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Naunhof nutzt weitere Entwicklungschance

Naunhof nutzt weitere Entwicklungschance

"Steinreich" ist Naunhof bekanntermaßen nicht. Dem "Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen", wird die Stadt dennoch beitreten. Diese Initiative befasst sich nicht mit den kommunalen Finanzen, sondern will Konzepte für eine touristische Aufwertung der Region entwickeln.

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Idylle pur: Der Moritzsee macht im Sommer und Winter etwas her. Nur genutzt wird er noch nicht ganzjährig. Das soll sich ändern.

Quelle: Andreas Röse

Naunhof. Wie kurz berichtet, beschloss der Stadtrat in der vergangenen Woche: Naunhof wird Mitglied. Zwar stimmten alle Abgeordneten dafür, trotzdem war die Entscheidung knapp, und zwar zeitlich. "Wir wollen im April unsere Unterlagen für die Zertifizierung des Geoparks einreichen", sagte Viola Heß, Projektmanagerin des Vereins Naturpark Muldenland, der die Initiative ins Leben gerufen hat. "Wer bis dahin nicht Mitglied bei uns ist, kann es auch erst einmal nicht mehr werden."

Thallwitz, Lossatal, Wurzen, Trebsen, Brandis, Grimma, Colditz, Bad Lausick, Wermsdorf, Mügeln, Leisnig und Rochlitz gehören nach Auskunft der Naunhofer Stadtverwaltung bereits zum Verbund. "Das Gebiet bildete in Urzeiten eine riesige Vulkanlandschaft", schilderte Heß. "Wir finden hier bis zu 400 Meter hohe Schichten Lavagestein, unseren Porphyr. In der Eiszeit haben sich die Kiesvorkommen von Naunhof gebildet."

Die Geologie, so Heß weiter, sei zwar das Verbindende im Park. Die Initiative allerdings höre damit nicht auf. Ihr gehe es darum, die Landschaft mit ihren Besonderheiten und Produkten zu verknüpfen. Für Projekte, die in den Mitgliedskommunen umgesetzt werden, könnten deutlich mehr Beihilfen akquiriert werden. "Wir erhalten in der neuen Förderperiode immer den Höchstfördersatz", kündigte Heß an.

In Naunhof speziell sieht sie Potenzial vor allem im Moritz- und Grillensee. Die Gewässer seien weit über die Stadt hinaus bekannt und sollten ihrer Meinung nach ganzjährig und naturverträglich genutzt werden, ob nun beispielsweise als Wellnessressort oder als Standort für kulturelle Veranstaltungen. Das traditionelle Kartoffelfest und die Person des Pfarrers Ungibauer, der die Erdäpfel in die Parthestadt brachte, ließen sich zusammen mit der örtlichen Gastronomie in die Aktivitäten des Geoparks zum Thema Genuss einbinden. Der Töpfermarkt könnte in die Initiativen des Geopark-Kreises "Erden der Keramik" integriert werden. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Tana-Ausbildungszentrum des sächsischen Taucherverbandes im Ortsteil Ammelshain sei denkbar.

Die Mitgliedschaft im Geopark kostet die Kommune 1000 Euro im Jahr. Für Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) gut angelegtes Geld. "Im Tourismus-Verein Neuseenland zahlen wir jährlich 8000 Euro, und dort spielen wir nur eine Randfigur. Hier sind wir besser aufgehoben", sagte er im Stadtrat. "Wir wollen für unsere Seen möglichst eine ganzjährige Nutzung, aber auf eine sanftere Art als zum Beispiel am Cospudener See. Sie sollen für Erholung, Gesundheit und gutes Essen stehen. Ideen gibt es mittlerweile viele. Wir müssen nur sehen, was wir machen dürfen, da es sich um ein Trinkwasserschutzgebiet handelt."

Kritisch fragte Silvio Mahla von der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) nach, ob der Geopark die geringe Mitgliedsgebühr auf Dauer garantieren könne. Mit einem eindeutigen Ja antwortete Heß nicht. "Bisher sind wir damit ausgekommen. Wenn wir die Beiträge erhöhen müssten, würde die Stadt im Boot sitzen und mit entscheiden", sagte sie. Auch auf die Frage von Gabriele Wegel (CDU), ob der Geopark für immer Bestand habe, konnte Heß nicht konkret werden: "Eine Zukunftsgarantie gibt es nicht." Dennoch hielt Joachim Burchert (FDP) fest: "Ich sehe hier mehr Chancen als Risiken." Und Frank Schneider (UWV) meinte: "Wir sollten die Chance einer wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung wahrnehmen." Frank Pfeifer

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.03.2014
Pfeifer, Frank

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