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Grimma Naunhof weiht Tourist-Information ein
Region Grimma Naunhof weiht Tourist-Information ein
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20:14 29.08.2018
Blick ins Bodenschaufenster: Bürgermeister Volker Zocher (Mitte) stellte den Besuchern die neue Stadt- und Touristinformation vor. Quelle: Thomas Kube
Naunhof

Zu Zehntausenden fallen die Auswärtigen jeden Sommer in Naunhof ein, sie zieht es zu zwei Badewannen von Leipzig. Dass die Stadt aber weit mehr zu bieten hat als den Moritz- und den Grillensee, wissen die wenigsten. Dies soll sich ändern mit einer zentralen Anlaufstelle im Bahnhof, die am 4. September öffnet.

Naunhof nutzt altes Stellwerk

Feierlich eröffnet wurde am Dienstagabend die neue Stadt- und Tourist-Information, die sich im ehemaligen Stellwerk befindet. Geplant war das schon lange, wie Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) ausführte. „Diesmal lag es nicht am Geld, dass wir warten mussten, sondern es hatte technische Gründe.“ Erst nach dem Abbau der Technik im Zuge der Umstellung aufs elektronische Stellwerk ließ sich das Gebäude umbauen.

Bodenschaufester als Attraktion

An die ehemalige Nutzung erinnert ein Detail, das die Gäste der Einweihungsfeier am meisten zum Staunen brachte. Ein Kellerraum, von dem aus die Kabel zu den Signal- und Weichenanlagen verliefen, wurde hergerichtet und mit einer begehbaren Glasplatte abgedeckt. Auf die Idee kam der amtierende Bauamtsleiter Thomas Hertel, er nennt sie Bodenschaufenster.

Die Besucher blicken nach unten auf das, was Naunhof neben den Seen touristisch ausmacht: Exponate des Turmuhrenmuseums, des Museums für historische Bürotechnik, der Heimatstube und des Stadtarchivs. Werkzeuge des Bergbaus und Gesteine, zur Verfügung gestellt vom Steinarbeiterhaus Hohburg und der Basalt AG Großsteinberg, stellen die Verbindung zum Geopark Porphyrland her, in dem die Stadt Mitglied ist.

Das hat Naunhof alles zu bieten: Turmuhren, historische Bürotechnik sowie Zeitzeugnisse und Utensilien des Bergbaus. Quelle: Thomas Kube

Stadt- und Touristinformation mit breitem Angebot

„Mit dieser Einrichtung wollen wir die Ausrichtung der Stadt auf den Tourismus tiefer untersetzen“, erklärte Zocher vor den Gästen, zu denen Vertreter von Touristinformationen aus dem gesamten Landkreis zählten, und kündigte an: „Wir haben vieles vor, werden einiges testen, vielleicht auch manches in der Anlaufphase wieder verwerfen.“ Von einem „modernen Dienstleistungszentrum“ sprach die Leiterin der Kultur WerkStadt, Anja Gaitzsch.

Der Auskunftssuchende, so führte sie aus, erhält nicht nur Hinweise zu Freizeitangeboten sowie Naherholungszielen in Naunhof und der Region. Ihre Mitarbeiter Ramona Lange und Norman Käckermann würden ihnen ebenso Unterkünfte vermitteln als auch Rad- und Wanderkarten, Tickets für alle städtischen Veranstaltungen sowie Souvenirs verkaufen.

Naunhof erarbeitet Pauschalangebote

Erarbeitet werden laut Gaitzsch momentan Tages- und Pauschalangebote für den Fremdenverkehr in Zusammenarbeit mit dem Freizeit- und Bildungszentrum Haus Grillensee und dem Naturfreundehaus Grethen. Zu den Projekten, die demnächst ausprobiert werden sollen, gehören thematische Stadtführungen und ein Fahrradverleih. Alle ein bis zwei Monate soll es in der Stadt- und Tourist-Information, zu der auch eine Teeküche und ein Büro gehören, kleinere Veranstaltungen, wie Vorträge und Lesungen, geben.

Lift am Eingang der Touristinformation

Dass von Anfang an auf Inklusion Wert gelegt wurde, begrüßte Stadträtin Heike Barthel (Bürgerinitiative Naunhof), die in ihrem Rollstuhl per Lift die drei Eingangsstufen überwand. „Besonders freut mich, dass sofort jemand wusste, wie der Fahrstuhl funktioniert“, lobte sie und regte an: „Es müsste noch eine Klingel angebracht werden, damit sich Menschen mit Behinderungen, die allein unterwegs sind, bemerkbar machen können.“

Öffnungszeiten: dienstags 10 bis 12 Uhr und 13 bis 18.30 Uhr, mittwochs und donnerstags 10 bis 12 Uhr und 13 bis 15.30 Uhr, freitags 10 bis 12 Uhr, Telefon: 034293/47 56 47

Von Frank Pfeifer

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