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Grimma Naunhof wehrt sich gegen die Ausweitung der Windkraft
Region Grimma Naunhof wehrt sich gegen die Ausweitung der Windkraft
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Naunhof stemmt sich gegen eine Ausweitung der Windenergieflächen. (Symbolfoto) Quelle: dpa
Naunhof

Bislang stehen vier Räder zwischen Fuchshain und Threna. Im Regionalplan wurde aufgenommen, dass für den Fall eines Ersatzneubaus eine Höhenbegrenzung gilt. Die Nabenhöhe darf maximal 65 Meter, die Gesamthöhe nur 90 Meter betragen. Dies begrüßt die Stadt. Mehr Windräder dürften aber auf keinen Fall errichtet werden.

Bauamtsleiter Thomas Hertel argumentiert: "Der Ausweisung weiterer Flächen müssen wir widersprechen, da in dem genehmigten Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Naunhof und der Gemeinden Belgershain und Parthenstein diese Flächen nicht zur Windkraftnutzung ausgewiesen sind." Außerdem würden die Gebiete nicht die im Regionalplan geforderten Abstände zu Schutzgebieten einhalten.

Inwieweit der Regionale Planungsverband Leipzig-Westsachsen auf die Ablehnung Naunhofs eingeht, bleibt nun abzuwarten. "Wir können im Rahmen der Anhörung nur unsere Vorschläge vorlegen", sagt Bürgermeister Volker Zocher (parteilos). Was davon berücksichtigt wird, soll sich zeigen, wenn der Plan ausgelegt und abgewogen wird. Ab 2017 könnte er dann für die nächsten zehn Jahre gelten.

Neben dem Widerspruch zur Ausdehnung der Windkraftgebiete regte die Stadt an, den Öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern. Speziell geht es der Kommune darum, das Naherholungsgebiet Naunhofer Forst mit seinen Seen besser anzubinden. Hertel begründet die Forderung damit, dass die Stadt im Regionalplan mit der Funktion "Tourismus" versehen ist. Die Seen ziehen zwar jährlich Zehntausende Badelustige und Erholungssuchende an, doch bislang gibt es dort keine Bushaltestelle.

Vom Bahnhof aus ist es ein weiter Fußweg bis zu den Gewässern. Trotzdem bringen auch die Züge Touristen in die Stadt. Deshalb besteht Naunhof darauf, dass im Regionalplan ausdrücklich die Stärkung der Bahnlinie Leipzig-Borsdorf-Naunhof-Grimma sowie die Verkürzung der Taktzeiten verankert wird. Damit nimmt die Kommune den Regionalplan beim Wort, der sich selbst zum Ziel setzt, auf der Verbindungs- und Entwicklungsachse Leipzig-Naunhof-Grimma-Döbeln-Dresden die tourismusbezogenen infrastrukturellen Ausstattungen zu sichern und weiterzuentwickeln.

Im Regionalplan bleibt Naunhof weiterhin als Grundzentrum mit der Stadt Brandis eingestuft. Die Faule Parthe ist nach wie vor erwähnt. An ihr sollen die Planungen für die Minimierung von Hochwasserrisiken fortgeführt werden. Als regional bedeutender Altlastenstandort ist das ehemalige Betriebsgelände von Sachsenpelz registriert. Es gilt als eine der verseuchtesten Flächen im gesamten Landkreis. Im Sommer 2014 war das Kommunale Jobcenter Hals über Kopf aus dem bereits sanierten Gebäude ausgezogen, weil die Raumluft zu viele Schadstoffe aufwies.

Frank Pfeifer