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Grimma Naunhofer Diakonie-Altenpflegeheim wäscht seine Wäsche jetzt selbst
Region Grimma Naunhofer Diakonie-Altenpflegeheim wäscht seine Wäsche jetzt selbst
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10:14 09.06.2016
Beim Rundgang: Diakonie-Mitarbeiter, Heimbewohner und Vertreter der beteiligten Firmen schauten sich die Räume der Wäscherei an. Quelle: Foto:
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Naunhof

Viel Geld nahm die Diakonie Leipziger Land in die Hand, um die Wäscherei am Altenpflegeheim „Charlotte Winkler“ neu zu beleben. Am Dienstag wurde sie wiedereröffnet. Laut Stefan Müller, Leiter der Senioreneinrichtung, bringt sie einige Vorteile mit sich.

In den vergangenen neun Jahren wurde die Kleidung der Bewohner im Grimmaer Diakonie-Altenpflegeheim „Hedwig Bergsträßer“ mitgewaschen. Kostengründe sprachen damals für diese Entscheidung. „Inzwischen ist man aber in Grimma an räumliche Grenzen gestoßen“, so Müller. Außerdem habe sich herausgestellt, dass es einen großen Aufwand und viel Kraft erfordert, täglich Autos mit der Wäsche von 71 Menschen zu be- und entladen.

Nun müssten die Mitarbeiterinnen nicht mehr schwer heben. Außerdem könnten die Bewohner mit dem Personal ihre individuellen Wünsche einfach besprechen. Und in das bisher unansehnliche Wäschereigebäude gleich neben dem Heim, das nun freundlich und sauber wirkt, kam eine sinnvolle Nutzung.

Die Gäste zur Wiedereröffnung ließen sich vor allem von Karl-Heinz Heyde in den Bann ziehen, der das Gelände von Kindesbeinen an kennt. „Der Teil, in dem sich jetzt die Umkleide- und Sanitärräume befinden, war damals das Waschhaus mit großen Maschinen, die durch eine Transmission angetrieben wurden, und Kohlekesseln zum Erhitzen des Wassers. Meine Mutter arbeitete dort, ich half ihr oft“, erinnerte sich der 76-Jährige und schob lächelnd nach: „Die jetzige Wäscherei war ein Schweinestall, er wurde später zu einer Wohnung umgebaut.“ In ihr wohnte Heyde ab 1967, 30 Jahre bis zur Wiedervereinigung arbeitete er als Kraftfahrer im damaligen Krankenhaus. Als danach die Diakonie den Komplex übernahm und ein Heim daraus machte, wurde die Wohnung zur Wäscherei – bis zu deren Umzug nach Grimma im März 2007.

Das Personal ging damals mit in die Nachbarstadt und kam jetzt zurück, worüber nicht nur Leiter Müller dankbar ist. „Das sind fleißige und gütige Frauen, die immer unsere Wünsche erfüllen“, sagte Reimute Richter, Vorsitzende der Bewohnervertretung, zur Wiedereröffnung.

Im Rahmen des Festakts unterhielt die Kindertagesstätte „Regenbogen“ Bewohner und Gäste mit einem kleinen Programm, Pfarrer Norbert George hielt eine kurze Andacht und segnete die Wäscherei. Diakonie-Geschäftsführer Harald Bieling gab zu: „Die Entscheidung zur Wiederbelebung der Wäscherei fiel uns nicht leicht. Wir haben lange gespart, dass das möglich war.“ Nach den Worten von Carsten Weise, technischer Leiter der Diakonie, flossen über 200 000 Euro in die Sanierung und rund 60 000 Euro in die Technik. „Das Geld musste das Altenpflegeheim selbst erwirtschaften“, sagte er.

Im November hatte der Umbau begonnen. „Wir haben das Gebäude energetisch saniert und zum Teil statisch ertüchtigt“, so Weise. „Es entstanden Räume für Waschmaschinen und Trockner sowie eine Nähstube. Wir brauchten aber nicht die ganze Fläche, so dass neben den Sanitäranlagen noch Platz blieb für Lagerräume und die Hausmeisterwerkstatt.“

Von Frank Pfeifer

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