mit dem Imkerverein wurde laut Zocher ein Pflanzplan für die Grünanlagen links und rechts des Weges entworfen. Vorgesehen sei, eine Art permanenter Blumenwiesen anzulegen, die weniger Pflege bedürfen. Sie würden nicht sechsmal im Jahr gehauen, was zugleich den Bauhof mit seiner prekären Personalsituation entlaste. Michael Schramm (CDU) schlägt vor, den Imkerverein zu bitten, die Bienenweide gleich ganz zu pflegen. Als Alternative kann sich Gabriele Wegel (CDU) vorstellen, dass die Grundschule im Rahmen des Schulgartenunterrichts die Pflege übernimmt.

Finanziert wird der Wegebau mit Ablösebeiträgen, die Grundeigentümer des Sanierungsgebiets zahlten. Sie sind dazu verpflichtet, weil seit 1993 mit rund 70 Millionen Euro die Innenstadt aufgemöbelt wurde und somit der Wert ihrer Grundstücke stieg. Wer vorzeitig die Pflicht erfüllte, erhielt einen Nachlass. So konnte die Kommune bisher über 300 000 Euro einnehmen, die sie bis zum Jahresende in das Sanierungsgebiet reinvestieren darf. Weiter will die Stadt aus diesem Topf eine neue Stichstraße von der Langen Straße in das Gelände des ehemaligen Bauhofs ziehen und die Verbindung von der Leipziger Straße zur Badergasse ausbauen. Gelingt ihr all das nicht bis Ende Dezember, muss sie zwei Drittel des Geldes an Bund und Land zurückzahlen, die die Stadtsanierung mit Zuschüssen gefördert hatten.

Von Frank Pfeifer

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