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Naunhofer Bauhof mit viel Ehrgeiz und wenig Personal

Naunhofer Bauhof mit viel Ehrgeiz und wenig Personal

Immer mehr Aufgaben, immer weniger Personal. Mario Böhme, Chef des städtischen Bauhofs, kann mit seinem Team kaum noch alles leisten, was gefordert wird. Er appelliert an die Einwohner, vor ihrer Haustür selbst mit anzupacken.

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Einsatz unter freiem Himmel: Mario Richter (links) und Sven Reichermeier kümmerten sich gestern um die Grünanlagen in der Breiten Straße. Um überall hinterher zu kommen bräuchte der städtische Bauhof aber mehr Personal, denn er hat eine Menge weiterer Aufgaben.

Quelle: Andreas Röse

Naunhof. Brigitte Blankenburg von der Wählervereinigung Ammelshain hatte jüngst im Stadtrat den Zustand der Naunhofer Rabatten kritisiert. Böhme kennt das Problem und versichert: Ich möchte auch, dass alles in Ordnung aussieht. Das ist unser Ehrgeiz."

Fünf Ein-Euro-Jobber wurden ihm vom Jobcenter gestellt, die für die öffentlichen Grünanlagen eingesetzt werden sollen, weil sie keine Maschinen bedienen dürfen. Aber nie sind alle Stellen besetzt. Ähnlich sehe es bei einer neuen Maßnahme aus, die bis November für den Moritz- und den Grillensse für zehn Langzeitarbeitslose initiiert wurde, um dort das Gelände und die Sanitäranlagen sauber zu halten. "Sechs Leute hatte ich auf der Liste, davon erschienen am 1. August, dem ersten Tag, nur drei. Und heute haben wir lediglich zwei draußen", so Böhme gestern. "Zwei haben sich krank gemeldet. Die anderen fehlen unentschuldigt."

Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) ist enttäuscht, hat aber eine Erklärung parat: "Ein-Euro-Jobs sind für die Leute nicht mehr so lukrativ wie früher die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen."

Böhme wäre es lieber, er hätte einen festen Stamm an Mitarbeitern, die den ganzen Tag über verfügbar sind. Neben ihm arbeitet aber nur ein Mann in Vollzeit, alle anderen sind verkürzt angestellt und haben zumeist gegen Mittag Feierabend. "Es klingt zwar viel, wenn wir neben den Ein-Euro-Jobbern 18 Leute haben. Doch davon kann ich nur elf in Naunhof und den Ortsteilen einsetzen. Die restlichen werden im Waldbad, auf dem Friedhof und den Sportplätzen gebraucht."

Die Liste der Aufgaben ist lang, die der Bauhof zu erledigen hat. Die Truppe pflegt nicht nur die Grünflächen und Rabatten, schneidet Bäume aus und Hecken zurück, sie hält auch Straßeneinläufe frei, bessert Pflasterungen aus, die sich gehoben oder gesenkt haben, baut Verkehrsschilder auf und ab, nimmt Reparaturen in städtischen Gebäuden vor, übernimmt Transporte zum Beispiel für Feste und und und. "Langweilig wird es uns nicht", versichert Böhme. "Wir versuchen, alles unter einen Hut zu kriegen und effektiv zu gestalten. Schließlich geht es auch darum, unnötige Fahren zu vermeiden und damit Kosten zu sparen."

Doch wenn er die Stundenzahl aller Mitarbeiter addiert, wird Böhme klar, dass er nicht überall hinterher kommen kann. "Mit mehr Leuten und Fahrzeugen könnte ich ganz anders agieren", sagt er. Und diese Meinung teilt Zocher: "Da hat er vollkommen recht."

Nur fehlt der Stadt vorn und hinten das Geld. Früher hatte sie ein Unternehmen beauftragt, ein- bis zweimal pro Jahr die Gehwege und kommunalen Straßen zu kehren. Vergangenes Jahr war damit aus Kostengründen Schluss. Seitdem muss der Bauhof diese Aufgabe mit Besen und zwei Handkehrmaschinen erledigen. Auch darf im Trinkwassereinzugsgebiet kein Unkrautvernichtungsmittel mehr gespritzt werden, was einen Mehraufwand beim Jäten bedeutet. Momentan ein besonders großes Problem, denn angesichts von Hitze und Regen wuchert das Unkraut.

Als einen persönlichen "Soli" angesichts der angespannten städtischen Haushaltslage würde es deshalb Böhme begrüßen, wenn die Einwohner vor ihren jeweiligen Grundstücken die Schnittgerinne kehren und Baumscheiben jäten. "Manche tun das schon und leisten so einen Beitrag, die Stadt schöner aussehen zu lassen", sagt der Bauhof-Leiter. Zocher kann sich sogar vorstellen, dass Bürger die Baumscheiben bepflanzen, ähnlich wir vorm Turmuhrenmuseum. "Der Kreativität sind bei uns Tor und Tür geöffnet", macht er Mut zum Handeln.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.08.2013

Pfeifer, Frank

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