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Naunhof will Gemarkungstausch

Naunhof will Gemarkungstausch

Der Wechsel an den Rathausspitzen von Naunhof und Brandis lässt eine Annäherung der zwei Städte in einer wichtigen Frage zu: dem Gemarkungstausch. Per Grundsatzbeschluss hat sich Naunhof jetzt dafür ausgesprochen, in entsprechende Verhandlungen einzutreten.

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Tauschobjekt: Die Fläche zwischen Kurzzeitparkplatz am Moritzsee und Autobahn 14, die jetzt zum Brandiser Ortsteil Beucha gehört, würde Naunhof gern übernehmen. Im Gegenzug kann sich die Parthestadt vorstellen, ihr Areal am Albrechtshainer See abzugeben, auf dem sich unter anderem der Kletterwald befindet.

Quelle: Andreas Röse

Naunhof/Brandis. Ein solches Votum steht in Brandis noch aus.

Nachdem beide Altbürgermeister, die nicht wirklich miteinander harmonierten, ihre Führungspositionen verlassen haben, sind zwischen den Nachfolgern Gespräche in Gang gekommen. Das Brandiser Stadtoberhaupt, Arno Jesse (SPD), sagte gestern der LVZ: "Wir stehen der Sache positiv gegenüber." Sein Naunhofer Amtskollege, Volker Zocher (parteilos), kann mit dem einstimmigen Stadtratsbeschluss im Rücken mit seiner Verwaltung schon konkretere Pläne ausarbeiten.

Ziel ist es, die Fluren so zu bereinigen, dass die Autobahn 14 die Grenze zwischen beiden Städten bildet. Das hieße, Naunhof gibt ein Gebiet am Albrechtshainer See nach Brandis ab, auf dem sich unter anderem der Kletterwald befindet. Im Gegenzug erhält es Flächen am Moritzsee, der im Volksmund oft Autobahnsee genannt wird. In den Tausch einbezogen wird auch ein kleineres Areal in Ammelshain, der sogenannte Moco-Graben.

Momentan behindern sich beide Kommunen gegenseitig in der Entwicklung ihrer Naherholungsräume. Die Gemarkungsgrenze verläuft quer über den Albrechtshainer See. "Der Abfluss des Gewässers befindet sich zwar auf Naunhofer Seite, das Wasser fließt aber gleich danach nach Beucha, so dass Brandis die Lasten trägt, wenn wir es ablassen", schildert Zocher. "Wir würden deshalb unsere Seite des Sees abgeben. Dazu zählt auch der Kletterwald, der als Unternehmen der Stadt Brandis Einnahmen bringen kann."

Im Gegenzug möchte Naunhof das Areal um den Moritzsee komplett erhalten. Zurzeit verläuft die Gemarkungsgrenze über den Parkplatz am Eingang zum Naherholungsgebiet. Dann kreuzt sie mehrfach die Straße, die parallel zur Autobahn zu den hinteren Parkplätzen führt. "Wenn wir dort etwas bauen wollen, brauchen wir jedes Mal die Genehmigung von Brandis", so Zocher. Wie berichtet, kommt der Eingangsbereich zum Moritzsee für gastronomische Einrichtungen in Frage. Außerdem ließen sich dort mehr Parkmöglichkeiten schaffen. Das wäre eher machbar, wenn die Grundstücke in einer Hand liegen würden.

Die Flächen, die getauscht werden könnten, sollen möglichst annähernd gleich groß sein. Das wird zwar nicht bis auf den Quadratmeter genau möglich sein. Doch um sich dem Ziel anzunähern, kam noch Ammelshain mit ins Spiel. Auch dort möchte Naunhof eine kleine Ecke von Brandis abzwacken. Vom Holzwerk Moco aus verläuft ein Regenwassergraben zum Lehnsgraben teilweise über die Flur der Nachbarstadt. Gehört dieser Moco-Graben, der bei Starkregen eine wichtige Entlastungsfunktion erfüllt, komplett zu Naunhof, ließe er sich sanieren.

Wenn Brandis demnächst ebenfalls einen Grundsatzbeschluss zum Gemarkungstausch fassen sollte, käme ein langwieriger Prozess in Gang. Die Verhandlungen zum gegenseitigen Kauf kommunaler Flächen würde mit Sicherheit einige Zeit in Anspruch nehmen. Ehe falsche Gerüchte aufkommen, betont Zocher: "Privates Land bleibt unangetastet, muss also nicht verkauft werden." Am Ende hätten das Landratsamt und das sächsische Innenministerium ein Wörtchen mitzureden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.12.2013
Pfeifer, Frank

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