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Grimma Naunhof setzt erste Grenzen bei Vereinsförderung
Region Grimma Naunhof setzt erste Grenzen bei Vereinsförderung
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14:34 19.05.2015
Viele Naunhofer Mitglieder: Der Rock'n'Roll-Club "Alpha SixtyNine" trainiert in der Parthestadt und tritt auch dort auf. Seinen Sitz hat er aber in Leipzig. Einen Umzug lehnt er ab, genauso wie eine Gruppe, die sich von ihm abgespaltet hat. Quelle: Jürgen Geisler

Doch die Kommune schiebt ihnen einen Riegel vor. Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) möchte sowieso die Zügel in Sachen Vereinsunterstützung straffer anziehen. Außerdem will er einen Fördertourismus verhindern.

Zum einen geht es um den 1. Leipziger Rock'n'Roll-Club "Alpha SixtyNine", der seit 1997 vor allem mit Kindern und Jugendlichen, aber auch einigen Erwachsenen trainiert. Die Hälfte der heute rund 180 Mitglieder, die sich dem Jazz- und Modern-Dance verschrieben haben, kommt laut der Vorsitzenden Diane Kreutzberger aus Naunhof, die andere aus Leipzig. Die Parthestadt hatte dem Verein die kommunalen Sporteinrichtungen bislang kostenfrei zur Verfügung gestellt. Nun beantragte der Club die komplette Gleichstellung mit anderen Naunhofer Vereinen, um seine Arbeit ausbauen zu können, ohne dafür Hallengebühren zahlen zu müssen.

Das jedoch lehnte der Stadtrat einstimmig ab. Laut Zocher wird der Verein bereits in Leipzig finanziell unterstützt. Wenn er zusätzlich in Naunhof kostenlos trainieren dürfe, wäre der Weg zu einem Fördertourismus bereitet. Das heiße, auch andere Leipziger Vereine könnten auf die Idee kommen, in beiden Städten die Vorteile mitzunehmen. Harry Eichhorn (Die Linke) dazu: "So etwas dürfen wir nicht zulassen. Wir können nicht immer Geschenke verteilen."

Auf Vorschlag des Bürgermeisters hin bot die Stadt dem Verein an, seinen Sitz nach Naunhof zu verlagern, "um nicht auf zwei Hochzeiten zu tanzen". Das jedoch schlug inzwischen dessen Vorsitzende aus. "Wir würden uns in zwei Vereine teilen müssen, das könnten wir organisatorisch nicht leisten", so Kreutzberger. "Mit dem Naunhofer Bürgermeister haben wir geredet und uns auf eine Gebührenhöhe geeinigt, die für uns machbar ist. Sie gilt, bis der Stadtrat eine komplett neue Gebührenordnung beschließt."

Bis zu einer solchen Lösung hat es der Rock'n'Roll-Club Leipzig noch nicht gebracht, der sich zu Jahresbeginn vom Rock'n'Roll-Club "Alpha SixtyNine" abgespaltet hat. Der Verein, der sich weiterhin dem ursprünglichen Tanz, dem Rock'n'Roll, verpflichtet sieht, nutzte bisher immer sonntags eine Hälfte der Sporthalle der Oberschule Naunhof kostenfrei. Damit dies so weiter geschehen kann, beantragte auch er die Gleichstellung.

Mit der selben Argumentation lehnte das der Stadtrat ab. Nur dass damit sofort die Hallennutzung passé war. "Alpha SixtyNine hat Bestandsschutz und darf weiter trainieren, wir dürfen das hingegen nicht, weil wir ein neuer Verein sind", beklagt der Vorsitzende, Hagen Stichler. "Und dabei sind wir doch die gleichen Leute wie vorher."

Die Ängste, einen Vereinstourismus zu befördern, könne er, Stichler, zwar nachvollziehen. Wenn er aber den Vereinssitz nach Naunhof verlege, wie es ihm der Stadtrat nahelegte, dann wären die Rahmenbedingungen dort zwar günstiger, in Leipzig müsse er hingegen mehr für die Halle bezahlen.

Letztlich sollte Naunhof nach seiner Auffassung an einer Entgeltordnung für seine Hallen arbeiten, die es auswärtigen Vereine wegen der hohen Kosten nicht unmöglich mache, in ihnen zu trainieren. Beispiel könne die Benutzerordnung von Taucha sein, die besage, dass von auswärtigen Vereinen günstigere Gebühren verlangt werden, wenn ein bestimmter Prozentsatz der Mitglieder im eigenen Ort wohne. Stichler: "Wir wollen uns in Leipzig und dem gesamten Umland breit aufstellen. Aber wir können nicht in jedem Ort einen eigenen Verein aus der Taufe heben." In Naunhof, wo bisher fast ausschließlich Erwachsene dem Club angehören, sollen nach seinen Worten in Zukunft verstärkt Kinder und Jugendliche für den Rock'n'Roll gewonnen werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.02.2014
Pfeifer, Frank

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