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Grimma Naunhofer Bundespolitiker kündigt Rückzug an
Region Grimma Naunhofer Bundespolitiker kündigt Rückzug an
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16:41 19.05.2015
Manfred Kolbe (2.v.r.) im Kreis seiner Parteifreunde (v.l.): Marian Wendt, Heiner Schönberg, Christa Sirrenberg und Holger Mucke. Quelle: Sven Bartsch

Jetzt hat CDU-Politiker den Schlussstrich angekündigt. Die Reisen nach Berlin werden ein Ende finden.

Im Jahr 1990 zog der heute 59-Jährige für den Wahlkreis Döbeln-Grimma-Wurzen in den Bundestag ein, aktuell vertritt er den Wahlkreis Nordsachsen. Die Oschatzer trugen 2002 maßgeblich dazu bei, dass er wieder den Sprung nach Berlin schaffte. Deshalb ließ er genau dort seine politische Laufbahn vor Parteifreunden noch einmal Revue passieren, bevor er sich im Oktober von seinem Mandat verabschiedet. "2002 war der schwerste Wahlkampf", blickte Kolbe zurück. Seine SPD-Kontrahentin Liane Deicke kam ihm gefährlich nahe. "Doch der massive Vorsprung in Oschatz hat mir den Sieg gebracht", so Kolbe.

Vor zwei Jahren habe er sich entschieden, den Platz für einen Jüngeren freizumachen. Ob dabei auch seine gelegentliche Vergesslichkeit an Tankstellen (LVZ berichtete) eine Rolle spielte, dazu sagte der Politiker nichts. "In der Politik ist es ähnlich wie mit der Akrobatik: Es kommt auf einen gelungenen Abgang an", erklärte der Naunhofer, der nicht immer als bequemer Parteisoldat galt und im Bundestag auch schon mal gegen seine Fraktion abstimmte. Drei Mal habe er abweichend gestimmt und das nicht bereut - zur Politik der Treuhand, zum deutschen Einsatz in Afghanistan und zum Euro-Rettungsschirm. "Die Zukunft des Euro sehe ich mehr als skeptisch. Die Rettungspakete werden immer größer", so Kolbe. Als seinen größten Erfolg als Bundespolitiker nennt er: "Ich habe mit verhindert, dass Florena Waldheim an Beiersdorf verkauft wurde." Und der größte Misserfolg? "Für den Ausbau der B 87 ist es leider beim symbolischen Spatenstich geblieben."

Was bei der Bundesstraße nicht gelang, das möchte Kolbe nun im Privatleben und durch eigenes Engagement realisieren: Er will ein großes Bauprojekt realisieren. Im Jahre 2007 bekam er vom Großpösnaer Gemeinderat grünes Licht für den Kauf des Schlosses Störmthal, seit Ende 2007 ist es sein eigen. Vorbild für ihn, sagte er einmal, sei Schloss Güldengossa. Allerdings sei ihm klar, dass er nicht innerhalb von zwei Jahren fertig würde. Er sehe das Gemäuer eher als sein lebenslanges Hobby an. Dafür hat Manfred Kolbe - ehemaliger Staatsanwalt in München, ehemaliger Oberregierungsrat im Bayrischen Finanzministerium, ehemaliger Richter am Finanzgericht München, seit 1990 Notar in Grimma und später in Naunhof und seit 1990 Vollblutpolitiker - ab Oktober erheblich mehr Zeit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.06.2013

Frank Hörügel/Heinrich Lillie

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