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Grimma Naunhof plant einen Breitband-Gipfel
Region Grimma Naunhof plant einen Breitband-Gipfel
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19:51 07.11.2018
Glafaserbündel und Leerrohr. Naunhof muss sich entscheiden, ob die superschnellen Leitungen nur bei zu den Verteilerkästen der Telekom verlegt werden oder die Konkurrenz die Wohnhäuser anbinden darf. Quelle: dpa
Naunhof

In den Startlöchern steht die Deutsche Glasfaser GmbH, die weite Teile Naunhofs mit superschnellem Internet versorgen will. Noch aber zögert die Kommune, einen Wegenutzungsvertrag mit dem Unternehmen abzuschließen, das sich im September im Stadtrat präsentiert hatte. Jetzt hörte sich das Parlament erst einmal an, was Konkurrent Telekom zu sagen hatte. Und in Kürze soll es einen Breitband-Gipfel mit einem unabhängigen Experten geben.

Netz für Naunhof mit hohen Verlusten verbunden

In Naunhof setzt die Telekom auf das sogenannte Vectoring, bei dem Glasfaserkabel zu den Verteilerkästen verlegt werden. Von dort aus gelangen die Daten über die alten Kupfer-Telefonleitungen in die Häuser. Bis zu 100 Megabit pro Sekunde können auf diese Weise übertragen werden, doch mit dem Kupferkabel sind hohe Verluste verbunden. „Nahe an den grauen Kästen bekommt man fast die volle Leistung; wer weit entfernt wohnt, muss froh sein, wenn 16 Megabit ankommen“, gestand Beatrice Strangalies vom Infrastrukturvertrieb Region Ost der Telekom vor den Abgeordneten.

Mit der FTTH-Technik, bei der Glasfaserkabel bis ins Haus gezogen werden, entfällt nach ihren Worten eine solche Dämpfung. „So bauen wir momentan beispielsweise Markkleeberg aus“, informierte sie. Privatkunden könnten maximal ein Gigabyte buchen und würden diese Leistung ohne Verlust erhalten.

Ausbau von schnellen Anschlüssen dauert an

Für Naunhof sieht die Telekom allerdings solch ein Netz nicht vor. „Hier haben wir ein Gebiet eigenwirtschaftlich, also auf eigene Kosten, mit Anschlüssen von bis zu 50 oder 100 Megabit ausgebaut, 1200 Haushalte sind angeschlossen“, erklärte Strangalies. Das zweifelte Marcus Blankenburg (Unabhängige Wählervereinigung) an: „Ich wohne in diesem Gebiet. Schaue ich in meinen Router, sehe ich nicht, dass sich etwas verändert hätte.“ Daraufhin räumte die Telekom-Managerin ein, dass der Ausbau erst im nächsten Frühjahr abgeschlossen sei.

Ortsteile sollen gleichbehandelt werden

Nach ihren Worten werden außen herum weiße Flecken bleiben. Hier hakte Gerold Meyer (CDU) nach: „Ich lege Wert darauf, dass die Ortsteile gleichbehandelt werden.“ Eine solche Zusage konnte Strangalies nicht machen. Teile Lindhardts würden Vectoring erhalten. Und in Ammelshain, wo ein anderer Netzbetreiber die Telekom-Aktivitäten blockierte, möchte das Magenta-Unternehmen aus Bonn bis Sommer kommenden Jahres den Vectoring-Ausbau stemmen.

„Alle zehn Jahre will keiner Kabel verlegen“, kommentierte Herrmann Kinne (CDU). Für sinnvoller halte er deshalb einen Glasfaserausbau bis zu den Wohnhäusern. Auf die Frage, ob die Telekom einen Termin nennen kann, wann sie in Naunhof flächendeckend ein Gigabyte offeriert, antwortete Beatrice Strangalies: „Nein“.

Naunhof nimmt Bedenkzeit vor der Entscheidung

Das hört sich bei der Deutschen Glasfaser GmbH anders an, die am 26. Oktober ihr FTTH-Netz in Thallwitz in Betrieb nahm und gleichzeitig den Ausbau in Brandis startete. Sie verspricht ein flächendeckendes Glasfasernetz bis in die Wohnhäuser unter drei Bedingungen. Die Stadt müsste mit ihr einen Wegenutzungsvertrag abschließen, um die Leitungen in die Erde bringen zu können. Mindestens 40 Prozent der Haushalte der Kernstadt sowie von Fuchshain, Albrechtshain, Eicha, Erdmannshain und Ammelshain müssten sich für die superschnellen Anschlüsse entschließen. Und nur wenn dort der Ausbau beendet ist, was Anfang 2020 der Fall sein könnte, bekommt auch das abgelegene Lindhardt die Chance.

Bevor der Stadtrat einen Vertrag mit dem Unternehmen aus Borken unterschreibt, bat er sich auf Antrag von Michael Eichhorn (Linke) eine Bedenkzeit aus. „Ich möchte, dass ein Fachmann zu uns eingeladen wird, der nicht zur Deutschen Glasfaser und nicht zur Telekom gehört“, bat der Abgeordnete. Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) sagte zu, unverzüglich einen solchen „Breitband-Gipfel“ als Informationsveranstaltung vorzubereiten.

Von Frank Pfeifer

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