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Naunhof verschönert sich mit Geld von Grundeigentümern

Stadtsanierung Naunhof verschönert sich mit Geld von Grundeigentümern

Schlussspurt bei der Stadtsanierung. Die letzten Summen setzt die Kommune gegenwärtig ein, um bis zum Jahresende noch hier und da das Naunhofer Zentrum zu verschönern. Besonderheit dabei: Das Geld stammt von Grundeigentümern.

Neuer Park: René Rönisch von der Naunhofer Umwelt 2000 GmbH setzt Randsteine für den künftigen Weg.

Quelle: Thomas Kube

Naunhof. Schlussspurt bei der Stadtsanierung. Die letzten Summen setzt die Kommune gegenwärtig ein, um bis zum Jahresende noch hier und da das Naunhofer Zentrum zu verschönern. Das Geld stammt von den Grundeigentümern, die sogenannte Ablösebeträge gezahlt haben.

1993 war das Sanierungsgebiet genau abgesteckt worden. Wer in ihm ein Fleckchen Erde besaß, erhielt einen Vermerk im Grundbuch. Fortan floss Geld, insgesamt 70 Millionen Euro je zu einem Drittel vom Bund, vom Land und von der Stadt, die dadurch ihr Graue-Maus-Image ablegen konnte. Im gleichen Zuge erhöhte sich der Wert der Grundstücke. Und für diesen Zuwachs hatten deren Eigentümer jetzt Ausgleichsbeträge zu zahlen.

Die meisten kamen der Forderung nach und sicherten sich dadurch satte Rabatte. 321 000 Euro kamen auf diese Weise zusammen, die nun auf die Schnelle reinvestiert werden können, bevor Ende Dezember Naunhofs Stadtsanierungsprogramm sein offizielles Ende findet.

Das meiste Geld, nämlich 97 500 Euro, fließt in den Bau einer neuen Stichstraße von der Langen Straße in das Gelände des ehemaligen Bauhofs hinein. „Die Trasse ist geschoben, zurzeit wird die Trinkwasserleitung verlegt“, sagt Bauamtsleiter Thomas Hertel. Über das Asphaltband sollen später einmal Grundstücke für neue Häuser zwischen Langer und Wiesenstraße erschlossen werden.

Das augenfälligste Projekt befindet sich in unmittelbarer Nähe, dort entsteht ein neuer Park. Von der Langen zur Gartenstraße zog sich eine verwahrloste Gasse, die der Vergangenheit angehört. Auch der alte Bewuchs ist – bis auf eine von drei Linden – entfernt. Für 86 300 Euro wird ein geschwungener Pfad angelegt, gesäumt von Grünflächen aus bienenfreundlichen Bäumen und Sträuchern sowie Sitzbänken, beleuchtet von Laternen. „Derzeit setzt die Firma Umwelt 2000 die Randsteine für den Weg“, sagt Hertel.

Der dritte große Brocken ist die Sanierung der Sackgasse von der Leipziger Straße zum jetzigen Bauhofgelände, sie kostet 68 000 Euro. Die alte Betondecke, so Hertel, wurde abgebrochen, eine Trinkwasserleitung verlegt und der Unterbau hergestellt. Jetzt sollen die Bordsteine gesetzt werden, dann kommt der Asphalt. Der Gehweg aus einer sandgeschlämmten Schotterdecke, der sich zur Badergasse anschließt, wird gepflastert und erhält zwei Laternen.

Der Rest des Geldes ist dafür bestimmt, den Spielplatz an der Grundschule zu erweitern. Ihm wird ein ungenutztes kommunales Grundstück zugeschlagen, auf dem sich noch kleine Häuschen und Beete befinden, die beseitigt werden. Außerdem will die Stadt drei eigene Gebäude abreißen lassen. Das betrifft eine ruinöse Immobilie auf dem heutigen Bauhofgelände, die schon lange nicht mehr genutzt wurde. Außerdem sollen die Häuser Lange Straße 54 und 56 fallen. „Wenn wir dort noch ein Grundstück kaufen könnten, wäre es möglich, später einmal die Grimmaer Straße zur Wiesenstraße zu verlängern“, sagt Hertel.

Die weitaus meisten Grundeigentümer haben ihre Ablösebeträge gezahlt; wenn weitere bis zum Jahresende folgen, kann auch deren Geld noch für die städtischen Vorhaben einbezogen werden. Die Zeit der Rabatte ist zwar vorbei, trotzdem sieht Hertel Vorteile: „Jetzt berechnen sich die Beträge noch nach den in einem Gutachten festgelegten Pauschalen. Ab Januar lassen wir für jene, die nicht zahlten, Einzelgutachten anfertigen. Deren Beträge fallen voraussichtlich höher aus, und wir können sie nicht mehr für Naunhof verwenden, sondern müssen sie an Bund und Land abführen“, mahnt er.

Von Frank Pfeifer

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