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Naunhof verzichtet auf Rechtsmittel

Naunhof verzichtet auf Rechtsmittel

Naunhof. Der Zickzackkurs Naunhofs unter seinem damaligen Amtsverweser Karsten Rottstädt (FDP) hatte für Unverständnis in der Nachbargemeinde Großpösna gesorgt.

Jetzt zog der Stadtrat einen Schlussstrich unter das aufregende Kapitel. Es soll nicht mehr gegen die ländliche Gemeinde geklagt werden, die ihr Einkaufszentrum, den Pösna Park, umbauen lässt.

"Wir suchen die Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn", stellte Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) zur jüngsten Stadtratssitzung klar. Deshalb solle der Beschluss des Parlaments vom 27. März aufgehoben werden. Damals war die Einleitung rechtlicher Schritte gegen Großpösna mehrheitlich befürwortet worden. Näher ging Zocher aber nicht auf das ein, was im Vorfeld geschehen war.

In den Umbau-Plänen Großpösnas hatte Naunhof ursprünglich bis auf kleine Details keine Probleme gesehen.Dann kam im November Rottstädt ins Amt. Er lehnte jegliche Veränderung an dem Einkaufstempel ab, den auch viele Naunhofer nutzen. Seiner Meinung nach war zu befürchten, dass mit dem Umbau Kaufkraft aus der Parthestadt abgezogen werde. Kritik am Kurswechsel kam damals nicht nur aus den Reihen der CDU, der Linken und der Bürgerschaft, sondern auch aus Großpösna. Die dortige Bürgermeisterin, Gabriela Lantzsch (parteilos), bezeichnete die veränderte Position als bedauerlich und unverständlich.

Mehrere Abgeordnete drückten damals ihren Missmut über den Jargon Rottstädts gegenüber der Nachbargemeinde aus. In der Sache selbst stellten sich die meisten am Ende aber doch hinter das Bemühen des Amtsverwesers, die Modernisierung des Pösna Parks zu verhindern.

Im Februar dieses Jahres wog die Gemeinde Großpösna alle eingegangenen Einwände gegen den Umbau des Einkaufszentrums ab. Die Naunhofer Bedenken wurden dabei nicht berücksichtigt. Deshalb plädierte der Stadtrat dafür, die Sache von Rechtsanwälten prüfen zu lassen.

Inzwischen aber, so Zocher, haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Der Bebauungsplan zur Umgestaltung des Pösna Parks sei rechtskräftig. Die Verkaufsfläche wird, wie schon länger angekündigt, reduziert. Eine Klage wäre laut Zocher wahrscheinlich aussichtslos, und auch politisch bringe sie nichts. Außerdem werde in Naunhof gegenwärtig das eigene Einkaufszentrum erweitert.

"Wir haben unser Ziel erreicht", sagte Frank Möckel (UWV). "Mit der DM-Drogerie zieht ein guter Mieter bei uns ein. Was uns fehlt, ist nur ein Schuhladen." Ute Punar (CDU) erklärte: "Uns hat die Realität eingeholt." Und Joachim Burchert (FDP) hielt fest: "Mir ist wichtig, dass wir mit unserem Rückzug zeigen, dass wir auf unsere Nachbarn zugehen." Das forderte Harry Eichhorn (Die Linke) heraus: "Ich staune, wie sich in kürzester Zeit die Meinung im Stadtrat ändert." Diese Meinungen habe er schon zu Rottstädts Zeiten vertreten, sei aber nicht gehört worden.

Indem Naunhof auf eine Klage verzichtet, dürfte sich das Verhältnis mit Großpösna weiter entspannen. Für beide Kommunen, das ist kein Geheimnis mehr, besteht die Option, sich einmal zu vereinigen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.09.2013

Pfeifer, Frank

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