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Grimma Naunhof vor Weichenstellung in kommunaler Zusammenarbeit
Region Grimma Naunhof vor Weichenstellung in kommunaler Zusammenarbeit
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00:32 17.03.2018
Der Entwurf des Regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen sieht die grundzentralen Verbünde Naunhof-Großpösna und Brandis-Borsdorf vor. Bisher bildeten Naunhof und Brandis eine Kooperation. Quelle: Regionaler Planungsverband
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Naunhof


Schon länger bahnte sich das Thema an, jetzt wird es heiß. Bis Ende März will der Regionale Planungsverband Leipzig-Westsachsen von Naunhof wissen, was die Stadt von der Absicht hält, den grundzentralen Verbund mit Brandis aufzulösen und dafür einen ebensolchen mit Großpösna einzugehen. Um diese Frage zu klären wird das Parlament zu einer Sondersitzung einberufen.

Bürgermeister Zocher: Warum sollten wir uns schlechter stellen?

Bislang arbeitet Naunhof mit Brandis aus Sicht von Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) gut zusammen. Er sträubt sich deshalb gegen den Versuch der Regionalplaner, diese Kooperation aufzulösen. „Warum sollten wir uns schlechter stellen? Da bin ich Egoist“, sagt er. Doch im Stadtrat gibt es auch andere Stimmen. Heike Barthel (Bürgerinitiative Naunhof) sieht „viele Schnittstellen zwischen uns und Großpösna.“

Sondersitzung am 22. März in Naunhof

Über die Stellungnahme der Kommune zum Regionalplan Leipzig-Westsachsen hätten die Räte schon zur jüngsten Zusammenkunft befinden sollen. Doch – wieder einmal – wurde der Vorwurf laut, zu einem Thema unverschuldet zeitlich unter Druck gesetzt zu werden. „Uns liegt nicht der Plan vor, wir haben lediglich vor einer Woche die Stellungnahme der Stadt zum Plan erhalten“, kritisierte Marcus Blankenburg von der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV). Und Uwe Kulisch (UWV) schob nach: „Diese Dinge lassen sich nicht in der Kürze erörtern.“ So einigten sich die Abgeordneten auf eine Sondersitzung am 22. März.

In der Stellungnahme Zochers zum Regionalplan, die dann zur Debatte steht, heißt es, der gewachsene Verbund zwischen Naunhof und Brandis dürfe nicht gegen den Willen beider Kommunen abgeschafft werden. Verwiesen wird auf mehrere Vereinbarungen zwischen den Kleinstädten, zum Beispiel über Feuerwehreinsätze auf der Autobahn, eine Regulierung der Gemarkungsgrenzen und das Hochwasserrisikomanagement an der Faulen Parthe.

A 14 und Naunhofer Forst machen Kooperation notwendig

Zocher spricht hier eine einheitliche Sprache mit seinem Brandiser Amtskollegen Arno Jesse (SPD), dessen Stadt laut Regionalplanung mit Borsdorf einen neuen Verbund eingehen soll. Aus ihrer Sicht, so formulierten die Zwei, würden „weder die Autobahn 14 noch der Naunhofer Forst eine Trennwirkung entfalten, sondern eher die Notwendigkeit der Kooperation schaffen.“ Beide Städte wöllten weiter „auf Augenhöhe bei Beibehaltung der Eigenständigkeit und der Alleinstellungsmerkmale“ zusammenarbeiten.

Wie auch immer die Naunhofer Parlamentarier abstimmen werden, am Ende braucht es eine Mehrheit im Gemeinschaftsausschuss, dem auch Belgershain und Parthenstein angehören. Vor allem in Belgershain, das lange vergeblich für eine Fusion mit Großpösna kämpfte, könnte die Interessenlage eine andere sein.

Belgershainer Gemeinderat positioniert sich am 26. März

„Unser Gemeinderat wird die Sache am 26. März besprechen“, kündigt der Bürgermeister des Dorfes, Thomas Hagenow (parteilos), an. Persönlich hält er aber einen Verbund der Verwaltungsgemeinschaft Naunhof mit Großpösna für sinnvoll. „Wir sollten ein Konstrukt bilden, das zwischen dem übermächtigen Grimma und der explodierenden Metropole Leipzig nicht zerrieben wird. Wir könnten gut zusammenarbeiten, uns vielleicht sogar in Ferne auf eine Großkommune hin orientieren. Das wäre besser als der Kleinkleckerkram, der mit Brandis läuft.“

Großpösna für Verbund mit Naunhof

Im Großpösnaer Rathaus plädiert die Verwaltung ebenfalls für den Verbund mit Naunhof. „Wenn man von oben auf die Region schaut, wäre es sinnvoller, an der Grenze zu Leipzig zwei Verbünde mit grundzentralem Status zu haben“, meint Hauptamtsleiter Daniel Strobel. „Zu Naunhof hätten wir viele Anknüpfungspunkte, zum Beispiel beim Tourismus, Verkehr und verwaltungsmäßig.“ Auch in Großpösna muss sich noch der Gemeinderat positionieren. Aus Sicht der Regionalplaner hat das Duo Brandis/Naunhof nur partiell funktioniert.

Von Frank Pfeifer

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